Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

Num̃m̃er  62

Rosenhelmer  Anzelger

Samstfag,  6.  Marz  18154

 

Die  hiesige  türkische  Bolschaft  erklärte,  eine
mrößere  Truppenlandung  am  Eingang  der  Dardanellen
  sei  nach  Lage  der  Sache  ausgeschlossen.
Co  wäre  eine  Truppenmacht  notwendig,  die  die
Verbündeten  gegenwärkig  gar  nicht  aufbringen
lönnten.  Ueberall  stehen  bedeutende  türlische
Streitkräfte  bereit.  Deutschland  könne  bezüglich
  des  Schicksals  der  Dardanellen  beruhigt  sein.

Nach  einer  Meldung  der  „Köln.  Ztg.“  aus
Sosia  hält  man  dort  in  Sachverständigentreisen
  eine  Forcierung  der  Dardanellen  für
wenig  wahrscheinlich,  da  die  nötigen  Landungstruppen
  in  der  erforderlichen  Zahl  schwer  herleigeschafft
  werden  können.  Die  bicsher  erzielten
Ersolge  der  Verbündeten  werden  nicht  hoch  benertet.
  Schlimmstenfalls  konnien  die  Türlen
linter  einer  unter  schweren  Verlusten  durchbrechenden
  Flotte  den  Sad  wieder  zubinden.

2

Voringal.

—.—
Die  Lage  in  Portugal.

Paris,  4.  März.  Der  „Temps“  meldet
aus  Lissabon:  Die  Stadtl  is"  ruhig,  jedoch
herricht  in  den  politischen  Kreisen  eine  leblafte

  Erregung  megen  des  Regierungserlasses,
u  odurch  die  Parlamentswahlen  verschoben  werden.
  Die  royalistische  Agitation  nimmt  taglich
zu.  In  den  Straßen  Lissabons  kommt  es  häu
sig  zu  Zusammenitößen  der  Polizei  und  des
Militärs  mit  der  Zioilbevöllerung.  Man  muß
sich  auf  ernsie  Ereignisse  gesaßt  machen.  (3.
·  r'

Amerlka  und  China.

Amerikanischer  Protest  an  Japan.

Parie,  4.  März.  Wie  die  Pariser  Aus,
gale  des  „Neunorl  Herald“  berichtet,  will  die
Regierung  der  Vereinigten  Slaaten  gegen  die
Forderungen  Japans  proteitieren.  Das  Blatt
ist  gleichzeitig  zu  der  Erllärung  ermäcktigt,  daß
auch  Frankreich  die  japanischen  Forderungen
nicht  berilligen  werde.  (d3.)

Die  japanischen  Pläne.

Berlin,  4.  März.  ZJapan  denutt  nicht  im
entserntesten  daran,  von  seinen  Forderungen  abzustehen.
  Man  vernehme,  was  russische  Berichte
sagen:  Wie  die  Pelereburger  „Rijetsch“  aus
Tolio  meldet,  hat  das  japanische  Oberhaus  einstimmig
  die  geforderten.  Nüstungstredite  der  Regierung
  bewilligt.  Der  Minister  des  Aeußern
gab  auf  Ayfrage  die  Erklärung  ab,  daß  die
Regierung  auf  Annahme  ibhrer  Vorsch  läge:  durch
China  unbedingt  bestehlen  bleibe,  und  daß  man
verhindern  müsse,  daß  an  Stelle  des  aus  China
entfernten  Deutschland  möglichermeise  andere
Mächte  Joapan  die  Tur  der  Erpanlion  zuschliesen
  könnten.  Der  Schutz  der  wirklic#en  Integrität
  Chinas  sei  der  einzige  Zweck  der  japanischen
  Vorsichtsmaßregeln.  (3.)  „Undere
Mächte“  it  rechl  erfreulich  fur  die  Verbündeten
Tapans  und  für  Amerika.  Dieses  Treiben  der
„Engländer  des  Ostens“  bewirlt  bei  den  Amerifanern
  ein  gewisses  „Unbehagen“,  man  beginnt
  in  Amerila  umzuschwenken;  auf  einen  Hetzarlilel
  gegen  Deutschland  lommen  augenblicklich
  schon  zwei  gegen  Japan  immerhin  ein
Ansang  zur  Besserung!"  Allerdings  wäre  es
Amerila  zweiselsohne  viel  lieber,  wenn  man  die
ganze  Japan-Gesc.ichte  friedlich  aus  der  Welt
sckhafsen  lönnte!

Sof-  und  Persouglnacheichten.

#Hünchen.  3J.  März.  Einer  der  bekanntesien
Garlamentarier,  Schrifteller  Georg  Rilter  und
dler  v.  Vollmar,  der  langjährige  Vertreier
  des  Wahllreises  Munchen  im  Landtag
und  im  Neichstag,  begeht  am  7.  Mäzz  seinen
(5.  Geburtstag.  Im  politischen  Leben  ist  er
feit  35  Jahren  tälig.  Er  hat  sich  auch  an  den
Geldugen  1866  und  1870.  71  beteiligt.

Nüchener  Keulntenten.

München.  4.  März.  Der  Verein  der  Kasseeund
  Speischoialinhabe  Münchens,  denen  zurzeit
auf  Grund  der  magistratischen  Einsparungsvorse
  risten  die  Herstellung  von  Kücheln,  Krapfen,
Strudeln  usw.  verboten  in,  haben  in  einer  gestern
  stattgehabten  Versammlung  eine  Eingabe
an  die  Kreisregierung  und  den  Stadtmagistrat
Kiich  tet,  damit  ihnen  die  Herstellung  einer  Einbeitsschmalzundel
  mit  mehr  als  zehn  Prozent
Mehlzusatz  gestattet  werde.  Sonst  müßten  in
nachster  Zeit  an  140  derartige  Speiselokale  in
Aunchen  geschlossen  werden.

Bwerische  Nachuchter.

Kempten,  4.  März.  Die  für  den  Vahnbetrieb
  ungünstigen  Witterungsverhällnisse  im
Allgau  dauern  an.  Der  Verkehr  auf  den  Hauptbahnen
  konnte  aufrecht  erhalten  werden,  uenn
auch  einzelne  Morgenzüge  größere  Verspätungen
erlitten.  Auf  der  Lokalbahn  Kempten-Sibratsbosen-Jony
  haben  sich  die  Verhältnisse  infolge
Austretens  ausgedehnter  Schneewehen  von  zum
Teil  über  zwei  Meter  Höhe  sehr  verschlechtert.
Die  Züge  können  auch  in  Strecke  Kempten-Kunnach
  nicht  mehr  verkehren.  In  der  Teilsrecke
  Kleinweiler-Hofen-Isny  wurde  der  Be-Lieb
  wieder  aufgenommen.

 

 

 

—#

V*
Unser  Bild  zeigt  ein  modernen  amerikanisches
Kriegeschisf  mit  den  Gefechtsmanen,  die  die

——

—

S—

 

J———
B–

—.

Zum  Notenwechsel  zwischen  BNeutschland  und  Aweriba.

—
r#

   

Schlack  lichisse  her  amerikanischen  Flolte  lennzeichncn.


 

Baveriiches  b#ericns.

Altenbeuern,  4.  März.  Am  7.  Februar
tarb  den  Heldentod  in  einem  Kampf  vor  V.
Herr  Hans  Poll  aus  Altenbenern,  Lehrer  in
München.  Von  zwei  Granats  plittern  tödlich  g#
wosfen,  verschied  er,  wie  bereits  berichtet,  nach
sechsstündigem  bitteren  Leiden;  es  war  ein  Ringen
  einer  harten  Natur  mit  dem  Tode.  Lehrer
PFoll  war  ein  hervorragender  Mensch.  Ein  edler,
eiserner  Charakter  bestimmte  sein  Handeln.  Der

Jugend  stand  er  als  echter,  hingebender  Lehrer
und  Erzieher  treu  zur  Seite,  und  seinen  Freunden
  war  er  ein  Vorbild  uahrster  Pflichterfül
lung.  Rein  und  starlen  Willend  ist  er  durchs
Leben  gegangen,  voll  Glauben  und  Vertrauen.
Seine  Ellern  ind  untröitlich  über  seinen  so
frühen  Tod.  Seine  Freunde  und  alle,  die  ihn
kannten,  werden  ihm  ein  bheritustiefes,  unerschütterliches
  Gedenken  bewahren.

Söchtenau,  4.  März.  Schon  wieder  hat  der
Krieg  aus  unserer  Pfarrei  ein  Opfer  g#fordert.
Gestern  kam  die  telegraphische  Nachrich:,  daß
der  Bauerssohn  Ludwig  Erb  von  Dingbuch  bei
Söchtenau,  Soldat  im  18.  Juf.  Rgl.,  dird-.
einen  Kopfschutz  tödlich  verwundet  und  im  La
zarett  zu  Kolmar  alsdald  gestorben  ilt  im  Aller
von  21  Jahren.  Ehre  dem  Andenken  des  jungen
tapferen  Helden.

Mühldorf,  4.  März.  Gasthofbesitzer  Gustav
  Heindl  zum  Huberbräu  ist  heute  gestorben.
Er  war  schon  lange  kranl  und  in  nur  40  Jahre
alt  geworden.  Früher  Gastuirt  in  Neuölting.
kehrte  er  vor  fünf  Jahren  wieder  hierber  zurück.
  Er  stammte  aus  einer  belannten  Musitersomilie
  und  war  selbst  mufikalisch,  während
einer  seiner  Brüder  Chordireltor  und  ein  an—
derer  Stadtmufikmeister  ist.  Der  einzige  Sohn
des  Verstorbenen  steht  seit  Ausbruch  des  Krieges
  im  Feld.

Schliersee,  4.  März.  Unter  den  Hammer
kommt  der  Gasthof  „Zur  Scerose“,  bisher  im
Besitz  der  Gasthofbesihterseheleute  Franz  und
Kathorina  Schreiber.  Im  Wege  der  Zwangsvollstrecung
  ist  Termin  zur  Aersteigerung  auf
Samstag,  den  17.  April,  nachmittags  2  Uhr,
im  Saale  des  Gasthofes  angesetzt.  Die  „See—
rose“  war  namentlich  in  Touristentreisen  bestens
bekannt.  Der  Einftuß  der  Verlängerung  der
Bahn  bis  Bayrischzell  /deint  sich  mit  geliend
gemacht  zu  haben.

Oekssammeiskelle  für  elebesgaben
(Magistrat,  Zimmer  Nr.  16.)

Wahrlich,  eine  schuere  Geduldprobe  ist  es  sür
unsere  Krieger,  monatelang  in  den  Schützengräben,
  zumal  bei  dieser  naßlalten  Witterung.
aushalten  zu  müssen.  Wir  zu  Hause  im  warmen
  Zimmer  haben  ja  nicht  die  leiseste  Ahnung.
was  der  einzelne  Soldat,  sei  es  im  Schützen—
graben,  sei  es  in  der  Front  oder  auf  der  Wacht,
durchmackt,  welche  Entbehrungen  und  Mühen
ihm  auferlegt  sind.  Dafür  ist  es  unsere  beiligste
  Pflicht,  jederzeit  dessen  eingedenk  zu  sein
und  durch  die  Tat  zu  zeigen,  wie  sehr  wir  die
mühevolle  Tätigkeit  unserer  Soldaten  anerlennen.
  Vieles  ist  ja  bisher  schon  gespendet  worden
  und  so  mancher  hat  über  seine  Kräfte  Opfer
  gebracht.  Aber  wie  viele  gibt  es  noch,  welche
bei  gutem  Willen  und  infolge  günstigerer  Vermögensverhältnisse
  recht  wohl  in  der  Lage  wiren,
  weitere  Spenden  dem  Vaterlande  zugunsten
unserer  Soldaten  zu  widmen.  Möchte  dabei
doch  jeder  bedenken,  welche  Lasten  wir  zu  ertragen
  hätten,  wenn  der  Feind  im  Lande  wäre,
oder  gar  wenn  die  Kosalen  unser  Heim,  Hab
und  Gut  vernichten  und  zerstören  würden.  Darum
  gochmals  die  Bitte,  gebt,  so  viel  jeder  geben
kann,  und  gedenket  jederzeit  unserer  tapferen

 

 

Krieger.

 

Colulnachrichten.

Rosenheim,  den  5.  Februar.
Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Simon  Peteranderl,  Stadlersohn  von  Egliee.
Gesreiter  und  Hornist  im  2.  Juf.-Rgt.;  Kaspar
Hefter,  Brauereimaschinitt  in  Teisendorf;  Dienittnechtt
  Haberlander  von  Kühberg,  Pfarrei  Teisendorf,
  Sohn  des  Schuhmachermeisters  Haberlander
  daselbft.

Auszeicknungen-  im  Felde.  Der  Reservist
  JLosef  Leitner  im  B.  Iuf.-Rgt.  wurde
zum  Unleroffizier  befördert  und  mit  dem  Eisernen
  Kreuz  ausgezeichnet.  Leitner  ist  aus  Altenbruren
  gebürtig  und  isl  der  Sohn  des  Herrn

Leilner  in  Rosenheim,  Herbstraße  1.  Er  wurde:
bei  dem  Sturmangriff,  bei  dem  er  die  Auszeichnung
  verdiente,  dreimal  leicht  verwundet.
Ferner  wurde  das  Eiserne  Kreuz  dem  Oberleutnant
  der  Landwehr  Ernst  Krämmer,  Bahnvelmw
  alter  in  Nosenheim,  verliehen.  Der  Gaßtslohn

  Anton  VBogner  aus  Großlarolinen=*
  ist  am  17.  November  nach  schwerer  Veruundung
  gestorben;  als  er  rerwundet  im  Lazarett
  lag,  wurde  ihm  das  Eiserne  Kreuz  verliehen.
  Die  Auszeichnung  Baot  ihn  nicht  mehr
erreick!,  sie  lit  jent  seinen  Angehörigen  übermittelt
  worden.

Beförderung.  Realschulredell  Zehentner
aus  Nosenheim,  welcher  als  Offizier  Stelloertreter
  im  Landsturmbataillon  Nosenheim  steh:,
ist  jegt  zum  Feldwebelleutnam  befördert  n  orden.

Gendarmerie  dien  st.  Gendarmerie-Sergeam
  )  Vosef  Braun,  Führer  des  Einzelpostens
Sackrang,  ist  vom  1.  April  ab  zum  Wachtmeister
  befördert  worden.

Erhebungen  über  die  Kartoffelvorräte.
  Der  Bundesrat  hat  am  Donnerstag
  die  Vorlage  betressend  Erhebungen  über
die  Kartoffelvorräte  angenommen.  In  dieser
Vorlage  wird  nicht  nur  die  Bestandaufnahme
bei  den  Landwirten  und  bei  den  Groß=  und
Kleinhändlern  veriangt,  sondern  auch  bei  allen
Haushaltungen,  die  sich  mit  Vorräten  über  einen
Zentner  versorgt  haben.  Nur  Bestände  unter
einem  Zentner  sollen  von  der  Aufnahme  ausgenommen
  werden.

Die  Ausfuhr  von  Saatlartoffeln
ist,  wie  das  stellvertretende  Generalkommando
des  1.  bauerischen  Armeelorps  auf  Grund  des
Arlilels  4  Ziffer  2  des  Kriegszustandsgesetzes
anordnet,  aus  dem  Bezirle  des  1.  Armcekorps
bis  auf  weiteres  verboten.  Ausnahmen  können
ron  der  Distriltsverwaltungsbehörde  des  Ortes,
  an  dem  die  Kartoffeln  lagern,  bewillig!
merden,  uenn  dadurch  die  eigene  Versorgung
der  betresfenden  Bezirles  nicht  beeinträchtigt
wird  und  wenn  die  Ausfuhr  in  einen  der  beiden
anderen  banerischen  Armeekorpsbezirke  erfolgt.

Verkehr  mit  Kriegsgefangenen.
Das  siellv.  Generaltommando  l.  A.-K.  erläßt
auf  Grund  des  Art.  1  Ziffer  2  der  K.  Z.-G.
solgende  Anordnungen:  Mit  Gesängnis  bis  zu
einem  Jahre  wird  beitraft,  wer  undefugt  1.
mit  Kriegsgefangenen  in  Verkehr  tritt;  2.  den
Verkehr  mil  oder  unter  Kriegsgejangenen  vermittelt;
  3.  Kriegegesangenen  Gegenstände  irgendwelcher
  Art,  inobesondere  Kleidungesiücke.
Schriftstücke,  Lebensmittel  zubringt  oder  besorgl;
  J.  die  Gefangenen  und  die  Arbeitsstätten
der  Kriegsgefangenen  betritt.

Vandwirtschaftliche  Arbeiten  an
Sonn=  und  Feiertagen.  Wegen  des  gegenwärtigen
  Mangels  an  Arbeitskräften  aͤuf
dem  Lande  gestattet,  wie  das  Amtsblatt  für
die  Erzdiözese  München  und  Freising  bekannt
gibt,  die  oberhirtliche  Stelle  für  die  Dauer  der

 

Kriegszeit  landwirtschaftliche  Arbeiten  an  Sonnund
  Feiertagen  nach

Von  der  Klassenlolfkerie.  Die  Ziehng
  der  dritten  Klasse  sieht  fur  den  12.  und
3.  März  bevor.  Wie  wir  hören,  hat  sich  der
uhlah  dur.  Lose  zur  zweiten  Klasse,  obmohl
eine  sehr  große  Zahl  der  Spieler  zurzeit  fern
Lon  der  Heimat  weilt,  weit  über  den  Erwartungen
  gehalten,  mit  denen  nach  dem  Kriegs
ausbruch  gerecknet  werden  mußte.  Intetessant
ist,  daß  auch  unsere  tapferen  Krieger  in  den
Schutengräben  in  zahlreichen  Fällen  die  Erneuerung
  ihrer  Lose  nicht  vergessen,  sondern
die  Einlösung  rechtzeitig  betrieben  haben.  Aber
auch  die  Nack  frage  nach  Kauflosen,  also  der
Hinzutritt  neuer  Spieler,  ist  ungefähr  in  gleicher
  Höhe  geblieben,  wie  bei  der  votangegan:
denen.  unter  iriedlicen  Jeitverhältnissen  abgeĩj
  ielten  Lotterie.  Die  Erneuerung  der  Jose
zu  der  dritien  Klasse  ha#  nunmel,t  bei  den  zufKk#andigen
  Einnehmern  Hattzufinden.  Die  Ziel#ungen
  der  vierten  Klasse  finden  am  13.  und
14.  April,  diejenigen  der  junften  (Haupt-  „Klasse

—

rom  7.  Mai  bis  :.  Juni  s#att.
Heimische  Kunit.  Wiederum  mird  uns
U  Herrn  A.  Hurnaus  eine  seyenswert:  Arbeit

vor  Augen  geführt.
„Ur  die  Kirche  in

Es  i#l  ein  großer  Lüf#e-Frioolfing.
  Er  hat  einen
Amfang  von  7  Metern  und  eine  Höhe  von
2.20  Metern.  Im  romanischen  Stil  entworsen
von  Kunstmaler  Dr.  Schmidt-Müncken,  ist  das
Werk  mit  großem  Fleiß  in  Eisen  von  Kunstschlossermeiner
  Jos.  Huber  in  Fridolfing  hergeseellt
  und  von  Verrn  A.  Hurnaus  hier  verlursertrodier
  und  vermeisingiorydiert  worden,
  und  zwar  mit  doppelter  Unterlage,  jo  daß
Rost  gänzlich  ausgeschlossen  it.  Wegen  Mangels
  an  einem  so  großen  Schausentter  oder  sonst
geeignetem  Raum  in  dieses  Prachtituck  im  Hause
des  Herrn  Hurnaus,  Frühlingsftraße  Nr.  30,
am  Samstag  und  am  Sonntag  ausgestelit.

Feldnebel  Hiedl,  nelcher  demnäche  an
das  Bezirlskommando  Mindeihe-  su  kommt,  teilt
uns  zu  der  gestrigen  Notiz  über  jem  Forigehen
mit,  daß  er  seit  etwa  Zahresfrist  nicht  mehr
Miiglied  des  Männergesangvcreins  ist.

Der  Kaninchenzuchtverein  Rosenheim
  hält  nächiten  Sonntag  nack  mittags  3
Uhr  im  Vereinslokal  Caf##  Wendl  seine  Mo
natsversammlung  ab.  Der  Hauntpunkt  der  Tagesordnung
  betrifft  die  Wahl  eines  Bezirlorornandes
  und  eines  Be)jirlskassiers,  da  die
beiden  Herren  im  Felde  üehen,  und  der  Be-„irkslaninchenzuck
  werein  für  den  Bezirksamtsiprengel
  Rosenheim  neuerdinge  Anregung  beim
Diktrik:  um  einen  Zuschuß  mad  en  möchte,  um  die
Kaninczenzucht  mehr  als  bisber  zu  beben  und
zu  iördern.  Hier  möchte  zugleick  errähnt  werden,
  daß  vom  Kaninchenzuck  tverein  Rosenheinr
Etut  schonc  Kaninchenfelle  als  Liedesgab.n
an  das  Rote  Kreuz.  Kriegssammelstelle  Ber
lin,  abge'endet  wurden,  nelche  dort  von  den
deutschen  Kaninckenzuchtern  zu  einer  Gesamtsahl
  von  fast  421010  Stuck  erganzt  wueben.
Sämtikhe  Felle  wurden  f.#  un###e  Vaterlandsrerteidiger
  verarbeilet,  als  Leibbinden,  Brustund
  Rückenschuner,  Unterwesten  ufw.  und  werden
  von  den  Kriegern  mit  aller  Anerkennung
getragen.  Die  Kleintierzuckt  (Naninchen  usw.)
iit  berufen,  eine  welĩentliche  Unteritühung  in
der  Fleischversorgung  zu  ubernehmen.  Das  ist
nur  moglich,  renn  den  Zuck  tern,  die  das  für
die  Erhaltung  ihrer  Bellände  erforderliche  Fut,
ter,  Gras,  Heu,  schmer  aufbringen  konnen,  von
Seiten  der  Stadtvermaltungen  ein:  erhebliche
AUnterstußung  zu  Teil  wird.  Als  Beifyiel  möchte
auf  Frankfur  a.  O.  bingemiesen  sein.  Dort
ist  für  die  Berbandlungen  mit  dem  Magistrat
unter  Mitwirlung  der  Landuirischaftstammer
cine  Vereinigung  sämtlicher  Vereine  der  Kleinbzier
  züchter  (Nanincen,  Geflugel.  Ziegen)  eine
Nleintieriuchterrereinigung  der  Stadt  gebründet
worden,  der  gegenüber  sich  der  Magistrat  bereit
erllart  hat,  die  Bestrebung  der  Fleischbeschafjung
  auf  irde  Weise  zu  fördern  und  zu  unter,
ilügen.  Diese  Unterituunng  soll  inslesondere
durch  Barmineel.  durd  Ueberlaßung  von  nu
haren  Acker-  und  Wieienflächen  der  Stadt  bebuse
  Geminnung  von  Futtermitteln  und  durch
Ueberlassung  der  Tierabfälle  aus  dem  Schlacht.
hause  geschehen,  welcke  besonders  im  gekochten
Zufiand  für  Huhner  und  Enten  ein  bewähree=Futter
  darnellt.  Auch  die  Haus  und  Kückenabfalle,
  die  jert  gekrennt  gesammelt  werden  muf
sen,  konnen  durch  die  Vermittlung  der  Sladt.
verwaltungen  den  Kleintierzuch:ern  zugänglich
gemacht  werden.

Gefunden.  Im  Dezember  wurde  eine
(beldborie  mit  Ausschrift=  und  Inhalt  gefunden:
abzuholen  im  magittratischen  Geschaftszimmer
Nr.  2.

 

Auns  dem  Gerichtssadle

Ein  verurteilter  Banlnotenfälscher.

München,  J.  März.  Das  Swuwurgerick
rerurteilte  heule  den  49  Jatre  alten  verhei
rateten  Photochemiker  Adolf  Brandweiner,  der
in  seiner  Mohnung  in  der  Riedlerstraße  221
salsche  50„Lire-Noten  und  2062  100  Man
Reichdanknoten  anferligte,  megen  Verbreck##
nach  à&à  137  RStGB.  unter  Zubilligung  muldernder
  Umstände  zu  4  Jahren  Gefängnis  und

hren  Ehrverlust.  Die  benutzten  Utensilien
2r  P2  die  gefälschten  Banknoten  wurden  eing#
dogen.

—