Die Sürstin Reuß zur Sürstin Bismarck.
Der Sürst Reuß nahm von der Anwesenheit des gestürzten
Kanzlers keine Notiz. Die Fürstin Reuß aber war „zu Hause“,
als Fürst Bismarck am 22. Juni 1892 ihr einen Besuch machte,
und sagte zur FSürstin Bismarck bei ihrem begenbesuch:
Sie wissen, mein Gatte ist immerhin nur ein Botschafter
und muß seine Instruktionen befolgen, solange er im
kKmte ist; aber ich bin die Tochter eines deutschen Souveräns
ldes Großherzogs von Weimar] und nehme keine Befehle
dieser Art an.
Whitman, Bismarck.
Bismarck auf der Rückreise von Wien.
In München am 24. Juni: „Es ist mir, als wenn ich
Absolution von meinen politischen Sünden erhielte, die ich
ja begangen habe wie jeder andere, der so lange wie ich
am Ruder geblieben ist ... Gott hat uns so geführt, daß
in jenem Werdegang alle volksstämme mit deutschen Krmes
Kraft mit auf den Kmboß zugeschlagen haben, auf dem die
Einheit geschmiedet ward ... Daß wir alle vereint haben
mithelfen können, ist die Bürgschaft der Dauer.“ — „Ich
kann Sie nur bitten, daß wir das Deutsche Reich mit eisernen
Klammern festhalten."
In Kissingen am 10. Juli: „Meine Herson gebe ich ihnen
gerne preis, wenn nur der Gewinn für das Daterland bestehen
bleibt."“
In Jena am 30. Juli: Diese ganze Entwicklung müssen
Sie nicht meiner vorausberechnenden Geschicklichkeit zuschreiben;
es wäre Überhebung von mir, wenn ich behaupten wollte,
daß ich diesen ganzen Verlauf der Geschichte vorausgesehen und
vorbereitet hätte. Man kann die Geschichte überhaupt nicht
machen, aber man kann immer aus ihr lernen, wie man das
politische Leben eines großen Dolkes seiner Entwicklung und
seiner historischen Bestimmung entsprechend zu leiten hat.
Das ist das ganze Derdienst, was ich für mich in Anspruch
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