142 Das Deutsche Reich und seine einzelnen Glieder. (November 14.)
582 Offiziere
120 Sanitätsoffiziere
161 obere Beamte
18.712 Mannschaften
27 untere Beamte
5.579 Pferde.
Ersatz für Abgänge beim Expeditionskorps hinauszusenden, ist nur
vorgesehen, wenn die Verhältnisse dies durchaus erfordern.
14. November. Reichstagswahl in Bomst-Meseritz (Posen).
Bei der Hauptwahl erhält v. Gersdorff (kons.) 6.180, Bruhn (Antif.)
3.667, Chrzanowski (Pole) 7.146, v. Krzefinski (deutsch-kath.) 551, Mix (Soz.)
40 Stimmen. In der Stichwahl (29. November) wird v. Gersdorff mit
9.300 Stimmen gegen v. Chrzanowski mit 8.600 Stimmen gewählt.
In der Wahlagitation finden lebhafte Erörterungen darüber statt,
daß eine antisemitische Kandidatur der konservativen gegenübergestellt und
so die deutsche Kandidatur gefährdet werde. In der Stichwahl stimmt ein
Teil der Antisemiten auf Weisung der Berliner „Staatsbürger-Zeitung“
für den Polen. — Ferner wird die Kandidatur Krzesinskis von Polen und
deutschen Katholiken, namentlich von der „Kölnischen Volkszeitung“ heftig
angegriffen, weil sie zur Zersplitterung der katholischen Stimmen beitrage.
Auch der Erzbischof v. Stablewski erklärt sich gegen Krzefinski, was in
deutschen Blättern als Wahlbeeinflussung scharf gerügt wird.
14. November. Der Kaiser eröffnet den Reichstag mit folgender
Thronrede:
Geehrte Herren! Nachdem Ich Sie zu erneutem Wirken im Dienste
des Gemeinwohls berufen habe, entbiete Ich Ihnen namens der verbündeten
Regierungen Gruß und Willkommen! Die Ereignisse im fernen Osten haben
unter allen gesitteten Völkern der Erde tiefe Erregung hervorgerufen. Fanatischer
Haß und finsterer Aberglaube, angestachelt von gewissenlosen Ratgebern
des Pekinger Hofes, hatten mißleitete Massen des chinesischen Volkes
zu Greueltaten getrieben gegen die friedlich unter ihnen weilenden Vorposten
abendländischer Zivilisation und christlicher Kultur. Bei dem mutig
unternommenen Versuche, die aufziehende Gefahr zu beschwören, starb Mein
Gesandter von meuchlerischer Hand. Die Fremden in der Hauptstadt sahen
sich an Leib und Leben bedroht. Aber die Schreckensbotschaft einte, was
sonst getrennt. Alle Nationen, gegen die sich der unerhörte Angriff richtete,
schlossen sich eng zusammen, und einmütig kämpften Schulter an Schulter
ihre Söhne. Und wie die Feldzeichen draußen gemeinsam wehen, so zeigen
sich die Regierungen in ihren Beratungen von dem einstimmigen Wunsche
beseelt, möglichst bald wieder geordnete Zustände herbeizuführen und nach
Bestrafung der Hauptschuldigen der Wiederkehr solcher Störung des Weltfriedens
für die Zukunft vorzubeugen. Gern hätte Ich auf die Kunde von
dem Ausbruche der Wirren in China alsbald die Volksvertretung um Mich
versammelt. Wie das deutsche Volk mit seinen Fürsten die Ausfahrt der
freiwillig zu den Fahnen geeilten wehrhaften Jugend und ihrer Führer
mit Kundgebungen freudigen Stolzes und mutiger Zuversicht begleitete,
einer Zuversicht, die seither durch das Verhalten unserer Krieger vor dem
Vaterlande wie vor dem Auslande voll gerechtfertigt ist, so würde gewiß
auch die Volksvertretung mit patriotischer Entschlossenheit für die zu ergreifenden
Maßregeln eingetreten sein und hiedurch deren Wucht gesteigert
haben. Aber während nur das eine sicher war, daß ohne Zögern gehandelt
werden mußte, war die Grundlage für die zu fassenden Beschlüsse, zumal