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folge der Feierlichkeiten von dem Kurfürsten selbst unter Beihülfe einiger Räthe,
namentlich aber des Ceremonienmeisters von Besser angeordnet wurde. Letzterer
hat eine ausführliche Beschreibung derselben hinterlassen. Am 15. Januar wurde
die Erhebung des bisherigen souveränen Herzogthums Preußen zu einem Königreiche
feierlich durch Herolde verkündet, am 17. stiftete Friedrich, wahrscheinlich
im Gegensatz zu dem polnischen weißen, den preußischen schwarzen Adlerorden,
zu dessen Kanzler der Graf von Wartenberg ernannt wurde, welchen Friedrich
sofort den anwesenden königlichen und andern Prinzen, so wie einigen Generalen
und hohen Staatsbeamten ertheilte. Die Krönung selbst folgte am 18. Januar.
Alle dazu nöthigen Insignien waren reich mit Edelsteinen besetzt, ebenso wie die
Kleidung des Königs. Friedrich I., denn diese Bezeichnung nahm er natürlich
jetzt an, trug ein Scharlachkleid mit Diamantknöpfen“, deren jeder 3000 Dukaten
kostete; der purpurfarbene über und über mit goldnen Kronen und Adlern besäete
Sammetmantel wurde von einer Diamantagraffe zum Werthe von 100,000
Thalern zusammengehalten; auch die Bügel der Krone bestanden aus zusammengereihten
sehr kostbaren Diamanten. Nicht minder prachtvoll erschien die Königin;
auch ihr Schmuck belief sich an Werth auf drei Millionen Thaler.
In dem Audienzsaal setzte der König mit eigner Hand die Krone sich,
dann der Königin die ihrige auf, und nahm hier von den versammelten Hofund
Staatsbeamten, den Ständen und Corporationen die erfurchtsvoll geleistete
Begrüßung an. Hierauf begaben sich König und Königin mit allen Krönungs-Infignien
unter einem prächtigen Baldachin, den vierundzwanzig Edelleute trugen,
nach der Schloßkirche, wo die beiden Hofprediger lutherischer und reformirter
Confession beide Majestäten nach üblicher Weise salbten. Die beiden Hofprediger
wurden zu Bischöfen ernannt. Anderthalb Monate verweilte Friedrich I.
noch in Königsberg, dann begab er sich nach der Mark, zog aber erst am
6. Mai in Berlin ein, auch hier, wie natürlich, unter prachtvollen Feierlichkeiten.
Unverzüglich nach der Feier war die offizielle Anzeige von der Krönung
an alle Höfe ergangen, obgleich man die meisten schon vorher davon in Kenntniß
gesetzt hatte. Der erste Glückwunsch kam vom König August von Polen,
was allerdings seltsam erscheinen kann, da sich hier und dort in der Republik
die bittersten Anklagen gegen den Krönungsakt erhoben, und sogar auf dem
nächsten Reichstage mehrere der höchsten Kronbeamten einen förmlichen Protest
einlegten. Der Kaiser, so wie die Könige von England und Dänemark hatten
sich schon im Voraus erklärt und zögerten deshalb mit ihrem Glückwunsche nicht;
ihnen folgten der Czar Peter, die Generalstaaten, die Schweizercantone, Savoyen,
Kurpfalz, Hannover, 1703 Kur-Mainz und Trier, 1704 Portugal, 1710
die Republik Venedig. Ernstlichen Widerspruch erhob der junge König von Schweden,
Karl XII., hauptsächlich wohl, weil Preußen mit Polen und Dänemark in
freundlicher Verbindung stand. Er ließ darüber in Regensburg bemerken: „man
könne dem Kaiser nicht zugestehen, Könige von der Faust weg zu machen, sobald
er wolle. Gehe das durch, so werde er seinerseits dereinst auch seinen Schwager