Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Nummer  43

————  —

Sonntag,  21.  Februar  1915
3

 

————————=Feinde

  den  Helm  abnehmen  und  sprechen:  Vater
unser,  vergib  uns  unser:  Schuld,  wie  auch  wir?
vergeben  unsern  Schuldigern!  Die  fünfte  Bitte
sordert,  den  „Schuldigern“  zu  vergeben,  die
schuldigen  Perionen  nicht  zu  hafsen  und  für
das  Unrecht  am  eigenen  Vaterlande  Sühne  zu
sordern,  selbst  wenn  dann  von  dem  Strasgericht
über  eine  Schuld  unschuldige  Personen  mitgetroffen
  werden.  Gott  läßt  seine  Sonne  aufgehen
  über  Gute  und  Böse,  aber  nicht  über
die  Bosheit,  Golt  läßt  regnen  über  Gerechte
und  Ungerechte,  aber  nicht  üler  das  Unrecht
(Mat.  5,  45).  Vor  dem  Gebot  der  fünften
Bitte,  den  Ausländern  zu  vergeben,  steht  das
Gebot  der  Anrede  im  Valerunser,  das  Vaterland
  und  sein  heiliges  Recht  nicht  preiszugeben.

Vater  unser,  führe  uns
Versuchung!

Der  Krieg  war  in  seinem  Ansang  eine  eigenartige
  sit  tliche  Erhebung  des  Volles,  eine  Feldschmiede
  sittlic.  er  Ernenerung.  Der  Krieg  hat
aber  auch  seine  eigenartigen  Versuchungen.  Da—
rum  dars  in  der  Krieg:  Sandach!  auck  das  sechsle
Schluhgebet  vom  Valerunser  nicht  fehlen:  Führe
uns  nicht  in  Versuchung!"  Wo  vie  Familien
väter  eingerückt  sind  und  das  Regiment  im
Hauswesen  ganz  in  den  Händen  der  Mutter
liegt,  kommt  die  heranwachsende  Jugend  leich#
in  Versuchung,  durch  trotzigen  Ungehorsam  der
Mutter  das  Leben  noch  schwerer  zu  machen,
slatt  in  dieser  Zeit  für  zwei  zu-  arbeiten  und
so  die  Mutter  zu  unterstützen.  Von  der  weibnicht

  in

lichen  Jugend  hat  sich  ein  großer  Teil  in  selbstloser
  Weise  an  den  Arbeiten  der  Krieger  und.
Kriegssürsorge  beteiligt,  und  ich  danke  den

fleißigen  Händen,  die  ihrem  Bischof  fur  die
Soldaten  im  Felde  so  viele  Wollfachen  geschidt
halen.  Neben  diesen  llugen  Zungsrauen  hat
allerdinge  gerade  die  weibliche  Ingend  zum  grohen
  Teil  den  Ernst  der  Zeit  recht  wenig  auf
ihre  Lebensführung  wirken  lassen  und  mancher
orts  durch  flatterhaftes  Wesen  sogar  die  Nerwundeten
  in  Versuchung  geführt.  Ueber  die
eheliche  Treue  hat  im  Felde  die  Strenge  des
Dienstes  und  die  Nähe  des  Todes,  in  der  Heimat
  die  Sorge  um  das  Leben  des  Gatten  und
die  Fortführung  des  Hausmesens  wie  ein
Schutzengel  gewacht.  In  einzelnen  Fällen  können
sich  aber  doch,  in  diesem  Kriege  mehr  als  früher,
auf  die  Dauer  in  der  heimatlichen  Wobhnung
wie  im  Feldquartier  Lebensverhältnisse  ent.
widkeln,  für  die  das  Wort  gilt:  Herr,  führe  uns
nicht  in  Versuchung  und  laß  uns  nicht  über
unsere  Krast  versucht  werden!  Die  am  Altar
beschworene  Treue  muß  die  prüsende  Stunde
ebenso  siegreich  bestehen,  wie  die  auf  dem  Kasernenhof
  beschworene.  Fahnentreue  die  Feuerprobe
  bestand.  Einen  Angriff  aus  das  Heiligtum
  der  Familie  abweisen,  eine  Versuchung
mit  der  Gnade  Gottes  überwinden  ist  auch
ein  Sieg.  Ja,  ohne  den  Sieg  über  die  unsichtbaren
  Feinde  des  Heils  wäre  aller  Erfolg  gegen
die  sichtbaren  Feinde  nur  ein  halber  Sieg.
„Leistet  heldenhaften  Widerstand  im  Glauben!“
(  ctr.  5,  90.  Der  böse  Feind  hat  überall
seine  Schleichpatrouillen.  „Wachet  und  betet“
(Mat.  26.  41):  Führe  uns  nicht  in  Versuchung!
Nicht  bloß  am  Anjang,  auch  am  Ende  soll  der
Krieg  eine  Feldschmiede  sittlicker  Ernenerung
sein.

Vater  unser,  erlöse  uns  von  dem
Uebel!

Bei  der  letzten  Vaterunserbitle  kommen  unsere
  Gedanken  von  selber  auf  den  Krieg,  auf
das  große  Uebel  von  heute  mit  seinem  Seerhaufen
  von  Bitterleit  und  Echreden,  mit  seinem
  Strom  von  Blut  und  Trünen.  Der  Herr
der  Heerscharen,  der  auch  im  Zürnen  seiner
Erbarmungen  gedenkt  (Hab.  Z.  2)  und  auch
im  Totenreich  Wege  des  Lebens  lund  tut
(Ps.  15,  10  f.),  hat  durch  den  Krieg  viel  Gutes
gewirkt  und  Gottes  Namen  majestätisch  Jroh
vor  unsferem  Volle  aufleuchten  lassen.  Trohz
dieser  guten  Begleiterscheinungen  bleibt  der
Völkerlrieg  ein  Massenquarlier  von  Unheil  und
Ueleel  und  ein  Notschrei:  Erlöse  uns  von  dem
letel!  Die  letzte  Bilte  im  Kriegs-Vaterunser
ist  also  ein  Gebet  um  den  Frieden.  Wenn  das
Paternoster  in  der  hl.  Messe  zwischen  Wandlung
und  Rommunion  gebetet  wird,  schließt  sich  unmittelbar
  an  die  siebente  Bitie  ein  Gebet  um
den  Frieden:  „Erlöse  uns  vom  Uebel!  Ja,
erlöse  uns,  wir  bilten  Dich,  o  Herr,  von  allen
bergangenen,  gegenwärtigen  und  zukünftigen.
Uebeln  und  gib  in  Deiner  Gnade  Frieden  in

 

——  Tagen!“  An  den  Herrn  allein  wendet

sich  der  Not  chrei  der  letzten  Vaterunserbitte
meil  eir  akleist
allen  Trostes"“  7  Kor.  1,  3),  die  erlösende
Stunde  des  Friedens  bestimmen  und  die  Wunden
  des  Krieges  heilen  !  ann.  „Der  Herr  erlöst
die  Gefangenen,  der  Herr  erleuchtet  die  Blinden,
der  Herr  richtet  die  Niedergebeugten  empor,
nimmt  sich  des  Waisenlinde  und  der  Witwe

7v.

Nach  dem  Wortlaut  des  Vaterunser  ist  en
Gott,  der  uns  das  tlägliche  Brot  gibt  und  die
Schuld  vergilt,  uns  vor  Versuchung  bewahrt
und  vom  Ulebel  erlöst.  Damit  ist  aber  die
eigene  Milarleit  des  Betenden  nicht  ausgespannt,
  sondern  eingespannt;  Gott  gibt  uns
das  tägliche
wirtschaftlitlen  Fleis  von  unserer  Seile.  (bolt
vergiLt  une  unfere  Schalo.  abec  nicht  ohne  Buhzwerl
  veon  unserer  SZeite.  Gotl  bewahrt  uns
vor  Versuchung,  aber  nicht  ohne  sittlichen  Kämpsen
  und  Aufwärtes#treben  von  unserer  Seite.
Goltt  erlöst  uno  vom  Uebel  des  Kriege?,  aber
nicht  ohne  Kriegs  arbeil  und  Kriegsopfer  von
unserer  Seite.  Das  Gelet  des  Here  ist  also
zugleich  ein  Arbeitsgebot  des  Herrn!  Bete
und  arbeite!  Belet  und  arbeitet  um  das  lägliche
  Brot  der  vierten  Bitte,  betet  und  arbeitet
schuldbefreite  Gewissen  der  fünften  Bitte,  um  die
sittliche  Abllärung  der  sechiten  und  um  den  Frieden
  der  siebenten  Bitte!  Das  Amen,  das  war
am  Schlusse  beisügen,  ist  ein  treuherziges  Gelöbnis:
  Ja,  wir  wollen  das  Naterunser  nicht
kloß  beten,  mir  wollen  es  auch  in  frohgemute
Lelencarkeit  übersetzen.

Gelielte  Dözesanen!  Mit  diesem  Hirlenbrief
über  dass  Raterunser  im  Völkerkrieg  wollte  ich
euch  auf  den  heiligen  Berg  führen,  um  dort
mit  Moses  für  umer  Voll  betend  die  Hände  zu
heben,  während  unsere  Brüder  im  Felde  mit
Josue  kämpsen  (Erod.  17,  9  13).  Die  Kriegsreit
  hat  uns  uber  das  altebrwürdige  Gebel
des  Herren  mit  seinen  sieben  Bilten  eine  neue
Chriftenlehre  gehalten.  Mit  sicben  Posaunen
wurden  von  Priestern  des  Alten  Bundes  die
Mauern  von  Jericho  zum  Fallen  gebracht
(Jos.  60,  die  sieben  Bitten  unseres  ewigen
Hohenpriesters  halen  nicht  weniger  Siegeskraft
im  heutigen  Völlertrieg.  Mit  sieben  Pyra
miden  wurde  in  den  Malkabäerlämpsen  ein
(Hrabdenlmal  errichtet  (1  Mak.  13,  231,  in
den  sieben  Bitten  des  Vaterunser“  werden  wie
der  gesallenen  Brürer  gedentlen.  Und  wie  der
Psalmist  siebenmal  im  Gewitter  „die  Stimme
es  Herrn“  vernahm  (Pf.  28),  so  haben  auch
wir  in  den  sieben  Bitten  die  Stimme  des  Herrn
aus  den  Donnern  des  Krieges  gehört  mit  dem
gleichen  Schlußrort:  „Der  Herr  verleiht  Kras:
seinem  Volte,  der  Dre.  segnet  sein  Voll  mit
Frieden“  (Pl.  28,

„Gnade  sei  Euch  und  Friede  von  Gotll  un
serem  Vater  und  dem  Herm  Jesus  Christus!“
(Röm.  1,  7).  Ohne  Unterlah  ener  eingedenl  in
meinen  Gebeten,  erteile  ich  euch  allen,  besondereucren
  im  Dienste  des  Vaterlandes  stehenden
Angehörigen,  den  oberhirtlichen  Segen  im  Namen
  des  Vaters  und  des  Sohnes  und  des  heiligen
  Geistes.  Amen.

(Gegegen  zu
1915.

Speyer  am  Sonntag  Seragesimä
f  Michael,  Bischof.

 

Vergnügungsanzeiger.

Lichtspiele  Helies.  Im  Hotel  „Deutscher
  Kaiser“  gelangt  Samstag  und  Sonntag
ein  hervorragend  altuelles  Kriegsprogramm
zur  Vorführung.  Die  allerneueste  Aufnahme
„Seegesecht  unserer  Marine“  wird  sicher  bei
jedermann  großes  Interesse  erregen,  zumal  die
Aufpahme,  erit  vor  ganz  kurzer  Zeit  gemach!
wur  „Das  treue  deutsche  Herz“,  eine  Kriegsnlsore
  aus  dem  Jahre  1807  in  zwei  Alten,  ist
aus  dem  Kriegoleben  des  Major  Schill  ent
nommen  und  ist  ein  würdiges  Gegenstück  zu
dem  großen  Filmmeisterwerk  „Theoder  Kör
ner“.  Ein  hochinteressanter  Kriegswochenbericht
im  Bild  und  mehrere  vorzügliche  Nebennummern
  sind  dem  Programm  beigegeben.

 

wetterbericht
Wetterbericht  für  Sonntag,  den  21.  Februar:

Pfalz,  Nordbayern  zeitweise  stärkere  Bewölkung,
  Strichregen,  üdbaern=  zunächst  noch
föhnig

„der  Gott  der  Erbarmung  und“

an,  der  Herr  ist  König  in  Ewigleit“  (Pf.  145,
10).

Brot,  aber  nicht  ohne  Arbeit  und- 



Der  Weltkrieg.

Die  Kriegslage.

Weltere  französiche  Angriffe  blutig  ab-#Seschlagen.
  —  Erfolge  im  Obrrelisaß.  —
Die  Roßen  bei  Lom#za  jurächgeworsen.
WIEB.  Großes  Hauptquartier,  den
20.  Februar,  vormitlags.  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschanplatz.

JIn  der  Champagne  nördlich  Perthes  und
nördlich  Meniles  grifsen  die  Franzosen
gestern  mit  sehr  starlen  Kräften  an.  Alle  Verunsere

  Linien  zu  durchbre-Les



suche  des  Gegners,

 

 

 

 

clen.  sĩcheiterten.  An  einigen  Stellen  gelang
5  l  #.,  Lusere  vordersien  Gräben  einzu
drirn  1  .  O#  veird  noch  gelämpft.  Im  übri- 



gen  wurde  der  Geguer  unter  scweren  Verlu-—
  —

 

s.ecen  „tusluü,  worjen.

Auch  nördlich  Verdun  wurde  ein  französi—
scher  Angriff  abgeschlagen.  Bei  Combres  mach
ten  die  Franzosen  nackh  heftiger  Artillerie-Vorbercitung
  erneute  Vorsftöse.  Der  Kampf  ist
noch  im  Gange.

JIn  den  Vogesen  nahmen  wir  die  vordersien
seindlichen  Graben  auf  der  Höhe  östlich  Sulzern
  in  einer  Breile  von  2  Kilommcter  sowie  den

Neld  saderkoppf  westlich  Münsler  im  Sturm.  Um

die  Höhen  nordöfsllich  Mühlback  wird  noch  gelämpft.
  Metzeral  un  ral  und  Sondernach  wurden  nach

 

Kämpfen  von  uns  N—————

Oestlicher  Kriegsschauplatz.

In  der  Gegend  nordwestlich  Grodno  und
nördlich  Suchawola  isl  keine  Aenderung  eingetreten.
  Südöstlich  Kolno  i#t  der  Feind  in
die  Vorstellungen  von  Lomza  zuruckgeworfen.

Südlich  Myszyniec,  nordömich  Praszynys#z
und  stlich  Razionz  fanden  Kampfe  von  örtlicher
  Bedeutung  statt.  S#d##  der  Weichsel
nichts  Neues.  4

Oberste  Heeresleitung.
Eine  belgische

Berlin,  20.  Febr.  Wie  di:  „Voss.  Ztg.“
aus  Brüssel  erfährt,  soll  sich  der  Wortführer
der  belgischen  Armee  über  die  Lage  der  belgichen
  Truppen  wie  folgst  geauser:  haben:  Wir
sind  heute  numerisch  zu  einem  ileinen  Fakior
der  Kriegsführung  geworden,  ober  nicht  durch

Slimme.

unsere  S#hald,  sondern  in  erster  Reilre  durch
die  Schuld  unserer  Verbunde:en.  Auail  die

nöligen  Tuppen  zu  unserer  Verleidigung  nach
Beigien  zu  senden,  hat  man  un  mit  schönen
Zusagen  abgespeist.  Die  versprochenen  Armeen
aber  blieben  aus.  Mit  Heldenmm  nahmen  wir
fast  allein  den  Kampf  gegen  den  mächligen
Feind  auf  und  ließen  unjere  Vevölkerung  und
unsere  Soldaten  fur  Frankreick  und  England
bluten.  Wir  wurden  dadurch  zu  einem  kleinen
Heer,  das  jetzt  nur  noch  die  Slärte  von  einem
  Armeekorps  besitzt.  Dennoch  dürfen  wir
licht  das  Recht  aufgeben,  selon  über  unfere
Truppen  zu  wersügen,  und  dürien  weder  Franlreich
  noch  England  gestatlen,  und  einfach  zu
besehlen.  Wir  lassen  uns  auck  uccht  hinttellen.
wo  wir  der  größten  Vernichlung  Ausgessent.  sind,
damit  namentlickh  unier  englische  r  Verbündeter
geschont  und  geschuß  wird  und  Gelegenheir  erhält,
  sich  auf  umere  Kosien  und  unser  Blut
Dedung  zu  verschaffen.  Gewiß,  kinmal  oder  einigemale
  lkann  es  vorlommen,  daß  wir  zuerst
ins  Feuer  kommen,  aber  zur  Regel  darf  es
nicht  werden.  Und  dies  murde  es.  13.)
Neue  amerikanische  Waffenlieferungen.


London,  19.  Febr.  Nach  einer  Kabelmeldung
  der  „Finanzial  Newe“  aus  Neuyork
erhielten  die  Puloerfabriken  in  Dupont  von
den  Verbündeten  Aufträge  fur  50  Millionen
Dollars  aus  Pelersburg.  3.)

London,  20.  J  Der

Febr.  Daily  Telegraxh“
  meldet,  aus  Washington,

daß  Präsi- 



us  bor  Iu#  ccht,  mit  der  Abler.  Marte.

d

«  eniich  en  a  Gschin.  Fersi
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Telephon  72

dent  Wilson  eiue  Deputalion  von  deutsch-amerilanischen
  Frauen  empfangen  habe,  die  ihn
ersuchten,  die  Ausfuhr  von  Wassen  und  Munition
  fur  die  Entenlemächte  zu  verbieten.  Der
Prasident  antworlete,  daß  dies  eine  nicht  neu
trale  Tat  wäre.  Er  würde  deshalb  zu  einer
derartigen  Tat  nicht  seine  Hand  bieten.  Er
fönne  ein  solhes  Verbot  auck  nicht  in  den  Kon

greßz  einkringen.  Ferner  gab  Wilĩon  zu  ver—
itehen,  daß  er  die  vielsachen  Versuche,  die  im
Kongreß  gemacht  würden,  um  ein  derartiges
Vertot  zu  erreichen,  ungern  sehe.  Falls  ein
derartiges  Verlot  angenommen  wurde,  so  wurde
er,  der  Prasident,  dieses  mit  seinem  VBero  belegen.
  13.)

Der  russische

Ha  20.  Fehr.  „DTailn  News“  schreill:
Die  Mtbrrfolge  der  ruffischen  Wassen  scheinen,
ciuchl  von  einein  nicht  vieder  gut  zu  macken
den  Ungluc#ail  eigentlich  keine  Nede  sein  lonne,
doch  vom  groerem  Umfsange  zu  sein,  mie  an
janglich  vor  ucge  esehe.n  wurde.  In  Petersburg
herrich:  über  die  Lage  große  Unsicherheit.

Bascl,  Z.  Febr.  Die  Pariser  Vlätter  56
gern  meiler,  dem  Pullilum  die  ganze  Lage
üler  den  Sieg  der  Derünchen  in  S#n  int
geiiehen,  roch  gelen  sie  immerlin  die  L61
zung  von  Lyäund  Plocl  zu  und  ebenso  das
Ourückgehen  der  Rusien  uber  den  Niemen.

Amnerdam.  2%.  **!in  leder  die  run
sische  Niederlage  in  Lüxreußen  gehen  jetzt  ali
mahlich  Englano  die  Augen  auf  Tie  „Daily
Neus“  schreit:  Die  Nachrichten  vom  dillichen
Kriege  schaun#atz  sind  sck.  led.  und  er  wma#c  fallich,
zu  sagen,  daß  e#  anderd  in.  Oindenburgs  neue
Offen'ive  bal  mit  einem  Erso!  g  eingesekt.  Es
lann  tein  —*es  sem.  daz  die  Russen  in  der
Gegend  der  merurilchen  Scen  eine  schwere  Nie
derlage  erlitten  haben.  Gestern  lat  Perers
lurg  die  Niederlage  zugegeben.  (J.“  Zum
erstenmoim  wird  die  Mlederlage  in  einer  enn
lischen  Zeilung  so  osfen  zugegeben.  Im  übri
gen  tröstet  sich  das  Blatt  damil,  dan  Warschan
von  den  Deulichen  nod  immer  nicht  genom
men  is:.

Aus  Kümpfsen  inen.

Amsterdam,  2½.  Februar.  t  Peters
burger  Korresxondemt  dee  „Daily  Kele  1
drahtet  eine  Beschreitung  der  Scklach:  von
Wola--Szydlon  iecka:  Deulsche  Batterien  feuer  m
ten  ununterbrochen  und  beisck  ossen,  immer  meh
rere  zusammen.  eine  russische  Batleric.  50  den
enormen  deutichen  Proietile  wurden  in  ʒwei
Stunden  geworsen.  Was  in  den  Söfgraben
geschah,  kann  man  siä.  vorftellen,  ader  w#a#
die  russischen  Vatterien  lirten,  nicht.  Beseh.  *
mußten,  von  Mann  zu  Mann  in  die  Ohren#
ichreiend,  t##  en  nerden.  Der  Nauch  wa
so  dick,  r*?m?  das  Auibligen  der  eigenen  Ma  3#
nonen  wie  ein  Funken  aussah.  In  einer  Fa#  ril
hatlen  die  Denischen  r**  Einengewehrre  auf  d:
Dächern  ausgestellt.  Die  Fabril  sah  wie  eine
Fekung  aus.  Das  Reu  der  Maschinengewehre
unter  der  erssn  Infanlerie  eine

Verh’erurg  an.

Mißer  folg.

 

den  im

De

rede
#urc  lrar#  (U.)

*  Papfstes.

Papit  den
«.  i«el-o«iii,i-oriI.ii«lieuioilleten
i  -i«igcn  Korteirondenten  des  Pariser  Croir

Paris  und  London  mit  der  Misiion,  den
nuarn  Ai  und  einer  Teil  des  englischen
Epiĩlopates  zu  bitten,  den  Klerus  anzuwei'en,
daß  in  den  Kirchen  Lei  den  Gottesdieniten  eine

Cine  M

1,  2071.

5111

json  de

Febr.  Der  schickte

christlic#eSprache  gefuhr!.  und  ltor  allom  die
Kirchen  niält  zur  Verhebung  gegen  andere  Nationen

  mißtl  rauckt  werden  Wen  leine  Aende
rung  in  deim  e  stetzenden  llebelnde  eintreir,
so  warde  sich  der  Par#n  gendtigt  sehen.  so  jehr
er  Frankreich  als  ältlele  Tockier  der  Kirche
liele,  öffentlich  Stellung  zu  nebmen.  Der  Papit
wies  den  mit  der  Mission  berrauzen  Monsig
nore  auch  an,  auf  das  musterhafte  Verkalten
der  deutschen  Vischöfe  und  Geistlichen  hinzu
Weilen.  (ôZ.)
Die  Beschießung  Belgradr.

Ammerdam.  20.  Februar.  Die  Londoner
„Daily  Mail“  schreibt  aus  Belgrad.  daß  bei
der  Beschießung  der  Stadt  am  Mitiwoch  viele
Einwolner  gelolet  wurden.  Die  Serben  hät
ten  mit  der  Beschießung  Semlins  geantwortet.
3.)  Aus  dem  Bericht  des  österr.  ung.  Generalstabs
  gebet  hervor,  daß  umgelehrt  die  Beschießung
  Belgrads  die  Antwort  auf  die  Beschießung
  Semlins  war.

—

 

Rorsahbeim  Telephon  7)