306 Der Refrain.
Was von diesem gilt auch von dem folgenden.
Mensch, es ist der Schöpfung Pracht
Nicht für dich allein gemacht.
Einen Teil hat sich zur Lust
Die Natur hervorgebracht.
Darum singt die Nachtigall
Wo du schlummerst in der Nacht,
Und die schönste Blume blüht
Eh' des Tages Aug' erwacht.
Und der schönste Schmetterling
Fliegt wo niemand sein hat acht.
Perle ruht im Meeresschoß
Und der Edelstein im Schacht.
Kind, da reichlich Aug' und Ohr
Dir mit Füllen ist bedacht,
Gönn' der Mutter etwas auch,
Das sie zum Geschmeid' sich macht.
In dem folgenden wiederholt sich der entsprechende Reim
auch im Anfange des Verses. Auch dieser muß etwas durch
den Ton bezeichnet werden.
Klage nicht daß du in Fesseln sei'st geschlagen,
Klage nicht daß du der Erde Joch mußt tragen.
Klage nicht: die weite Welt sei ein Gefängnis,
Zum Gefängnis machen sie nur deine Klagen.
Frage nicht wie sich dies Rätsel wird entfalten.
Schön entfalten wird sich's ohne deine Fragen.
Sage nicht: die Liebe habe dich verlassen,
Wen hat Liebe je verlassen? Kannst du's sagen?
Zage nicht, wenn dich der grimme Tod will schrecken,
Er erliegt dem, der ihn antritt ohne Zagen.
Jage nicht das flücht'ge Reh des Weltgenusses,
Denn es wird ein Leu und wird den Jäger jagen.
Schlage nicht dich selbst in Fesseln, Herz, so wirst du
Klagen nicht daß du in Fesseln sei'st geschlagen.
Einzelne Ghaselen verbinden die Wiederkehr desselben Reimes
mit dem Refrain. Hier ist besonders der Reim mit dem Ton
zu bezeichnen, da der Refrain von selbst in das Ohr fällt.
Der Trommel folgt' ich manchen Tag und an den Höfen lebt ich auch,
Erfahren hab' ch dies und das und dies und das erstrebt ich auch;
Es zog der ungestillte Geist mich wandernd oft im Land umher,
Und wieder stille saß ich dann und an den Büchern klebt' ich auch.