Contents : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Dritter Band. (3)

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Erfrierungen  führten  im  Jahre  1891  4522,  im  Jahre  1889  3600,  im  Jahre  1890
3316,  insgesammt  11  438  Kranke  den  Anstalten  zu.  Im  ganzen  Reiche  haben  während
der  Berichtszeit  5,0  %0  aller  in  Krankenhäusern  Verpflegten  an  derartigen  Verletzungen
gelitten,  in  Berlin  und  Hamburg  nur  je  1,5  %0,  in  Elsaß-Lothringen  1,2,  in  der  Rheinprovinz
  1,9,  in  Schleswig-Holstein  2,5,  Westfalen  2,6,  Hannover  4,4,  den  süddeutschen
Staaten  durchschnittlich  je  5,7,  in  ÖOstpreußen  7,0.  Verhältnißmäßig  häufig  waren
Erfrierungen  in  den  Anstalten  von  Brandenburg  und  Sachsen-Meiningen  (in  12,8  bezw.
13,9  %/%  aller  behandelten  Fälle),  Schwarzburg-Sondershausen  (24,1)  und  Reuß  j.  L.
(37,1);  die  Todesursache  bildeten  sie  in  zusammen  170  Fällen.

XIII.  Anderweitige  Krankheiten  und  unbestimmte  Diagnosen.

Während  des  Berichtszeitraums  sind  28.875  neue  Krankheitsfälle  (mit  3081  Sterbefällen)
  unter  dieser  Bezeichnung  geführt  und  daher  für  die  statistische  Verwerthung
verloren.  In  einigen  Bundesstaaten  erscheint  durch  die  hohen  Zahlen  dieser  Gruppe  der
Werth  der  übrigen  Krankheitsziffern  besonders  stark  beeinträchtigt;  so  entfielen  auf
die  erstere  in  Schwarzburg-Sondershausen  64,8  %  aller  Krankheitsfälle  gegen  12,7%
im  ganzen  Reiche,  in  Schaumburg-Lippe  56,3z,  in  Bremen  und  Hamburg  5900  bezw.
43,1,  in  Braunschweig  33,9.  Auch  Baden  zeichnete  sich  durch  eine  hohe  entsprechende
Verhältnißzahl  aus  (25,83).  Günstiger  war  das  Verhältniß  in  Württemberg,  Bayern
und  Preußen,  wo  nur  5,7  bezw.  8,9  und  9,2  von  je  1000  Krankheitsfällen  in  dieser
Gruppe  untergebracht  sind.

Summe  der  Krankheitsfälle  in  den  allgemeinen  Krankenhäusern.

Innerhalb  der  Berichtszeit  wurden  in  den  allgemeinen  Heilanstalten  des  Reiches,
wie  aus  der  Tabelle  S.  105  näher  ersichtlich  ist,  2  243  268  Kranke  ausgenommen;  mit  Zurechnung
  des  am  1.  Januar  1889  vorhandenen  Bestandes  von  60  082  Personen  befanden
  sich  also  in  den  3  Jahren  2  303  350  Erkrankte  in  Anstaltsbehandlung,  gegen
1  931.027  in  der  vorigen  Berichtsperiode.

Die  einzelnen  Bundesstaaten  und  Landestheile  sind  an  der  Krankenbewegung
der  allgemeinen  Heilanstalten  in  sehr  verschiedenem  Grade  betheiligt  gewesen.  Im
Gesammtreiche  entfielen  während  des  ganzen  Zeitraumes  auf  je  1000  Einwohnert)
45,4  neue  Krankheitsfälle,  in  Preußen  41,7,  dagegen  in:

Hamburg  .  .  .  .  l56,00  Bahen  464207
Berlin..  ..  12188  Bayeen  60,.5
Bremme  141899  Württtembera.  .  .  562,6.
Lübcck  67,.5

Am  geringsten  war  die  entsprechende  Verhältnißziffer  im  Großherzogthum  Sachsen  (24,1),
den  sächsischen  Herzog=  und  mitteldeutschen  Fürstenthümern  (dburchschnittlich  je  20.2
bezw.  1900).

Auch  hinsichtlich  des  Verhältnisses  zwischen  Krankheits=  und  Sterbefällen  zeigten
die  einzelnen  Staatsgebiete  wesentliche  Unterschiede.  Wie  schon  bei  Besprechung  der  verschiedenen
  Krankheitsgruppen  wiederholt  hervorzuheben  war,  zeichneten  sich  die  württembergischen
  und  bayerischen  Heilanstalten  durch  eine  auffallend  niedrige  Sterbeziffer  aus
(von  3,2  bezw.  4,0  %  des  Abgangs,  gegenüber  7,4  und  8,5  %  in  allen  deutschen  bezw.

1)  Nach  der  Volkszählung  vom  1.  Dezember  1890.