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Deutschland 24. Jan. 1874; Luxemburg 10. Febr. 1876; Grossbritannien
31. März 1874 und 26. Nov. 1880; Spanien 31. Aug.
1883; Salvador 30. Oct. 1883; Monaco 23. Dec. 1885; Serbien
28. Nov. 1887; Argentinien 22. Nov. 1887. — Neuestens haben
Unterhandlungen stattgefunden behufs Abschlusses von Auslieferungsverträgen
mit Rumänien, Equador, Uruguay, Chile, Brasilien,
Schweden, Norwegen. Mit Equador kam ein provisorisches Uebereinkommen
zu Stande vom 2. Juni 1888. Mit dem Congostaat
und Transvaal sind vorläufige Bestimmungen im Niederlassungsund
Handelsvertrag vereinbart. Brasilien und Schweden und
Norwegen geben Erklärungen ab, dass auch ohne Auslieferungsvertrag
Begehren entsprochen werde. Revision der Auslieferungsverträge
ist in Aussicht genommen gegenüber den Vereinigten
Staaten von Nordamerika und den Niederlanden. Abgeschlossen,
aber nicht ratifizirt ist der Vertrag mit Oesterreich-Ungarn.
2) Diese zahlreichen Verträge sind trotz einer gewissen Gleichartigkeit,
welche die späteren verbindet, doch in wesentlichen
Punkten sehr verschieden und mehr oder weniger lückenhaft.”)
Die Delikte, welche Auslieferung begründen, sind nach den
einen Verträgen nur schwere, nach den anderen auch leichte,
wobei die Bezeichnung als „Vergehen“ durchaus nicht bloss die
leichteren umfasst. Einige machen die Strafart oder den Betrag
des Schadens in willkürlichen Maassbestimmungen entscheidend ;
Andere nehmen darauf keine Rücksicht und lassen die Auslieferung
beim geringsten Diebstahl zu, wo der Werth im grellsten
Missverhältniss zu der Kraftanwendung steht, so dass der Bundesrath
sich veranlasst sah, Auslieferung zu verweigern. Portugal
knüpft die Auslieferung an die Bedingung des Nichtvollzuges der
Todesstrafe.
Grundsatz ist die Nichtauslieferung von Landesangehörigen.
Eine Ausnahme macht die Schweiz selbst gegenüber Nordamerika ;
England hinwieder liefert seine Angehörigen aus, während die
Schweiz den Schweizer nicht ausliefert, sondern selbst bestraft. —
Einige Verträge enthalten die Bestimmung, dass der requirirte Staat
?) Vgl. BLumer-MoreLı, Handbuch des schweiz. Bundesstaatsrechts II.
II. 1887, S. 549 ff. PFENNINGER, das Strafrecht der Schweiz 1890, S. 500.