e. Art und Nährwert der verabreichten Speisen. 57
und hierbei recht verschiedene Werte für die einzelnen Wochentage gefunden.
An zwei Tagen, Montag und Freitag wird zur gewöhnlichen
Schülersuppe eine Zulage, bestehend aus etwa 60 g Wurst oder 40 g
Feuräse gegeben, und nur an diesen beiden Tagen ist die verabreichte
ahrungsmenge eine nahezu befriedigende, an den anderen Wochentagen
hingegen ist das Defizit, namentlich an Fett, aber auch an Eiweiß
mit ungefähr 50, bezw. 33% nicht unbedeutend. Erismann tritt daher
für die Zuwendung der Zulage an allen Wochentagen ein, hebt aber
hervor, daß der Prozentsatz vegetabilischen Eiweißes in den Züricher
Schülersuppen mit etwa 66% die angenommenen Normalzahlen um
40—50 % übersteigen und daher die Menge von animalischen Lebensmitteln
entsprechend erhöht werden sollte. Auch Berechnungen nach
Angaben über die Schülersuppe in Basel ließen namentlich an Eiweiß
und Fett unzureichende Mengen erkennen. Erismann bespricht auch
besondere Untersuchungen von Dr. Tonzig über Schülerspeisungen in
Padua. Hier wird eine Schülersuppe verabreicht, die einen durchschnittlichen
Nährgehalt von 15 g Eiweiß, 8 g Fett und 78g Kohlehydraten,
d. i. 456 Kalorien, aufweist. Auch bei dieser Schülersuppe ist.
der Eiweißgehalt um etwa 60 %%, der Fettgehalt um ungefähr 70%,
verglichen mit den Erismannschen Werten, zu gering. Auch Tonzig
stellt sich auf den Standpunkt, daß der Nährwert einer Suppenportion
mindestens eine Verbrennungswärme von 715 Kalorien, also etwas
weniger als nach Erismann, gleichkommen sollte.
Vergleichen wir nun nach diesen Gesichtspunkten den Nährstoffgehalt
verschiedener Schülersuppen, bezw. Mittagessen in einzelnen
deutschen Städten. Der Übersichtlichkeit wegen wurde in den nun
folgenden Tafeln die Nährstoffmenge je zweier oder dreier Städte
nach ihren Eiweiß-, Fett= und Kohlehydratmengen nebeneinandergestellt
und als Maßstab vorerst eine Säule mit den Normalwerten
vorangeführt. Um nun im Vergleiche mit den Normalwerten Anhaltspunkte
darüber zu erhalten, in welchem Umfang in Prozenten
ausgedrückt die einzelnen Mittagsrationen hiervon abweichen, sind
unter den einzelnen Säulen für Eiweiß-, Fett und Kohlehydrate die
prozentuellen Werte angegeben und am Schlusse jeder Einrichtung
in einer besonderen Säule die Durchschnittswerte für die Woche
ebenfalls in Prozenten der Normalwerte zum Ausdrucke gebracht.
Es finden sich für Brieg für die einzelnen Wochentage recht
beträchtliche aber fast gleichmäßige Unterschiede in der Weise, daß nach
einem reichlichen Mittagessen am nächsten Tage stets ein weniger
reichliches folgt. An dieser Abwechslung sind jedoch nicht alle Nährstoffe
gleich beteiligt. Während der Fettgehalt des Mittagessens durchweg
recht niedrig ist, zwischen 17 und 32 0% schwankt, finden wir für
die Eiweißwerte drei niedrigere mit 24, bezw. 26 und drei höhere
mit 75, bezw. 83 und 85 00. Nur wenig dagegen von der Norm weicht
der Kohlehydratgehalt ab, so daß wir im Durchschnitte für die Woche
85 0% finden, während die Durchschnittswerte für Fett 22 und für
Eiweiß 53 0 betragen. An allen Wochentagen, mit Ausnahme von
Dienstag, werden Erbsen, Bohnen, Linsen, Reis oder Graupen mit
Rindfleisch und Kartoffeln verabreicht. Der verhältnismäßig hohe