Metadata : Das Staatsrecht des Deutschen Reiches. Dritter Band. (3)

Die  Kämpfe  um  die  Übergänge  des  Sanflusses  209

Bei  Hussakow,  wo  die  Höhe  261  südlich  von  Chraplice  an  der  Tiefenlinie
  der  Buchta  als  Flügelstlipunlt  ausgebaut  war,  begann  der  Abschnitt
der  3.  Armee.  Diese  war  von  Radko  Dimitrieff  aus  den  Belagerungs.
linien  auf  die  Höhen  von  Bykow  und  Medyka  und  an  die  Wisznia  zmück.
gezogen  worden.  Bei  Grabowiec  trat  die  Front  der  3.  Armee  wieder  dicht
an  das  Ostufer  des  San  heran  und  folgle  dem  Fluß  abwärts  bis  Sobiecin
gegenüber  Jaroslau.  Da  das  Ostufer  höher  lag  als  das  überschwemmte
Westufer,  waren  die  Russen  auch  hier  im  Besith  vorteilhafter  Abwehr.
stellungen.  Weiter  abwärts  lagen  sie  bei  Sieniawa,  Glogowiec  und  Rzuchow
in  stark  ausgebauten  Brückensperren.  Bei  Krzesow  schloß  die  9.  Armee  an,
deren  linker  Flügel  sich  bei  Alanow  und  Brandwica  verschanzt  hatte  und
den  Angriff  erwartete,  während  ihr  rechter  Flügel  bei  Zawichost  um  den
lbergang  auf  das  linke  Weichselufer  kämpfte.  Im  ganzen  standen  elwa
30  russische  Armeedivisionen  zwischen  Staay.  Sambor  und  der  Sanmündung
zur  Abwehr  bereit,  als  die  2.,  3J.  und  4.  Armee  am  13.  Oktober  mit  versammelten
  Kräften  die  Entscheidung  suchten.

Die  Kämpfe  um  die  Hbergänge  des  Sanflusses

Die  4.  Armee,  die  sich  am  13.  Oktober  bereit  gemacht  hatte,  den  San
zu  Üüberschreiten,  lämpfte  sich  am  14.  Oktober  in  der  aufgeweichten  Niederung
zwischen  Rudnik  und  Jaroslau  hart  an  den  Fluß  und  brachte  ihre  Kähne  und
Fähren  im  Feuer  der  russischen  Artillerie  zu  Wasser.  Auf  dem  linken  Flügel
stand  das  VI.  Korps  in  Abwehrstellung  gegenüber  Krzeszow  und  hütete  im
Verein  mit  der  2.  Kavalleriedivision,  die  bei  Rudnik  der  9.  Kavalleriedivision
Dankls  die  Hand  reichte,  das  Westufer  vor  überraschenden  Gegenangriffen.

Der  Exrzberzog  suchte  den  #bergang  zwischen  Lezasst  und  Jaroslau  zu
erzwingen.  Dazu  wurden  das  XIV.,  das  II.  und  das  XVII.  Korps  in
Bewegung  geseht.  Die  Russen  waren  in  ihren  überhöhenden  verschanzten
Stellungen  und  im  Besig  einer  zahlreichen  Artillerie  wohlgeborgen.  Der
San  wälzte  noch  gelbgefärbtes  Hochwasser,  und  die  Sonne,  die  nach  vier
Regenwochen  wieder  ihre  Strahlen  herniedersandte,  diente  weniger  zur
Auftrocknung  des  ungangbaren  Angeländes,  als  zur  besseren  Sicht,  so  dost
die  Russen  die  österreichisch-ungarischen  Kolonnen  schon  auf  weite  Entfernung
wahrnehmen  und  mit  wohlgezieltem  Feuer  überschütten  konnten.  Erzherzog
Josef  Ferdinand  bot  seine  ganze  Artillerie  auf,  um  die  Ubergangsversuche
seiner  PDioniere  und  Infanterie  zu  unterstücten.

Anter  großen  Opfern  gelang  es  dem  XIV.  Korps,  gegen  Mittag  drei
Bataillone  der  8.  Division  einzuschiffen  und  bei  Rzuchow  an  das  andere  Ufer
zu  werfen.  Hier  wurden  sie  alsbald  umstellt  und  von  großer  Übermacht
festgehalten.  Von  allen  Seiten  eilten  russische  Batterien  herbei  und  belegten

Stetzemonns  GSeschschte  den  Arleges.  ll.  14