Contents : Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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auch  ans  Ortliche  rührend:  doch  erfand  man  einen
leichtern  aulgang  auf  die  höhe  Goethe  Wahlverw.
1,6;  samen  zum  aufgang  bringen;  häufig  namentlich
von  Gestirnen,  der  aufgang  der  sonne,  des  mondes,  des
plancten  Mars;  davon  die  Ostgegend:  gieng  ein  ander
grosz  seuer  und  ungewiter  im  aufgung  der  sun  in  Asien
auf  Aventin  1,  523;  hercham  (biesseit)  des  Reins
gegen  auflgang  541;  von  aufgang  der  sonnen  bis  zu
jrem  nidergung  sei  gelobet  der  vame  des  herru  Pf.
113,  3;  eine  eherne  wage,  die  hiclt  er  zwischen  aufgang
  und  niedergang  Schiller  Räub.  5,  1;  in  älterer
Spr.  Bezeichnung  des  Morgenlandes:  mitsambt  dem
ganzen  autgang  der  sunnen  Aventin  1,  661;  zeitlich
gewendet:  von  dem  nufgung  der  morgenröte,  bis  die
sterne  erfür  kamen  Neh.  4,  21;  mit  der  sonnen  aufzang
die  kandel  aufheben  Garg.  77;  aufgung  für  Offnung,
Eröffnung,  der  thure,  der  jag#;  für  Answand,  Kosten:
der  nufgung  ist  zu  grosz  Stieler.

Aufgeben,  empor  geben,  zum  Teil  in  Abblassung
des  Begriffs  zu  bloßem  hingeben,  das  essen  (zur  Mahlzeit),
  einen  brief  (auf  die  Post);  unsinnlich  eine  arbeit,
aufgabe;  der  lchrer  gibt  den  kindern  einen  aufsatz
auf;  ich  wil  euch  ein  retzel  aufgeben  Nicht.  14,  12;
er  gibt  sieh  auf,  die  gesehichte  seiner  zeit..  vorzutragen
  Goethe  16,  234;  von  einem  klugen  Menschen

aufgeben  —  ausgehen.

die  Redensart  der  kann  cuch  zu  raten  aufgeben;  in,

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samen  geben  auf;  meine  saat  ging  auf  Hiob  29,  19;
der  same  gehet  auf  und  wechset  Marc.  4,  27;  teig,
brot,  kuchen;  leszt  den  teig  durehseuren  und  aufgehen
Hos.  7,  4;  der  kuchen  ist  sehr  gut  aufgegangen  Isfland
  Jäg.  4,  1;  dampf,  rauch,  nebel,  feuer,  flamme,
staub,  dunst  (vgl.  auch  aufsteigen);  da  gieng  aueh  eine
flamme  auf  2.  Macc.  1,  32;  ein  nebel  gieng  auf  von
der  erden  1.  Mos.  2,  6;  sonne,  mond,  sternc,  morgenröte,
  tag:  d0  der  tae  uf  gie  Iwein  1820;  es  wird  ein
stern  aus  Jaeub  aufgehen  4.Mos.24,  17;  de  die  morgenröte
  aulgieng  Jos.  6,  15;  dic  sonne  gehet  auf  und  gehet
unter  Pred.  Sal.  1,  5;  auf  gieng  der  mond  H  Sachs
Fastn.  Sp.  1,  22;  wie  am  morgen  erst  ein  rosiger
schimmer  leis  am  bimmel  aufgeht  Geibel  2,  197;
bildlich:  huldigang  .  die  er  der  aufgehenden  sonne
vor  der  sinkenden  zollte  Schiller  7,  326;  von  Gedanken,
  Gefühlen,  Erkenntnis  u.  a.:  demals  gieng  in
meiner  seele  der  erste  morgen  auf  Kab.  1,  3;  schön  ist
mir  die  boflnung  aufgegangen  Picc.  2,  3;  ihm  war  auch
eine  neue  welt  aufgegangen  Goethe  W.  Meister  1,  9;
dann  gcht  die  seelenkraft  dir  auf  Faust  1;  bildlich:  nun
geht  mir  erst  ein  licht  auf  Isfland  Jäg.  2,  8;  es
geht  ihr  auf,  dasz  sie  nur  muth  fassen  ..  musse
Goethe  Wanderj.  2,  7.  Von  empor  sich  ziehendem
Wege,  Land:  der  weg,  berg  geht  steil  auf.  2)  empor
gehen,  mit  dem  Begriffe  des  Offnens:  der  vorhang  geht

aufgeklärt  —  ausglühen.

freier  Stellung  er  kann  mir  darin  aufzuraten  geben#auf;  die  augen  gehen  auf,  auch  bildlich,  erkennend:  nun
Tieck  Oetav.  158.  In  der  alten  Rechtsspr.  war  üfl  gingen  ihnen  plötzlich  die  augen  auf  Wieland  Graz.  1;

geben  —  übergeben  an  einen  Höheren,  Gewalthaber,

Oberherrn:  dar  umme  gap  her  sime  sune  üf  daz  kunicriche

  Myst.  1,  199;  dirre  gap  dem  bobeste  uf  den
gewalt,  hischove  28  conkrmiereu  D.  Städtechr.  8,  435;
von  eincr  belagerten  Stadt:  die  stad  dem  LIoloferni
auliugeben  Ind.  7,  17;  davon  verblaßt,  einem  überlassen,
verleihen:  (der  Papst)  gab  inen  (Bürgern)  oueb  etelieh
friheit  von  nuwem  us  D.  Städtechr.  8,  50;  und  von  sich
geben,  sahren  lassen,  unterlassen:  diu  (Vögelein)  habent
ir  trüren  uf  gegehen  Neidhart  28,  4;  was  auch  in
neuerer  Spr.  geblieben:  da  sie  ölkuchen  fressen  lehruten,
aber  wegun  unschmucksamkeit  es  bald  aufgaben  Garg.
77;  reeht,  anspruch  (Schiller  Kab.  3,  4)  aulgeben:;
ieh  gebe  es  auf,  ihn  zu  belehren;  gern  und  alt  geist.
leben  aufgeben  (gedacht  als  Hingabe  an  den  Oberherrn
desselben,  Gott):  den  geist  uli  pgebin  Dief.;  flel  er
nider,  und  gab  den  geist  auf  Ap.  Gesch.  5,  5;  prinz
Ludwig,  der  must  nufgeben  seinen  geist  und  junges
leben  Volksl.;  ich  möchte  so  gern  im  frieden  den  geist
aufgeben  Schiller  Näub.  2,  2;  cinen  aufgeben,  als
verloren  betrachten:  ich  lag  im  schiff  mit  stricken  festgebunden,
  wehrlos,  ein  aulgegebner  mann  Tell  4,  1;
du  bist  in  gefahr,  von  dem  hofe  aufgegeben  zu  werden
Freytag  Wald.  1.  —  aufgebieten,  in  der  Bibel  wie
aufbieten  2:  lies  den  Jüden  auch  aufgebieten  1.  Macc.
9,  63.  —  ausgeblasen,  f.  aulblasen  1.  —  Aufgeblasenheit,
  f.  dünkelhastes  Betragen,  leerer  Hochmut.  —  Aufgebot,
  n.  Handlung  des  Aufbietens:  a.  verlorener  gegenstände;
  verlobter;  die  verlobung  gieng  vor  sich,  das
aufgebot  geschah  Schiller  3,  568;  aulgebot  der  kriegstuchtigen
  mannsebaft,  der  landwehr;  Bezeichnung  der
Aufgebotenen:  von  der  landwehr  wurde  dus  erste  und
zweite  aufgebot  eingezogen.  aufgebracht,  j.  aufbringen
  2.  —  aufgedunsen,  Part.  des  untergegangenen
aufdinsen  anfschwellen  (für  diese  alte  Form  ein  mißgebilbctes:
  seifenblasc,  die  sich  vor  unserm  hirne  aufdunset
  Fr  Müller  Genov.  2,  4):  (Bett)  mit  leichten
aufgedunsnen  pfühlen  und  kussen  aufgeschmückt  Wieland
  Wasserk.  292;  aufgedunsene  perioden  golb.  Sp.
1,  8;  breitschultriger  gesell  mit  einem  aufgedunsenen
branntweingesicht  Freytag  Soll  2,9.

Anfgehen,  1)  empor  gehen;  gewöhnlich  in  lebendigem
Ausdruck  von  Gegenständen  (während  von  Personen  bestimmtercs
  heraul,  hinauf  gesagt  wird),  pllanzen,  blumen,

bloßer  Begriff  des  Offenwerdens:  thuren,  fenster,  kosten,
schlösser  gehen  anf;  endlich  hört  ich  die  thur  wieder
aufgehen  Schiller  Räub.  4,  5;  die  flechte,  der  kuoten,
die  naht,  das  band  ist  aufgegungen;  das  geschwur,  die
wunde  geht  auf;  keinem  gehet  der  gürtel  auf  Jes.  5,  27;
knospen,  bluten  sind  über  nacht  autgegangen;  da  ist
in  meinem  herzen  die  liebe  aufgegangen  HHeine;
die  scele  geht  mir  auf  Goethe  1,  19;  mein  herz  geht
anf!  ieh  musz  des  langen  unmuths  mich  entladen
Schiller  M.  Stuart  2,  8;  im  Frühjahr  geht  das  eis,
wetter  auf;  fiel  thauwetter  ein,  dasz  die  Donau  aufging
Schiller  8,  389;  ein  amt,  eine  stelle  geht  auf,  durch
Entsernung  des  bisherigen  Inhabers.  3)  nach  einem
Ziele  gehen,  mit  dem  Begriffe  des  Vergehens,  namentlich
von  Verbrennendem:  da  gieng  die  stad  ganz  uuf  gen
himel  Richt.  20,  40;  örtlich  gedacht  mit  Dativ:  unsere
mahlzeit  geht  im  rauch  auf  Goethe  11,  99;  dagegen
mit  Zielangabe  im  Acc.:  städte  giengen  in  flammen
auf;  lieszen  sie  ihn  tden  Platz)  in  raueh  aufgehen
Schiller  s,  157;  bildlich:  dasz  uusre  freude  in  raueh
aufgeh  Tur.  5,  2.  Rechnerisch:  die  zwei  geht  in  der
vier  auf;  einnahme  und  ausgabe  ist  gegen  einander
auslgegangen  Schuppins  59;  freier:  gefunden,  das:
scinc  gluekseligkeit  vollkommen  mit  seiner  moralischen
vortrefflichkeit  aulgehe  Schiller  4,  306;  al  idr  em-„Plnden
  war  aufgegangen  in  dem  gefübl  der  reinen  und
Iinnigen  neigung  Freytag  Soll  2,129.  Von  Geld  und
Sachen,  verbraucht  werden,  schon  mhd.  ulgün  lägen
Staufenb.  60;  als  mir  die  paare  geldmittel  aufgehen
wolten  Simpl.  1,  77;  mill  er  nicht  mehr  so  viel  aufgehen
  laszt  Lessing  Minna  1,2;  lasz  aufgehn,  was
du  hast  Schiller  Picc.  4,  4.  —  aufgellärt,  f.  aufklären.
—  Aufgeld,  n.  Geld,  welches  zur  Festigung  eines  Vertrages
  oder  beim  Wechfeln  geringeren  Geldes  hinzu  gegeben
  wird,  schon  im  15.  Ih.  mitteldentsch  utlgeld  (Germ.
18,  259).—  aufgelegt,  aufgeränmt,  aufgeregt,  aufgeweckt,
s.  auflegen,  -räumen,  -regen,  -  wecken.

Ansgießen,  gießend  auf  etwas  bringen,  die  suppe,
bei  Tische;  er  war  gern  da  man  mit  groszen  löfleln.
aufgieszet  Garg.  80;  wasser  auf  den  kaffee,  thee,  begrifftanschend
  in  der  Spr.  der  Haushaltung  kaftee.  thee
aulgieszen,  durch  Aufguß  von  tochendem  Wasser  bereiten;
und  balsam  gieszt  dem  todten  auf  Goethe  Künstlers

Morgenlied.  —  ausglühen,  glühend  aufgehen,  von  der