Numister 95
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Zelenes ————
Freitag, 24. April 1914
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lizeldirektion. Zu den Läden im Erdgeschoß gehören
Magazine im 1ntergeschah, * r*
heren Käden, auch Kontore. Die Läden werden
ungesähr 90000 Mk. Miete einbringen. An
der goe wird ein Eingang geschaffen,
der zu dem großen im Erdgeschoß eingebauten
polizeilichen Turnsaal führt und mit
den Läden in keiner Verbindung steht. Wegen
der Festsetzung der Miete für die Räume, in den#en
städtische BUros ihre Unterkunft finden,
werden zur Zeit die Verhandlungen gepflogen.
Die Räume werden am 1. Okteber bezogen und
sind vom Magistrat auf 20 Jahre gemietet.
München. 22. April. In ginen längeren
Artilel erbringt die „M.-A.-A.“ heute aus
den Tagebüchern Paul Heues und aus seinem
mit dem früheren sozialdemokratischen Reichslagsabgeordneten
Schönlank geführten Briefwechtel
den Nachweis, daß von Hinneigungen
Paul Heyses zur Sozialdemokratie nicht die geringste
Rede sein kann und daß die darüber
bekannt gewordenen sozialdemokratischen Behauptungen
in das Reich der Fabel gehören.
ünchen, 22. April. Vermißt wird seit
17. ds. Mts. der 19 Jahre alte Hilfspostschaffner
Wilhelm Strobl. Er trägt sehr wahrscheinlich
Damenkleidung, da er sich Rock, Bluse,
Korselt, Unterwäsche, eine ganze Damenfrifur,
einen modernen Domenhut und schwarze Knopfstiesel
gekauft hat.
Mlünchen, 22. April. Heute nachm. stürzt:
lich ein Soldat des 1. Inf.- Rgts. von der Großhelseloher
Brücke in die Tiefe. Er fiel in den
Werlkanal und wurde von den Wellen fortoerijjen.
In ner auf dem Brückengeländer vorgesundenen
Sioiljoppe fand man mehrere Postkarten,
adressiert an den Soldaten Gg. Bertold,
1. Inf.-Rat., 7. Komp. Wie die Nachsorschungen
ergaben, siand Bertold tatsächlich beim 1.
Inj.Rgt., von wo er seit gestern abgängig ist.
Das Motio zu dem Selbstmord ist noch nicht beklannt.
Die: Leiche wurde noch nicht gefunden.
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perskumirtdirbxtstvre
München,22.A-kil.
Nicht weniger als 50 Einbrüche in Fünfoierteljahren
sollen dem „Gentlemandieb“ Lefeore zur
Last, der soeben ein Gastspiel in München ablolviert
hat. Die Polizeibehörden in Berlin,
München, Hannover, Wiesbaden, Leipzig, Magdeburg,
Frankfurt usw. fahnden auf diesen Hrn.
Leseore, der stets ohne jede fremde Hilfe die
schwierigsten Sachen auszuführen verstand. Er
trat bei seinen Beutezügen sehr elegant gelleidet
auf, benützte Autos und zeigte bei Ausführung
seiner Kunststücke eine geniale Frechheit
und Geschicklichkeit. Natürlich reiste er slets
in Luruszügen. Auf seinen Reisen hat er fast
leine der deutschen Großstädte verschont und
ron sämtlichen Behörden wird er als der gelürchletste
Dieb Deutschlands bezeichnet. Er leate
lich auch wechselnde Namen bei. Bei seinem
buunenen weindruch in Wiesbaden, wo ihm für
15.000 Mark Schmuckgegenstände in die Händ.
sielen, legitimierte er sich als Kaufmann
Hans Willig; aber auch als Rittmeister von
Friescher und als Fabrikbesitzer von Ferch vermag
er sich zu legitimieren. Er geht stets mit
einer geradem verblüffenden Kühnheit vor und
es gelang ihm bieher, sich allen Nachstellungen
zu entziehen. Nachdem er in München abermals
reiche Beute gemacht hat, soll er sich
bereilo wieder im deutschen Norden aufhalten.
erische Nachrichten.
Hohenschãäftlarn, 22. April. Heule nacht
brach in dem Anwesen des früheren Bürgermeister?
Beck Feuer aus, dem das ganze grohe
Gut mit sämtlichem Inventar zum Opfer fiel.
Mit Ausnahme von 2 Pferden konnte das Vieh
geretiet werden. Die Nachbaranwesen waren
starl gefährdet, doch konnte das Feuer auf seinen
Herd beschränkt werken. Es liegt zweifellos
Brandstistung vor. Der Schaden ist bedeutend.
Regen i. bayer. Wald, 22. April. In der
nahen Ortschaft Zell brach gestern im Anwesen
des Gütlers Joseph Hof ein Brand aus, der
so rasch um sich griff, daß binnen einer Stunde
acht Wohnhäuser ein Raub der Flammen wurden.
40 Personen sind ahe Obdach Ter Schaden
wird auf 80000 Mk. geschätzt, dem eine
Versicherungssumme von ca. 25 000 Mk. gegenübersteht.
Germersheim, 22. April. In Speyer hat
cin Infanterist mit eigener Lebensgefahr ein
Gjähr. Kind aus dem hochgehenden Speyerer
Bach gerettet. Tadurch, daß die Zivilbehörde
ihm eine Jelotzung zuteil werden ließ, kom die
Sache an das Negiment, und dieses erfuhr, daß
der Soldat ohne Urlaub in Speyer gewesen war.
Als Belohnung hat er nun — drei Tage Mittelorrest
erhalten.
B##esches Oberla##s.
Neubeuern, 23. April. Ein außergewöhn-1ch
genußreicher Konzertabend fand am Dienstog
im Obermayerschen Gasthaus statt. Er wurde
von der Vereinigung ehem. Angehöriger des
2. Schweren Reiter. Regiments unter Direktion
des Herrn Musikmeisters Martin Stefan gegeben.
Erstaunt über die vorzüglichen Aeisusper,
lauschte man den Ausführungen des reichhalt
Programms. Befonders hervorzuheben sind de
Ouvertüre zur Oper „Nabucodonosor“" von Verdi,
Erinnerung an Magners Taunhasen“.
Ein tragischer Aereplan-Zuflammens##c## in de## Cüftfen.
Ein surchtbarer Unsall, wie ihn die Aoialik
bisher noch nicht erlebte, und welcher zwei Tote
und zwei Verwundete forderte, hat sich Sonntag
nächmittags während des Flug- „Meting in Buc
(Frankreich) zugetragen. Zwei Aeroplane waten
infolge salschen Manöorierens zusammengesloben,
wodurch einer derselben in Brand geret.
Unsere eir e zeigt den furchtbaren
Todeskampf der beiden unglücklichen Flieger
Deroye und Dablin, welche lebendig verbrannten,
ohne daß man ihnen irgendwelche
Hilfe leisten konnte.
Phantasie von Hamm, sowie das mit Begeisterung
aufgenommene miritärische Po#pourri „Im
Biwak“ von Spohr. Obwohl ein Teil von Musikfreunden
vermißt wurde, war der Besuch sehr
gut. Sämtliche Ausführungen ernteten allgemeinen
Applaus. Allgemein wurde der Wunsch
laut, die Vereinigung wolle uns auch im Sommer
mit einem ähnlichen Konzert beehren.
Kirchenfur, 22. April. Am Sonntag ist bei
dem Gemeindekassier von Kirchensur, dem Bauern
Emmerer von Hub, die eiserne Gemeindekasse
gestohlen worden. Als Täter kommt der Knech!
des Bauern in Betracht, der seitdem verschwunden
ist. Der Kasten wurde im Walde erbrochen
aufgefunden und war seines Inhaltes beraubt.
Es befanden sich darin 600 Mark in Obligationen
und 11 Mark Bargeld.
Reichersbeuern, 22. April. .Ein bedauerlicher
Unfall creignete sich beim Bauern Mich.
NRumml. Das drei Jahre alte Töchterchenweilte
auf der Wiese, wo das Fohlenpferd weidele. Das
Fohlen gi r# zum Mädchen, während die Stute
nach dem Kinde ausschlug und es so heftig an
der linken Kopfleite traf, daß der Schädelknochen
gespalten wurde. Ob das Kind mit dem Leben
davonkommt, ist zweifelhaft.
Frabertsham, 22. April. Im Anwesen des
Empflbauern Andreas Bründl in Hinzing brach,
vermutlich infolge ruchloser Brandstiftung, Feuer
aus, dem in kürzester Zeit das ganze Anwesen
zum Opfer fiel. Außer dem Vieh konnke
nichte gerettet werden. Die Feuerwehren der
ganzen Umgebung erschienen am Branoplatze.
Bad Reichenhall, 22. April. Heute vormittags
fand mit einer elektrischen Lokomotioe die
erste Probefahrt auf der Strecke Reichenhall-Hallturm
statt. Die Bergstrecke wurde mühelos
bewältigt. Die Probefahrt verlief gut.
Grenziande.
Kufstein, 22. April. Bei der städt. Automobillinie
von Kufstein nach St. Johann in
Tirol wird der Verkehr fortan nur noch über die
neue Eibergstraße geleitet und die Linie über
Kirchbichl-Grattenbruck aufgehoben. Die Linie
von St. Johann i. DT nach Mittersill hat
der Staat in seine Verwaltung aufgenommen.
Die endgültige Fahrteinteilung ist bereins fest.
gesetzt:; sie sieht in der Vor. resp. Nachsaison
im Monat Mai und Oktober an Sonn= u.. Feiertagen
je zwei Fahrten hin und zurück vor. In
der Hauptsaison verkehren vom 30. Mai b#s
14. Juli und vom 14. September bie 30. September
drei Kurse und vom 15. Juli bis 13.
September vier Kurse in jeder Nüchtung. Die
Fahrpreise werden erheblich reduziert; so z.-.
für die Strecke Kufstein-Ellmau von Kr. 2.80
auf Kr. 2.— und für die Strecke von Kufstein
zach St. Johann i. T. von Kr. 3.80 auf Kr.
Landwirischaftlicher Bezirlsverein.
Rosenheim, 23. April.
Heule fand in Rosenheim der große Zuchtlälbermarkt
slatt, dem alljährlich in den
weltesten Kreisen der Viehzüchter das größle
Interesse entgegengebracht wird. Dank der gün-Higen
Witterung war der Markt außerordentlich
gut besucht und zahlreich beschickt. Prächtige
Eremplare waren dabei zu sehen, sowohl der
Simmentaler wie der Pinzgauer Rasse. Erfreulicherweise
standen die Tiere, welche ven
Landwirten zur Ausstellung ebracht wurden,
den von Händlern in Kanctren geslellten
Zuchtlälbern nicht nach. Auch der Viehmuclt
üäberhaupt hatte einen guten Zutrieb in allen
Gattungen. Gemäß den Erwartungen, die man
vom heutigen Markte hegte, gestaltete sich auch
der Besuch. Aus nah und fern weilten zahlreiche
Interessenten heute in unserer Stadt.
Um ½1 Uhr versammelte sich der Landw.
Bezirksverein im Saale des Hotels „Deutscher
Kaiser“, um vor allem die Ergebnisse der
Emtrung auf dem Wn caltrainar
Empfang u nehmen. Tie Relultate und das
Urteil der maßgebenden Stellen über diese
Zuchtkälberausstellung wie auch über die Ersolge
der Züchter werden wir in unserer nächsien
Nummer belannt geben. Im Anschiuß
an die Preisverteilung wurde die ordentlich:
Sauptversammlung des Landw. Bezirlspereins
abgehalten. Sie erfreute sich ebenfalls
eines zahlreichen Besuches. Besonderes
Interesse Vietei alljährlich der Jahreshericht,
welchen heuer Herr Oekonomierat Maier erstattete.
Wir erwähnen daraus für heute solgendes:
Der Jahresbericht.
Dem Landw. Bezirksverein gehörten mit Ende
1913 738 Mitglieder an, für welchedie Vorstandschaft
und der Arderan eine erfolgreiche Tätigkeit
auf den verschiedensten Gebieten der Landwirtschaft
entwickelt haben. Dank der erheblichen
Zuschüsse des Landw. Kreis-Ausschusses von
Oberbayern, des Distrikts und der Stadt Rosenheim
konnten u. a. verausgabt werden zirka
18f00 Mk. zur Förderung der Rindviehzucht, 600
Mark für Pferdezucht, 250 Mk. für Obstbau,
1250 Mk. für Waldbau, " Mk. für Schweineund
Geflugelzuch. Bei 7797 Mk. Einnahmen u.
6689 M. Ausgaben versügt der Verein z. Zt. über
annähernd 7100 Mk. Vermögen in bar und
Wertpapieren.
Abgehalten wurden 3 Ausschuß itzungen un
2 gut besuchte Generalversammlungen, sowie
am 17. April der 38. Zuchtkälbermarkt mit einer
Zuchtstierprämierung und am 13. Auguft der
29. Fohlenmarkt mit einer Prämiierung von
Fohlen und Jäbngen, Beide Veranstaltungen
waren gut beschickt und aus nah und fern
stark besucht. Wie in den Vorjahren hat die Vorstandschaft
einen ausführlichen Bericht über die
Lage der Landwirtschaft im Vereinsbezirk an den
Landw. Kreisausschuß von Oberbayern erstattet,
aus dessen Inhalt folgeme Mitteilungen
gemocht seien:
Bei einer befriedigenden Gektreide= und
Futterernte verursachte andauerndes Regenwetter
in der Heu= und Getreidcernte vielerorto
eine geringe Qualität der geernteten
Früchte, namentlich aber besondere usgaben
für die Erntearbeiten, welche sich ungemeinschwierig
und zeitraubend gestaltet haben. Das durch
Regen und starte Winde gelagerte Getreid:
war mit Gras durchwachsen und konnte vielfach
nicht mit der Maschine gemäht werden. In der
Heu= und Grummeternte leisteten die verschiedenartigen
Trockengerüste: die Hifel, Heinzen und
Reuter sehr gute Dienste, sie wurden deshalb
vielfach auch neu eingeführt.
Uopter der ungünstigen Wilterung hatte namentlich
auch der Obstbau und die Bienenzucht
zu leiden. Für die letztere war das vergangene
Jahr ein vollständiges Fehljahr, das
leider auch kinen Rückgang der Bienenvölker mit
lich gebracht hat. Durch Fröste und Schne im
April wurde ein aussichtereicher Blütenansatz
der Obstbäume größtenteils zerstört, so daß
die Obsternte bei Aepfeln und Schalenobstschlecht.
bei Birnen mittel gewesen ist und nur das
Beerenobst eine gule, die Zweischgen vielerorts
eine sehr gute Ernte ergaben. Eine rege Tätigkeil
entwickelten die dem hiesigen Bezirksobstrerband
angeschlossenen Obstbauvereine und der
für den Bezirk Rosenheim aufgestellte Bezirksobstgärtner.
Besondere Fortschritte sind auf dem
Gebiete der Obstverwertung durch iachgemäßen
Aerkauf des Obstes und durch Obstweinbereitung
etzielt worden.
Im vergangenen Jahr wurden etwa 1100
Lt. Branntwein mehr gebrannt wie 1912
und zwar 2042 Lt. Obsibranntwein, 426 Et.
Bierbranntwein und 56 Lt. solcher aus mehligen
Stoffen; es sind das im ganzen 2542 Lt., welche
in der althergebrachten einfachen * erzeugt
worden sind u. zur Versteuerung kommen.
Bei der Filcherei richteten mehrere Hachwwasser
und ein andauernd hoher Wasserstand
der Bäche und Flüsse Schaden an. Der Bejirksfischereiverein
errichtete zum Erbrütenvon Aeschenund
Hucheneiern eine r* ischsuchtanstalt
8 lehte in verlchiehemen Ke##iern 260 Zander-
und Forellenjährlinge und über 100 000
Stück Aeschen-, Huchen= und Forellenbrut aus.
Günstige Erfolge wurden auf dem Gebiet
der Geflügelzucht erzielt, indem die Einführung
von rassereinem Geflügel zugenommen
hat und der Absatz von Zucht- und Schlachtgeflügel,
sowie von Eiern ein guter gewesen ist.
Die vom hiesigen Geflügelzuchtverein mit Unterstützung
unseres Vereines errichtete Zuchtstation
für rebhuhnfarbige Jualienerdühyer könnten
unsere Vereinsmitglieder durch den Bezug von
Bruteiern etwas mehr ausnützen. Die Station
ist vei Herrn Zahnweh, Gabelbergerstraße 5,
das ist in der Nähe der Augenklinik. In sechs
Gemeinden wurde olermal die Geflügelcholera
„weifellos durch ausländische Gänse eingeschlerpt,
modurch 73 Hühner und 30 Gänle verendeten.
Die Schaf= und Ziegenzucht hat sich
wenig verändert, es wurden 1571 Schafe und
1196 Ziegen geholten. Auch die Schweinezucht
spielt im Vereinsbezirk nach wie vor keine
Rolle. Nach der Viehzählung vom 1. Derember
1913 waren im Distrikt Rosenheim 5543 Schweine
vorhanden, von denen 4022 Tiere unter sechs
Monate alt waren und 1000 Schweine in 9
Molkereien gemästet wurden. An Zuchtlieren
werden im ganzen Verwaltungsbezirk 12 Eber
und 180 Zuchtsauen gehalten. In der Cemeinde
Vogtareuth neehen 1 Eber und 38 Sauen,
in Sochtenau 1 Eber und 13 Sauen, in Hochstätt
1 Eber und 17 Sauen, das sind in der
Houptsoch- unsere Schweinezuchtgebiete. In Vogtareuth
arbeitet die seit vielen Jahren bestehende
Eberhaltungsgenossenschaft fleißig und mit
Erfolg weiter, 3. Zt. steht ein sehr schöner Zuchteber
in Tödtenberg. Sehr viele Schweine wurden
auf den Rosenheimer Märkten durch oberund
niederbayerische Handler bingeührt und
mit 20—50 Mk. pro Paar bezahlt. Die Ptrei ie
für Schlachtschweine hielten sich bis zum September
auf 55—65 Mk.; leider fielen sie gegen
Ende des Jahres auf 45— 50 Mük. pro Zentner
Lebendgewicht. In 6 Gehöften wurden bei 25
Schweinen der Rotlauf festgestzllt. Durch Sche##
impfung der gefährdeten gesunden Tiere ist
die Verbreitung dieser Seuche verhindertworden.
24 Schweine verendeten an Schweinepest und
Schweineseuche.
Einen wesentlichen Fortschritt hat die Föreerung
der Pferdezucht aufzuweilen, nachdem
unter Leitung des k. Bezirkstierarztes Rasberger
eine Verrveuchtgenohenschaft zur Zucht
eines starken und tiefen Arbeitspferdes mit ansgeglichenen
Körperformen, starken Knochen und
freien geräumigen Gängen ins Leben trat und
seit dem 2. Febr. 1913 schon 212 Mitglieder
aufweist. Im Distrikt Rosenheim standen im
vergangenen Jahre 2350 2 Feoe meist Norier
(Pinzgauer) Schlags. Von 4 Hengsten dez Oefkonomen
Scherer wurden 280 und von 2 Hengsten
des Oekonomen Haindl 116 Stuten gedeckt
Auch auf dem Gebiete der Rindviehzuckt
geht es dank der erfolgreichen Tätigkeit der
besiehenden Zuchtgenossenschaften vorwärt-. Die
hohen Preise für Schlacht., Nutz= und Zuchtvieh
waren ein kräftiger Ausporn für Auszucht und
Haltung von rassereinen, gutgeformten Tieren.
Leider brachte der Spätherbst jolchen Rütkgang
der Viehpreise. daß z. B. Schlachtvieh nahem
unverkäuflich geworden in. Gegen Ende des
Jahres haben indessen viele Landwirte mit auten
Erfolg Viehschlachtungen im eigenen Hauie
vorgenammen. Nutz, und Zuchltiere mußten in
dieser Zeit um 150 —200 Mk. pro Stück billier
abgegeben werden, wie das Jahr zuvor. Erfrrulichripoeise
mehren sich die Anlagen von
Tummelplätzen und Weiden für das Jungrieh
im Flachland, es wurde auch die sehr ergiebige
Herbiweide zum Wohlbefinden der Stalltiere
rech vorteilhaft ausgenũtzt.
i Verwaltungsbezirk Rosenheim wurden am
1. Le- 1913 41 341 Stück Vieh gezählt, das
ist ein Mehr von 253 Stück gegen 1912. Bei der
Körung wurden in 35 Gemeinden 851 Zuchtstiere
vorgeführt, davon waren 728 Tiere mittelmãfig
bis Kut, auch sehr guter Qualität, während
123 Tiere sehr mittelmäßig und schlecht
waren. Angekört wurden 806 Stiere. wonon
52 Stück Eigentum von Zuchtgenossenschaften
und 2 Tiere Eigentum von Gemeinden gewesen
sind. Die Körung wurde an 106 Tagen und
an 365 Orten vorgenommen. Von 10Gemeinden
murden die Stiere an Sammelplätzen zusam
mengebracht.
Die alpwirtichaftlichen Verhält-=nis#2
e waren trotz der schlechten Witterung günsilg.
indem die Tiere gut genahrt, aber mit
tauhem Haarkleid Ende September von 9½
Alpen abgetrichen wurden. An Milzbrand ver
endete 1 Kuh auf 1 Alm, während der Nausch.
brand bei 7 Rindern und zwar bei 6 Tirren
auf der Alp beobachtet worden ist. In 12 emeinden
wurden an 1562 Tieren eine Schutzimpfung
gegen Rauschbrand vorgenommen, welche
mit 472 ungeimpften Tieren auf gefähr.
dete Alpen gebracht wurden. Von den geinipften
Tieren fielen 3, von den nichtgeimoften Tie
ren 4 Stũd, also'“ fünfmal soviel Tiere, wenn
man die Zahlen in Prozente umrechnet.
Die Verwertung der Milch war im allgemeinen
günfrig, wenn auch die Milchpreise geaen
Ende des Prs gefallen sind. Die Besitzer
von Kälereien und Molkereien llagten lebhaft
über einen kehr schlechten Absatz und siarlen
Rückgang der Preise ihrer Produkte. TArsfallend
ist, daß davon die Konsumenten in
dex Etadt lange Jeit chensomenig wie von dem