Aummer 60
Rosenheimes Anzelger
Sanistag, 13. März 1915
ubher die japanischen Forderungen gegeben hal,
maren unbestimmt. aber beunruhigend. Ueber
den Charakter der Fuorderungen scheint lein
Zweifel zu herrschen. tie laufen auf eine Obe
herrschaft Japans über China hinaus. Unter
den gegenwärtigen Umständen üt die Reserve,
die sich Grey auferlegl, natürlich und zweifel
losr notwendig, aber die japanische Frage zeigt,
welch gewichtige Probleme von der osffentlich en
Diskussion ferngehalten werden. Das Preß
bureau knebelt die Presse andauernd in wichti
gen Angelegenheiten, die von keinerlei mililäri
sckem Interesse sind.
In England wird man also über das Vor
gehen Japans recht ungemutlich, Japan schein:
eben unter dem Drucke seiner Drohungen von
China zu erreichen, was er bezweckte. Dage
gen lann auch England nichts ausrichten; die
Engländer sind vielmehr gezwungen, ohnmächtig.
zuzusehen, wie die D Dinge im fernen Osilen sich
immer mehr zugunften Japans entwickeln. Die
scuchternen Worte Greys sind das beste Einge
füändnis dafür. Der Leidtragende des Handels
im sernen Osten in England, das dulden muh½b,
wie ihm die beslen Stlücke weggenommen werden,
ohne daß es im geringsten sich dagegen
aufzulehnen vermöchte. ist bitter, aber
wohl verdient!
Die bo#yerischen Vecinstilsten.
Verlustliste Nr. 161.
Das
Infanterieregiment München: Juf. Johann
###inun aus Truchllaching, leicht verwundet:
Unkeroffizier Michacl Lins aur Stammham, in
solge Unglücksfalles verletzt.
16. Insanterieregiment Passau (Landshutg:
Unteroffizier d. R. Johann Berndl aus Unter-Karching,
gefallen.
Reserve-Jusanterie Regiment Nr. 18: Unter
offizier Gg. Einöder aus Miesbach, schwer verwundet;
Juf. GOg. Glasedoner aus Wasserburg,
schwer verwundet: Iuns. Ferd. Attlieliner aus
Steinhöring, schwer verwundet: Juf. Johann
Meier aus Ried. verwunot: Utffz. Joh. Wallbrunn
aus Isen, schwer verwundet; Juf. Jos.
Thaler aus Nosenheim, leicht verwundel: Uttsz.
Xaver Freihofer aus Rosenheim, leicht verwum:
dei; Jaf. Matth. Irger aus Erlställ, gefallen:
Jus. Lorenz Hell aus Frasdorf, gefallen;
Inf. Joj. Landinger aus Kolbermoor, gefalleu:
Juf. Manth. Haberlander aus Teisendorf,
gefallen; Juf. Balth. Hammerl aus Oberwös
sen. gefallen: Zuf. Hermann Neubauer aus
NRosenheim, gefalien: Inf. Jos. Koppelfl äller
aus Pielling. schwer verwundet: Inf. Felix
(Himpl aus Niedl, leicht verwundei: Inf. Jos.
Obertaner aus Piesenhausen, leicht verwundet:
Inf. Klem. Kellerer aus Großholzhausen, leicht
verwundct; Inf. Gg. Deckert aus Großkarolineufeld,
leicht verwundet; IJnf. Steph. Lenz
aurs Au, leicht verwundel: Utffz. Ernst
Komposch aus Schliersee, gefallen; Juf. Franz
Gruber aus Halfing, leicht verwundel: Inf. Jolann
Pertel aur Rulpolding. leicht vermundel:
Inf. Josef Wagner aus Rosenheim, leicht
verwundet; Ini. 6. Kapener aud Schechen,
leicht vermundet; Inf. Peler Mayer aus Tegernsee,
leicht verwunder: Ins. Franz Schmid aus
Kleinholzhausen, leicht verwundel; Inf. Ludw.
Oberndorfer aus Trannnein, leicht verwundet:;
Ini. Joh. D areder us (brabenjlält, leicht ver-Juf.
Kaller aus Tinmoning,
u undel
leicht verwundel: Seb. KRiaus aus Emerts
Jol.
Inj.
ham, leicht verwundek: Inf. Mar Weiß aus
Oberwössen, leicht verwundet; Ins. Franz Röhlmaier
aus Vogtareuth, schwer verwundet.
Landwehr. Juf. Reg. Nr. 1: Ers.-Res. Joseph
K nner aus Wafferbrg, gefallen; Wehrmann
#n. Jos. Mayer aus Burghausen, schwer veru
undet: Wehrmann Mar#in Pöschl aus Kolbermoor,
vermißt: Wehrmann Lorenz Lindner aus
NRosenheim, gefallen; Mehrmann Friedr. Hefler
aut Rosenheim. gefallen; Wehrmann Engelbert
—traßberger aur Bergen, schwer verwundet:
Wehrmann 6g. Hirschmüller aus Kolbermoor,
leigt verwundet: Wehrmann Balth. Höfer aus
Linldorf, schwer verwundel; Wehrmann Josef
Drarl aus Chieming, leicht verwundet: Wehrmann
Jak. Hagenauer aus Surheim, leicht veruundel;
Wehrmann Seb. HDosmann aus Trannnalchen,
gefallen: Wehrmann Theodor Koller
aus Oberaudors, leichl verwundel: Gesr. Ludw.
Kirchner aus Straß, gefallen: Wehrmann Steunlan
Gramsamer ans Pietling, schwer verwundel.
gestorben am 20. Februar 1915; Wehrmann
alob Prechtl aus Kemating, schwer verwundet;
Wehrmann Joh. Vapt. Deckl aus Traunstein,
schurr verwundet: Wehrmann Josef Brandner
Enrdorf, schwer verwundet; Wehrmann An-Ureas
Streitwieser aus Taching, leicht verwundel;
Wehrmann Kaspar Hefter aus Trannstein,
gefallen: Wehrmann Jos. Hell aus Reischach,
leilnt verwundet; Wehlrmann Josef Baumann
aur Tattenhausen, leicht verwundet: Wehrmann
Tuohann Nagl aus Fahrnpoint, schwer verwundet:
Wehrmann Josef Eisenreich aus Grubmühl,
leicht verwundet.
Ers.-Inf.-Reg. Nr. 1: Res. Gg. Brunner aus
Traunstein, gefallen; Iuf. Martin Pachiner aus
Feldlirchen, schwer verwundet.
Nes.-Kav.-Reg. Nr. 1: Res. Jos. Müller aus
Inversdorf, verwundet, gestorben am 19. Februar
1915. -
Oberbayer. cheistl. Bauernvereine.
München. il. Muürz.
Im großen Saale des eeenen EL
stansbauses hielt der Tberbaueriiche ti ilide
Bauernverein am Donnecolag seine 10. orbent
liche slark besuchte Generalversammung ab. Aus
dem von Direltor Melchner erflatte#en Rechen
schasts beridet inn hervorzubeben, daß der Verein
Ende 1513 30½00 Obmannschaften mit
29415 Mitgliedern zählie. 16 Lbnannschilen
uurden neu gegrundet. Einnahmen im Beicage
von 74 620 Mt. sianden Aus— aaben in der
Löhe von 01.57 Ml. acqennber. Das Uer
einepbermosen heträgt Zlninnn Ml. «
mdtnqalamronut Tr-E.i:li.cni·..1u:-:ls.·
handelte in einem eingenenden Vortrage das
Thema: Krieg und L.# zudairtschaft. Der Krieg
so führte der Nedner aut hat wieder er
uiesen, daß die Landwirtidait das Lebensinart
der deutschen Naiion bedeule:. Leider hat bri
Kriegeausbruch ein: Versch’enderung der Liehes
zu unverhallnis F aßig niedrigen Prchen ring:
setzt, der die behordlimen Maßnahmen über
das Schlachigen icht und das Scklack#aller bei
Kälbern und Schl#einen ni#ht zu begegnen vermochten.
Man hätie Mindenxreise für Viel
und Höchstrreiie für Fleiich feslietzen sollen. Die
fur Scharinefleisch solgten nicht
cn den rückläusigen Schlach laruichtspreisen
eine bedauerliche Erscheinung, die besonders
unangenehm sich in München geltend machie.
Von diesen Verhältniisen hatten Produgenten
und Konsumenlen in gleiher Weise Schaden.
Nach dem Kriege uird man der Militärveru
altung zissernmäßig den Nachwei darüber erbringen,
nie sich gewisse Firmen ein Monopol
fur Lieserungen für das DHeer zu verscha'fen
u #ußten. Man wird aber dann auch verlangen,
daß von diesen lolossalen Geuinnen entsp
rechende Prozentsätze dem Vaterland wieder
argegeben nerden müssen. (Lebh. Beifall.) Cine
rechtzeitige Verleliung aller Getreidevorräte
hatte dazu geführ:, daß frühzeilig die Spekulation
ausgeschieden m#orden wäre. Gegen die
Produzenten ltann der Voruurf, daß sie zur
Verteuerung der Kartosselvreise beigetragen haben,
nicht erhoben nerden. Die letzte Erbhung
der Hochstpreise für Kartofseln i#t auf die Inilialive
des Bundesrats, die ohne Zuilun der
Produzenten erging, zurückzuführen. Bei der
Frühjsalh#robestellung mussen die Bauern wegen
des Mangels an Gespannen #reu und feit zusammenhaiten.
Das Kultusministerium verdient
den besonderen Dank der Banern für sein Entgegenlommen
limichtlich der Erleichterungen
beim Schulbesuch. Die Versammlung nahm mit
lebhaftem Beifall den Appcu des Nedners auf,
auch auf dem Alierfelde durchzuhalten.
Die Versammlung nahm damn noch eine Anzahl
Resolutionen an. die im uesentlichen folgendes
fordern: Erhöhung der Rationen von
Brotgeiteide und Mehl sowie von Haber als
Pferdefutter uähreno der Anbauzeit und der
Ernte; Freigabe eines Quantums Getreide für
Hühnersutter; einheitlichere Regelung der Voraussetzungen
für die Gemährung der reichsgesehzlichen
Familienunterstützung; Festietzung
eines Saathaberquantume von 4 Zenter pro
Heltar für alle Bezirle in Oberbayern; Zu—
lassung des Handels mit nicht militärischen
Pferden innerhalb des Bezirles des 1. bayerischen
Armeekorps. Weitere Entschließungen
fordern mit Rücksicht auf die übermäßige Zunahme
des Wildes einen vermehrten Wildab-E
iß und proteitieren gegen die in München
vom Rriegsausschuß für Konsumenteninteres.
sen eingeieitete Benegung gegen den Milchpreis.
Bei der Neumahl der Vorstandschaft wurde
Landtagsabgeordneter Schmid (Wolfrarshausen)
nieder zum 1., Reichstagsabgeordneter
Angerpointner (Traunstein) zum 2. und Pfarrer
Rebaus (Baar! zum 3. Vorsitzenden genähn.
Als Schriftführer wurden dje Abgg.
Osel und Einhauser, als Kassier Direltor Melchner
berufen. (M. N. N.)
Ho- ad Beesondlnachrichlev.
amünchen. 11. März. Der frühere Erzherzog
Ferdinand Karl, der unter dem bürgerlichen
Namen Ferdinand Burg seit mehreren
Jahren in München lebte, ein jüungerer
Bruder des ermordeten Thronfolgers Erzherzogs
Franz Ferdinand, ist gestern Nacht hier
gestorben. Ferdinand Burg litt an Gelentrbeumatismus
und Venenthrombose. Dos Hinscheiden
erfolgte nach Empfang der Sterbesalromente
in Gegenwart seiner Familie, insbesondere
auch der aus Wien eingetroffenen Erzher-#ogimen
Maria Theresia und Maria Annunciata
souie der jüngeren Schwester des Verblichenen
Fran Prinzessin Elisabelh zu Liechtlenstein.
Die Beisezung wird nach Ueberführung
der Leiche nach Südtirol in Obermais bei
Meran erfolgen. no der Verstorbene eine Besitzung
besaß. Ferdinand Burg vermählte sich
seinerzeit nach der Uebermindung aller höfischen
Schnierigkeiten morganatisch mit der Tochler
eines Prager Hofrats und Professors, Nosa
Czuber, verzichtete daraufhin auf alle seine ihm
von Geburt aus zukommenden Vorrechte sowie
auf alle Würden und führte seither den bürgerlichen
Namen Ferdinand Burg, ohne jegliches
Adelsprädikat. Letztmalig weilte der Ver-
storbene beim Begräbnis des Buordeten Thronsolgers
auf österreichischem Bode
des großen Opjersinnes
M. —— —7
Kuntiilches Dberierd
UNiedberaschau, 11. März. Am 9. März
nurde unter dem Schweinebestande des Dampfmollerci.
„itere# F. S. Zillibäller in Niederasr
au ler Aus##ruch der Maul und Klauensem#:
amtslieräclich fellgestellt. Sverrbezirt
ist das Zenten eöit, Beobachtungsgebiet sind
i#e Gei ölte rez Bergermeisters Andrelang, der
Gasehojleiircrin Rest, de; Bauern Kiener zum
Kail und ve## Bauern Nieder, alle in Niederasc,]au,
soui: die Straße am Seuchengehöft
voruler vden der Al zweigung der Bahnhos-=slras:
li= zim ;Ge###tides Kiener zum Kail
mit dem Ver et ei’ Klauenviehverkehrs, mit
Auznal.#r von Sänucktlieren, die in die Andre
ianasche M.g eref V. r. racht nerden.
mühldorf. 11. März. Ein falscher Feld
Hrauer n urde lier #ilgenommen. Einen Kriegs
scaurian hat er nie gesehen, war überhaupt
nie Soldat. Ec i#### eiler nichts als ein mi te“-loter
Slrolch, der durch mordemäßige Ausichneidereien
uler angel##iäe Erledussse im Krieg Un
terstützungen erschuindelte und JZechprellereien
verübte.
Frauenverein vom Rolen Kreuz
in Kolbermoor.
Kolbermoor, 11. Mäz.
Die am 30. Jannar d. J. abgehaltene, leider
nur schwach besuchte erste Generalversammlung
des Frauenvereins vom Roten Kreuz in
Kolbermoor gab ein Bild der ungemöhnlichen
Arbeit, die von dem jungen, erst nach dem
Ausbruch des Krieges gegründeten Verein bis
zum Jahresschlusse geleistet wurde.
Von Anfang an hatte sich der Verein zwei
Hauptaufgaben gesiellt: die Ausstattung des
Vereinslazarettes, dessen Errichtung schon vor
der Gründung des Vereins angeregt woden war,
und die regelmäßige Absendung von Liebesgaben
an die Krieger im Feld. Für das Lazarett
wurden durch den Herrn Assistenzarzt Dr.
Durner etua 20 Frauen und Mädchen als
Helferinnen ausgebildet. In die Ausstattung
des Lazaretts teilte sich der Frauenverein mit
dem Mannerverein und der Baumwollspinnerei,
die ihren Kindergarten zur Verfügung siellte
und das Molbiliar beichafste. In gemeinsamer
Arbeit nmurden durch Mitglieder des Vereins
die beiden Abteilungen des Lazaretts für die
Ausnahme von 40 verwundeten und erkrankten
Kriegern mit der erforderlichen Bett= und Leib-Uäsche
aufs reichste versehen.
Noch mehr Arbeit verursachte die Lösung
der zueiten Ausgake, die regelmaßige Absendung
von Licbesgaben an die Krieger im Felde. Dank
unserer Belkerung
konnte jeden Monat eine sehr stattliche Kiste
an die Abnahmestelle in München abgehen. Die
Sendungen umfaßten Belleidungs= und Gebrauchsgegenstände
aller Art, Nahrungs= und
Genußmittel und Nauchzeug. also alles, was
des Schützengrabenmenschen Herz erfreuen kann.
Es ist selbstverständlich, daß im November eine
eigene Weihnachtssendung abging, die besonders
reichhaltig war. Der Dank sagte dem Absender,
wie sehr er das Richtige getroffen. Die Bekleidungsgegenstände
wurden auch hier größtenteils
in gemeinsamer Arbeit von unermüdlichen
Mitgliedern angefertigt.
Daß neben diesen Hauptausgaben noch allerlei
nebenherlief, ui# die Verabreichung von Unterslützungen
an entlasiene Insassen des Lazaretts
und einberusene Soldaten aus Kolbermoor,
Weihnachteobescherung von besonders bedürftigen
Ortseinwohnern, Unterstützung von
Wöchnerinnen u. dgl. m. bedarf leiner Erräh-=nung.
Mit den ordentlichen Beiträgen der 200 Mitglieder
hätten sich die hohen Ausgaben nicht
bestreiten lassen. Auch hier stellten, wie bei
dem zur gleichen Zeit ins Leben getretenen
Hilfsverein, viele Verein: und die beiden Fabrikleitungen
(Baumwollspinnerei und 1
werl) einmalige zum Teil sehr hohe Beträge
zur Verfügung. Am nachhaltigsten erniesen sich
aber die lleinen und lleinsten Gaben, die „Ar—
beitergroschen“, die in die beiden in der Spinnerei
ausgellellten Sammelbüchsen floisen; fast
5(0() Mkl. lamen auf diese Weise zusammen.
Und das Ersreulichste daran ist, daß die Beträge
sich bis Neujahr immer auf der gleichen
Höhe bielten und nur etmas sanken, als immer
mehr Arbeiter dem Rufe des Königs solgten.
Die Arbeiterschaft hat sich damit ein glänzendes
Zeugnis ihres Opfersinnes ausgestellt.
ist zu hoffen, daß sie nicht erlahmt; denn
sie u#eiß, daß die draußen vor dem Feinde nicht
erlahmen, uenn die zu Hause Gebliebenen ihre
Schuldigkeit tun.
Slifsverein Kolvermoor.
Kolbermoor, 11. März.
Gleich nach Kriegsausbruch trat hier die
Hilfstätigkeit in einer sehr umsichtigen und anerkennensnerten
Weise in Kraft. Von weitauschauenden
und tatträftigen Männern wurde ein
„Hilfsverein“ gegründet, der es sich zur Aufgabe
slellte, die bedürftigen Angehörigen unserer
tapferen Krieger zu unkerstützen. Durch
namhafte Zuwendungen hochherziger Spender,
sowie durch fortlaufende monatliche Beiträge
leitens der hiesigen Einwohnerschaft wurde es
—
B Hillsverein ermöglicht, recht viel Gutes
u tun. So umrden bis zum 1. Mär# an Geld-Anerstützungen
1547 Ml. ausbezahlt, die Weihnach
tsllebesgabensendungen an unsere Feldzugssoldaten
erforderten einen Aufwand von 860
Mark, und an die Kinder der Krieger wurden
irka 27000 Mittagessen verabreicht, die in
ebenso schmackhasten use reichlichen Portionen
in zuei eigenen Küchen hergestellt werden. Für
einen Ort wie Kolbermoor sind das Leistungen,
die sich sehen lassen können und die dem „Hilfsverein“
nicht nur die Danlkbarkeit der Unterstützten,
sondern auch die Hochachtung aller
Kreise sichern müssen.
Für die Familien jener Arbeiter, die in der
hiesigen Baumuollsprinnerci oder im Tonwerk
beschäftigt maren, sorgen beide Etablissements
selbst in hervorragender Weise. So hat das
Tonwerl bedeutende Aufwendungen für Geldunterstützungen
und Verteilung von Naturalien
gemacht. Die Moblesse der Baumwollspinnerei
in Auffassung der Lage, somie das Ausmaß
der Unterstügungen müssen geradezu als vorbUildlich
bezeichnet werden. Zwei Zahlen bemeisen
dies: In eigener Küche wurden bis
ietzt über 23000 Portionen Essen hergestellt,
und die Barauszahlungen erreichen die stattliche
Summe von reichlich 15000 Mk.
So scheuen der Hilfsverein wie auch die beiden
industriellen Betriebe neder Zeit noch Geld.
in dem Bestreben, von den Angehörigen der
Kriegsteilnehmer Not und Elend abzuwenden.
Wahrlich, eine reiche Segenstatigkeit, die da
geübt uird! Und auch für unsere tapferen
Krieger n#rd es eine Beruhigung sein, wenn sie
wWissen, daß sich hilfreiche Hände ihrer Familien
annehmen, auch sie nerden sreier und froher die
unerhörten Strap#azen bieses fürchterlichsten aller
Kriege ertragen, uenn ihre Kinder nicht Hunger
zu leiden brauchen, während sie, fern vom heimischen
Herde, auf Frankreiche und Rußlands
Gesilden mit den ruchlosen Feinden blutige Abrechnung
halten. Darum Etre, uem Ehre gebührt!
Die Geeslenhöchsppreise.
München, 11. März. Die „V. St. 31g.#“
schreibt amtlich: Der Bundesrat hat am 9.
März 1915 eine Aenderung der Belanntmachung
über die Höchstpreise für Roggen, Gerfte
und Weizen vom 19. Dezember 1914
RGBl. S. 528 beschlossen. Diese Aenderung
bezieht sich aber ausschließlich auf die
Höchstrreise für Gerste, nicht auch auf jene für
Roggen und Weizen. wie eine mißverfländliche
Pressemitteilung von gestern amehmen lassen
konnte. Der Roggenhöchstpreis beträgt nach nie
vor für den dauptort. München 237 Mk., für
Frankfurt a. M. 235 Ml., für Mannheim
236 Mk.; der Weizenhöchstpreis ist nach wie
vor um 40 Mk. mehr als der Höchstpreis für
Roggen. Die vom Bundesrat beschlossene Aenderung
betrifst drei Punkie: 1. Der Gerstenhöchstpreis
wurde um 50 Mk. für die Tonne
erhöht. Er beträgt also für den Hauptort
München nunmehr 287 Ml., für den Hauptort
Frankfurt a. M. 285 Mk., und für den Hauptort
Mannheim 286 Mk. Der Hoöchstpreis für
die Tonne geschrotener, gequetschter oder sonst
zerkleinerter inländscher Gerste ist wie bisher
um 10 Mk. höher, 2. Der nunmehrige Gersten.
höchstpreis gilt für alle Verkäuse; die in der
Bundesratsverordnung vom 19. Dezember 1914
zugelassene Ausnahme für Verläufe an Kleinhändler
oder Verbraucher, welche drei Tonnen
nicht übersteigen, ist beseitigt, was für Bayern
schon durch die Ministerial--Bekanntmachung vom
14. Januar 1915 geschehen war. Z. Die Neports
für Gerite sind aufgehoben. Bei Gerste
erhöhen sich die Hochstpreise nach dem 1. März
1915 nicht weiter, um je 1.50 Mk. am 1. und
15. jeden Monats.
Colalnschrichter.
Rosenheim, 12. März.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Georg Haidacher, Sen alobauer von Reischenliart,
Landuelrmann im 1. Landwehr-Iuf.=Reg.;
Josef Gratzl aus Otting, Gefreiter im
19. Res.-Inf.-Reg.
Auszeichnungen im Felde. Der Gutsbesitzer
Georg Schöttle von Brannenburg ist
mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.
Cleichzeitig wurde er zum Leutnant befördert.
Kriegsanleihe. Der Banetische Poslverband
zeichnete gemeinsam mil seiner Krankenversicherung
500000 Marl auf die boo#ige
Kriegsanleihe. Bei der ersten Jeichnung bebuiligte
sich dieser Verband bereils mit 30 000
Mar Die Arbeiterpensionslasse der K. B.
artl annte uird sich an der zweiten
Kriegsanleihe, ebenso wie an der ersten, mit dem
Betrage von einer Million Mark beteiligen.
Kriegsgefangene für die Land-=mirtschaft.
Amtlich wird aus Berlin gemeldet:
Für die Durchführung der Ackerbestellung
und Ernte erllärte sich die Heeresvernaltung
bereit, Kriegsgefangene möglichst noch
im Laufe dieses Monats in ausgiebigem MahBe
zur Verfügung zu stellen. Die Grundsätze über
die Vernendung von Kriegsgefangenen gehen
in diesen Tagen den Landratsämtern zu, bei
denen auch der Bedarf an Kriegsgefangenen an-