d. Alkoholmißbrauch bei Volksschülern. 99
Nach diesen Ermittelungen würde der Ernährungszustand für die
preußischen Städte mit 80 im Winter und 78% im Sommer häufiger
als ein guter zu bezeichnen sein als für die anderen Bundesstaaten
mit 63, bezw. 6996. Dementsprechend ist natürlich ein schlechterer
Ernährungszustand der mit leidlich ausgedrückt wird, in den Bundesstaaten
außer Preußen mit 32, bezw. 299 häufiger zu finden. In übereinstimmender
Weise zeigt es sich, daß ein schlechter Ernährungszustand in
5,2, bezw. 5, 10% gleichmäßig für Preußen und die anderen Bundesstaaten
ker den Winter gefunden wurde. Im Sommer jedoch soll nach diesen Festellungen
der Prozentsatz der Schulkinder mit schlechtem Ernährungszustande
mit 4, bezw. mit 2,8 geringer als im Winter sein. Es scheint nicht unberechtigt,
auch im Sommer für diesen Befund die etwas besseren Ernährungsverhältnisse
der Schuljugend durch ständigere Beschäftigung
des Vaters, geringere außerhäusliche Tätigkeit der Mutter als Grund
anzunehmen. '
Für einige dieser 64 Städte, für die Feststellungen des allgemeinen
Ernährungszustandes vorhanden sind, liegen auch getrennt hiervon ärztliche
Untersuchungen vor, so für Dülken, Freiberg i. S. und Straßburg i. E.
Charakteristischerweise stellt es sich heraus, daß die ärztlichen Untersuchungen
in allen drei Fällen ein schlechteres Resultat als die Lehreruntersuchungen
ergaben, und zwar in der Weise, daß nur bei 390 ein
guter Ernährungszustand, hingegen ein mittlerer oder leidlicher bei 599
festgestellt wurde. Durchweg also wesentlich schlechtere Resultate als
nach den Untersuchungen der Lehrpersonen. Auch die Zahl der Schulkinder
mit schlechtem Ernährungszustande mit 50% ist ungünstiger als
der Mittelwert für die Resultate im Sommer und Winter. Gerade
diese Unterschiede ließen es angezeigt erscheinen, die Berichte der
Schulärzte auch für Städte, die nicht auf unsere Fragestellung hin, aber
doch in den letzten Jahren Feststellungen des Ernährungszuftandes vorenommen
hatten, daraufhin durchzusehen. Das Resultat ist in der nun
solgenden kleinen Übersicht (Tabelle XVIII, S. 100) zusammengestellt. Das
Charakteristische schulärztlicher Untersuchungen, die wir vorhin angedeutet
haben, trifft auch für diese Resultate zu. Fast 5000 der Kinder
wurden im mittleren Ernährungszustande, bezw. bei mittlerer Körperbeschaffenheit
gefunden, während Lehrpersonen dies nur bei etwa 25%
der untersuchten Kinder vorfanden. Auch das Vorfinden von schlechter
Körperbeschaffenheit, bezw. schlechten Ernährungsverhältnissen bei 8,40%
der Kinder ist wesentlich ungünstiger als die Angaben der Lehrpersonen
über diese Frage.
d. Alkoholmißbrauch bei Volksschülern.
Bevor wir auf die Besprechung der letzten Punkte des Fragebogens
#l VIII. IX und X) übergehen, erübrigt noch die Erörterung der
ebenfrage bei den Hauptpunkten des Fragebogens, in welchem Umfange
bei den einzelnen Mahlzeiten den schulpflichtigen Kindern alkoholische
Getränke verabreicht werden. Es ist wohl völlig überflüssig, auf die
unheilvollen Wirkungen des Alkoholgenusses für die geistige und körperliche
Entwickelung der Schulkinder noch besonders hinzuweisen. Gleich-77