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genau historisch lentwickeit, nicht mißbeuten kennen; junge und
alte Schurken, die si ch mit allgemeiner V. ähnlichung gegen
thr eigents Gewissen gar zu gerne rechrferiigen möchten.
junge und alte Religionsverkäufer, wie wir sie fast in jeden
Lande genug finden, sobald der Durchlauchtige seinen
Glauben zu vertauschen für gut hielt, sollen mit Besold's
Beispielt sich nicht schüten können. So schwer er auch fiel,
er fi.l doch ehrwürdiger, alsj jene Feilen alle; ungeachtet er tiefer
fiel, als die meisten jener allen, doch mildert nicht einmal
sein Beispiel ihr Verdammungsurtheil; auch der tiesgefallenste,
weiland ehrliche Maun soll nie unter dem allgemeinen
Schurkenbaufen begraben werden.
Kein Mensch wird plbtzlich, was er wird. Besold soll's
im räthselhaftesten Falle zeigen, wie sich oft die entferntesten
Disposstionen endlich zum schauervollsten, geistigen oder leiblichen,
Tode entwickeln; wie nichts wird, wozu nicht natürliche
und selbst vergnlaßte Disposstionen fübren, wie die erste
Knospe oft so unähnlich steht der entwickelten Blüthe, und
doch dieser Blürhe erste Knospe war, sonach welch' ein wichtiges
Studium es ist, wie viel seiner eigenen Seele wegen Jedem
daran liegt, in den Knospen die Blüthe schon unterscheiden
zu können, und meuschlicher Liebe, weiser, menschlicher Duldung
halber, oft auch noch aus der erst entwickelten Blüthe
auf ehemalige Formen der Knospen zuverläßig zurückschließen
zu können.
Besold war ein feiner junger Mann, da er in den
Jahren 1595 bis 4597 zu Tübingen die Rechte studirte,
fromm und christlich redlich, schüchtern und zarter Empfindung.
Nichts feblte seinem schon von Natur guten Charakter,
als ein kleiner Zusatz von Seelenstärke, eine hoͤ-here
Geistes= Energie, die bei der Reizbarkeit seiner Empfindung
den Schmerz seiner Empfindung, wie jeder ihn