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Zeit gekommen ist. Als Friedrich \Vilhelm I., neben
Peter I. das größte Organisationsgenie universeller
Veranlagung der letzten zweihundert Jahre, das
preußische Heer und Beamtentum schuf, erzog er sie
nach demokratischen Grundsätzen im guten Sinne
des Wortes, von denen beide heute noch zehren.
Fast die Hälfte der Offiziere war bürgerlicher Herkunft,
und beim Beamtentum war der bürgerliche
Bestand noch größer, und das wollte damals etwas
heißen. Das Verdienst war ıhm in jedem Gewande
willkommen. \Was war Friedrich II. ohne diese Armee!
Von ihrer eisernen Pflichterfüllung, von ihrer
nie versagenden Disziplin, von ihrem Ehrgefühl
konnte er verlangen was er wollte; er ging nie mit
leeren Händen heim. In seinem späteren Alter geriet
Friedrich bekanntlich auf Abwege. Die höfisch
glatteren Formen der adlıgen Offiziere und ihre
bessere weltmännische Erziehung veranlaßten ihn zu
emer rücksichtslosen Bevorzugung des Adels. Seinen
Beinamen ‚der Große“ hat er sich aus dieser Tat
nicht geholt. Sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II.,
fuhr fort in diesem Geiste und gesellte zu dem Feudalısmus
noch Ruhmsucht, Zuchtlosigkeit, Verschwendung,
Frömmelei und anderen Spuk. Genau 20 Jahre
nach dem Tode Friedrichs, 1806, wurde diese Armee
samt dem Staate leicht und vollständig in Stücke zerschmettert.
Die Weltgeschichte kennt wenige
Beispiele eines solch jämmerlichen Zerfalls. Am
meisten wunderte sich Napoleon. Dabei hatte
die Armee unter der 10jährigen Verwüstungsarbeit
des persönlich mutigen dicken Königs
ın zwei Feldzügen gut gefochten, allerdings
nur gegen mittelmäßig ausgebildete und geführte
Heere. Er wärc auch allein nicht imstande