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gehörte ein großes Glück und ein fast übermenschlicher Wagemut.
Die Narew-Armee war auf Gilgenburg—Osterode im Vormarsch,
die Njemen-Armee hatte bei Gumbinnen gesiegt. Sie konnte vor
Königsberg rücken, um es zu belagern, sie konnte aber auch gegen
die Weichsel vorgehen und nur ein Korps vor Königsberg stehen
lassen. Dann war eine Derteidigung auf der inneren Cinie überhaupt
unmöglich. Ein einfacher Dormarsch Rennenkampfs konnte
alle Hläne unmöglich machen, die auf die Trennung der beiden
feindlichen Armeen berechnet waren. Es war daher ein gewaltiger
Entschluß, zwei bis drei Tagemärsche von einer weit überlegenen
Armee entfernt eine Entscheidungsschlacht zu schlagen. Gerade das
aber war Hindenburgs Plan.
Schon vor seiner Ankunft in Marienburg war befohlen worden,
daß das I. Reservekorps, das XVII. Korps und die RKauptreserve von
Königsberg am 23. — am Tage, an dem der neue GOberkommandierende
in WMarienburg ankam — zu rasten hätten, das
I. Korps aber nicht in Soßlershausen — wie bisher befohlen —, sondern
schon in Deutsch-rlau ausladen sollte. Die Landwehrdivision
von der Goltz, die bisher in Schleswig-Holstein im Grenzschutz verwendet
worden war, befand sich im Anmarsch. Es war die einzige
Derstärkung, die der Armee von außen tatsächlich zuging. Das
XX. Korps aber mit der 20. Landwehrbrigade, die mit einzelnen
bisher aus den Festungen herausgezogenen Truppenteilen die Landwehrdivision
von Unger bildete — achtzehn Bataillone, sechs Eskadrons,
acht Feld= und zwei schwere Batterien —, denen bisher allein
die Deckung gegen die Narew-Armee anvertraut war, stand auf den
Hõhen von Gilgenburg. Alle noch irgend verfügbaren Teile der
Kriegsbesatzungen Thorn, Kulm, Graudenz und Marienburg wurden
nach Strasburg und Lautenburg gefahren und bildeten dort eine angriffsfähige
Truppe unter dem Befehl des Generals von Mülmann,
etwa in der Stärke einer verstärkten Zrigade; die 3. Reservedivision
sollte sich bei BRohenstein versammeln.
Alle diese Maßregeln wurden wesentlich erleichtert durch einen
aufgefangenen Funkspruch des Feindes, der dessen Maßregeln für
die nächsten Tage erkennen ließ. Danach marschierte die Narew-Armee
links gestaffelt mit dem VI. Korps über Grtelsburg auf
Bischofsburg, das am 26. erreicht werden sollte, und mit dem
Xlll. über Ueidenburg und Hassenheim auf Allenstein, das besetzt
wurde. Es folgten das XV. und XXIII. Korps, mit denen das
deutsche XX. schon gefochten hatte, und deren südlichste Staffel etwa
bei Waplitz stand, und noch weiter rückwärts und nach Westen
herausgeschoben das l. kankasische Armeekorps über Mlawa auf
Soldau, durch einige Kavalleriedivisionen gegen Strasburg und
Cautenburg gedeckt.
In diesen Vormarsch, der auf verhältnismäßig engem Naum
vor sich ging, galt es, von allen Seiten hBineinzustoßen. Während