Full text : Der Weltkrieg. II. Band. (2)

Anwachsen  der  Kriegsausgaben

 

aber  die  durch  diese  Anleihe  zu  deckende  
Halbjahresausgabe  stellte  sich  auf  wesentlich  mehr  als  20  Milliarden
Mark.  Der  Erlös  dieser  Anleihe  lieB  einen  Betrag
von  24  Milliarden  kurzfristiger  Schatzanweisungen  
ungedeckt,  während  zwei  Jahre  zuvor  die  vierte  Kriegsanleihe
die  damals  begebenen  Schatzanweisungen  noch  restlos
abgedeckt  hatte.  Jetzt  hat  sich,  nach  den  Mitteilungen
der  Reichsfinanzminister  Schiffer  und  Dernburg  in  der
Nationalversammlung,  der  Betrag  der  ausgegebenen  
Reichsschatzanweisungen  und  Reichswechsel  auf  den  
ungeheuren  Betrag  von  weit  mehr  als  60  Milliarden  Mark
erhöht!

Vom  Herbst  1916  an  ist  also  die  Deckung  unserer
Kriegsausgaben  auf  die  schiefe  Ebene  geraten  und  mit
wachsender  Beschleunigung  abwärts  gerollt.

Kriegssteuern

Diese  im  Herbst  1916  einsetzende  bedenkliche  
Entwicklung  unserer  Kriegsfinanzwirtschaft  legt  die  Frage  doppelt
nahe,  ob  nicht  früher  und  in  stärkerem  Maße,  als  es
geschehen  ist,  neue  Steuern  zur  Deckung  der  
Kriegsausgaben  hätten  herangezogen  werden  sollen.

Heute,  wo  wir  alle  vom  Rathaus  kommen,  wird  diese
Frage  im  Brustton  der  Überzeugung  bejaht  von  Leuten,
die  im  Rathause  selbst  noch  ganz  anderer  Meinung

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