Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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4744  vermachte  ihm  die  Herzogin  von  Marlborough  zehntausend
  Pfund  in  ihrem  Codicill,  zum  Dank,  daß  er  das  Wohl
des  Vaterlandes  gegen  das  Ministerium  so  trefflich  vertheidige.
  (Liegt's  bei  uns  Deutschen  an  den  Landtagsherren
selbst,  daß  sie  nie  ähnliche  Vermächtnisse  bekommen?  oder
liegt's  an  unserem  Publikum?  oder  ist  nichts  da,  was  zu
vertheidigen  wäre?)  Wie  man  ihn  4745  bei  versuchter  Formirung
  eines  Koalitions-Ministeriums  dem  König  zum  Kriegssekretär
  vorschlug,  verwarf  Georg  II.  lieber  die  ganze  neue
Ministeriumsliste,  als  daß  er  in  den  gemachten  Vorschlag
willigte.  Doch  mußte  ihn  der  Koͤnig  1746  zum  Viceschatzmeister
  von  Irland  machen,  und  bald  darauf  zum  Kriegszahlmeister.
  Waͤhrend  er  diese  sehr  lukrative  Stelle  bekleidete,
gab  er  die  seltensten  Beweise  von  Uneigennuͤtzigkeit.  Dieser
Engländer  ist  noch  ein  bischen  mebr  als  ein
Mann,  sagte  der  König  von  Sardinien,  wie  ihm  sein  Gesandter
  berichtete,  daß  Pitt  den  gewöhnlichen  halben  Procent,
der  dem  Kriegszahlmeister  bei  Auszahlung  der  Subsidien  als
usuelles  Amtsaccidenz  gehörte,  weder  unter  diesem  Namen,
noch  als  Geschenk  Seiner  Sardinischen  Moajestät  annehmen
wolle.  Da  im  November  4755  ein  neues  Ministerium,  den
Empfehlungen  des  Herzogs  von  Cumberland  zufolge,  ernannt
wurde.,  verlor  Pitr,  wie  vorauszusehen  war,  seine  Stelle,
bekanntlich  hielt  sich  aber  dieses  Herzogs-Ministerium  kein
Jahr  lang;  noch  1756  wurde  Pitt  Staatssekrerär.  Allein  zu
Anfang  des  Aprils  4757  befahl  ihm  der  König  schon  wieder,
seine  Stelle  niederzulegen.  Doch  die  Agitationen,  die  damals
im  ganzen  Publikum  entstunden,  wurden  so  groß,  daß  der
König,  der  damals  bei  dem  Herzog  von  Newcastle  weinte,
daß  es  seit  Walpole  Niemand  mehr  redlich  mit  ihm  meine,
sogleich  nachgeben  mußte.  Schenken  Euer  Maiestät
mir  Dero  Zutrauen,  und  ich  will  es  gewiß  ver-