seinen Gnadenschuß erhalten und wird eben beiseite geschleppt;
ein Blutstrom fließt aus seinen Nüstern und rötet den Staub
der Landstraße.
Wir fahren durch mehrere Dörfer, darunter Tannay und
Lechesne am Ardenner Kanal, und halten kurze Zeit in Vouziers
am Westufer der Aisne. Der General nimmt von ein paar
Offizieren der Etappenkommandantur die Berichte entgegen über
das, was sich seit gestern zugetragen hat. Dann geht die Fahrt
weiter nach Süden auf der Chaussee, die nach Sechault und
Cernay führt. In dem zuletzt genannten Dorf sind wir zwanzig
Kilometer westlich von Varennes. Aber zwischen diesen beiden
Orten breitet sich der Argonner Wald aus, in dem noch heiß gekämpft
wird. Von Cernay geht nach Westen die große Landstraße
nach Reims. Auf den ersten sechzehn Kilometern dieser
Straße, d. h. bis zum Dorf Somme 1#, hatte ich Gelegenheit,
einige höchst interessante Punkte zu besichtigen. Denn diese Straße
war Ende September die letzte nach Süden, die in dieser Gegend
vom deutschen Heer besetzt worden war.
Das erste Dorf westlich von Cernay ist Rouvroy, und weiter
wollten wir heute nicht fahren. Wir machten einen kurzen Aufenthalt
und aßen unser einfaches, feldmäßiges Frühstück, lange,
schmale Scheiben von Kommißbrot mit Butter und Schinken und
ein Glas Rotwein. Der General hatte ein besonderes Antomobil
mit voll Weinflaschen, die er an die Soldaten verteilen
ließ. Mit dem Wein braucht man in diesen Gegenden, wo auch
die Bauern ihre wohlversehenen Weinkeller haben, nicht zu
sparen. Aber nichts wird ohne weiteres genommen, alles wird
den Eigentümern nach dem Krieg ersetzt, und es gehört zu den
Friedensbedingungen, daß der verlierende Teil jede Quittung
über Sachen bezahlt, die während der Besetzung requiriert worden
find. Der einzelne darf nicht Schaden leiden unter dem Krieg;
es ist Pflicht des Staats, die persönlichen Verluste zu ersetzen,
wenn er das Eigentum des einzelnen nicht gegen die Invasion zu
schützen vermocht hat. Und wenn die Invasionsmacht den Krieg
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