Rosenheimer Anzeiger
dienstag, 13. Aprik 1974,
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Hindenburgs Siegeszuversicht.
Rom, 11. April. Der Berliner Korrespon
dent des „Giornale d'Italia“ gibt cine Unterhaltung
mit Generalseldmarschall von Hinden.
burg wieder. Ueber den siegreichen Abschluß der
Orerationen an der Ollfront brach sich Hinden
burg in dieser Unterredung vom 3. April mit
freudiger Zuversicht aus. Daß seine brave Armee
besiegt werde, sei einfach ausgeschloisen.
Vor der numerischen Uebermacht braucht nie
mand bange zu sein. Wer gegen Russen lämpft,
der kämpft immer gegen Uebermacht, das iinst
eine alte Geschichte. Die Zahl cuischeidet aber
nicht über den Sieg. Bei Tannenberg waren
sie dreimal stärler als wir, aber es half ihnen
doch nichts. Uebrigens haben wir viele unsehlbare
Anzeichen, daß die Russen bereits mürbe
sind, und das Kriegsrohmaterial cu#s#ugehen
beginnt, das sie in unerhörter Weise verschleu
derten. Aus der Art und Weise, wie sich die
Russen heute schlagen, sieht man, daß es nicht
melr lange dauern kann. Sie hoben, schloß
Hindenburg, unsere Linien besucht und sich
überzeugt, daß unser Heer sich nicht schlagen
läßt. Wir uns schlagen lassen? Auggeschlossen,
auegeschlossen!“ (J.)
% n #
Von den öflerr. Kriegsschauplätzen.
Der amtliche österr. Bericht.
V. B. Wien, 10. April. Amtlich wird gemeldet:
Im Maldgebirge kam es gesiern auch
in den Abschnitten oftlich des Ussolerpasses zu
heftigen Kämpfen. Die deutschen Truppen eroberten
nördlich von Tucholla eine seit 5. Febr.
vielumstrittene und von den Russen hartnäckig
verteidigte Höhenstellung. 1 Oberst und über
1000 Mann wurden bei diesem Angriff gefangen
genommen. Auch wurden den Russen 15 Maschinengewehre
entrissen. Im Oportale und im
Quellgebiet der Stryj scheiterten gleichzeitig heflige
seindliche Angriffe an unseren und den deutschen
Stellungen unter schweren Verluften des
(Gegners. Der gestrige Tag brachte im ganzen
2150 Gefangene ein. Die sonstige Lage ist unverändert.
WIB, Wien, 11. April. In den Besliden
hat sich nichts ereignet. Im Waldgebirge dauern
die Kämpfe an einzelnen Stellen sort. Oestlich
des UU##sokerpasses nahmen wir bei Ausnutzung
unserer Erfolge vom 9. April weitere 9
Offisiere und 713 Mann gefangen und erbenteten
2 Maschinengewehre. An der Front in Südoitgalizien
nur Geschützkampf und kleinere nächtliche
Unternehmungen. In Westgalizien und
Russisch-Poten herrscht Nuhe.
Die Karpathenschlacht.
Wien, 11. April. Nachdem die russischen
Angrisse gegen die Westhälfte unserer Kar-1
alllenfront unter großen Verlusten für den
Feind msammengebroch en sind, versuchten die
Rusien ein verstärktes Vorgeh en gegen die -
liche Hälste. Während im Ondawa- und La
horckatale gestern weiter Ruhe berrschte. fingen
die Kämpfe zwischen den Päisen von Luplow
und Uszok an und erstreckten sich auch auf den
Ustlichen anschließenden Teil bis zum Sattel
ron Wiskow. Dadurch dehnlen sich die seind-–.
lichen Angriffe auch auf die Front der deutschen
Südarmee aus. Die Angrifse der Russen
brachen auf allen Fronten in sich zusammen.
Die Mitte der deutschen Südarmee beantworleie
die Anstürme de? Feindes mit einem Gegenstos.
Ter namhaf'en Erfolg zeiligte. Ansange
Kena: hatien di: Russen durch einen
auchedeinen Oseziiungogur.el ausf dem hochrugenden
Zu ininrücken nördlich von Tucholta
die wich ine Straße durch das Orawatal gesrerrt.
Die Befesti undsanlagen waren so stark,
daß ein Anoriff aussichtslos erschien. Gestern
unternalmen nun die Deutschen gegen dieses
Bollmert einen Anisturm. Mit unwiderstehlicher
Stosllraft rannten sie an, und es gelang ihnen,
die vElli? verbluft. en Russen aus ihren Stellungen
zu wersen und den Zuoininrücken in
Betig zu nehmen. Viele Gefangene, Maschinengewehre
u. Kriegematerial blieben in den Händen
der siegreichen Truppen. (3.)
Russische Umklammerungsversuche.
Budapest, 11. April. Die Beilrebungen
der Rusien gehen jengt dahin, ihre Truppen nach
Westgalizien vorzuschieben, um unsere Abteilungen
im Makowitztaic von der Flanke aus
aniugreifen. /.)
Die Kämufe in der Bukowina.
Budapeit, 11. April. Nach Meldungen
aus Czernowig sind bei den erbitterten Kämpsen
zwischen Dujestr und Pruth die Reihen
der Russen an mehreren Stellen durchbrochen
worden. Es wurden zahlreiche Gefangene gemacht.
(.33.)
Die Russen in Bessarabien.
Bukarest. 11. April. Aus Bessarabien
wird gemeldet: In den letzten Tagen sind
hier große Truppenmassen aus dem Ulral eingetroffen.
Es handelt sich um Vorsichtsmaßregeln
gegen die österreichischen Absichten, von
der Bulowina aus einen Einfall in Bessarabien
zu unternehmen. (.)
a
#
Die Rarpalhenschlachl.
Berlin, 11. April. Eugen Lennhoff berichtet
der „Voff. Ztg.“ aus dem Kriegspressequartier:
Die Einnahme von Przemysl bedeulete für
die Russen nicht nur die Beseitigung eines
schmerzlich en Pfahles im eigenen Fleisch, sondern
sie nährte in ihnen auch die Hoffnung,
daß es nun möglich sein werde, mit der frei.
gewordenen Belagerungsarmee zu einem enlscheidenden
Schlag auszuholen. Die Verfügbarleit
dieser Kräfte für eine neuc, weil ausholende
Aktion war der russischen Heeresleilung ein Ausweg
aus großer Verlegenheit. Eben war wieder
eine groste Vorwärtsbewegung in den Karpathen,
die vierte, unter schweren Verlusten gescheilert
und zur Auesullung dieser Lücken hallten
wieder, wie vorher, laum ausgebildelte
Mannschaflen jüngiter Jahrgänge verwendel
werden müssen, Mannsch asten. die nur dadurch
von Wert für die russischen Operationen wurden,
daß man sie in zahlreich biinlereinander
vorgehenden Reillen alo Massen vortrieb. Nun
standen auf einmal 10#/70000 Mann guter Trup
den zur VDerfügung, von deren Eingreifen man
aus kussischer Seile eine vollige Umwalzung
der Lage erwartele.
„Nach Priempsl nun Krakau!“ verkundete
die russische Presie, wobei sie übersah, daß
zwiĩchen der geiallenen Festung und Krakan
die festgefügte 2 Dunajeefront stand. Tatsächlich
sal das rmsische, Oberkommando, um unter
allen Umständen die eiserne Linie der Verdündeten
durchbrechen zu lönnen, von einer Tei
lung der Kräfie ab und warf d die ganze Ve
lagerungsarmee gegen die Karpathen über
Sanok und gegen die Duklasenke über Lisko ge-—
das Laborczatal und die weiter östlich an.
sch lief enden Gebirgodurchlä- se. Von neuem
ftammte die kaum in ruhigere Bahnen eingelenlte
Schlacht auf. Mit aller Energie brachon
die Russen vor. Das Ziel ihrer Wünichist
klar: Die schon früher jo heiiz angestrebte
ungarische West- Oübahn, die von Oderbers
lommend über Kaschan nach Marmaros- Sziget
führt. Die Besitznahme der Zentralpunkte dieier
wichtigen Linie hälle eine Zurücknahme der
ganzen Karpatbenfront zur Folge haben müssen,
hälte diesen Teil des Kampses ganz nach
Ungarn hineingetragen und auch in Westgalizien
und südöstlich ein: völlige Fronkveränderung
zur Folge gehabt.
Bei ihren verschiedenen Karpatbhenvorstößen
haben die Russen dieses Ziel auf verschiedene!
Weiile zu erreichen gesucht. Hauptsächlich richte.en
sich ihre Bemühungen auf das Gebic
zw isch en Dulla- und Uzsokerpaß. Weiler als
bi? Varitsa und Homona sind die Russen aber
nie gelommen, und deswegen waren ihre An
Hrifse geradezu verzweifelt, die Opferung des
Menschenmaterials unerhört, um endlich um
jerden Preis an irgendeinem Punkie durchzu- «
stoßen. Und diese mit einem gewal: igen Auf.
wand an Truppen und Munition ins Werk 3
sehle Operation kann schon jetzt wiederum als
vlilig mißlungen berrachtel werden. Ein paar
lotale Erfolge, etwas gewonnenes Gelände in n
der Richtung aus Zboro und dann südlich bei
Ciona sind das ganze Ergebnis des ununter
brochenen Generalsturmes, der Taz und Nacht
nicht aussegle. Nirgends ist es den Russen geglückt,
die Front zu zerreißen. Wo sie ein S#uck
weiter vorwärts kamen, sahen sie sich von neuem
Lor festgefügten Gräben und Stütpunkten.
Auch gehl an der ungarichen Grenze weiter das
normale Leben seinen Gang, und wenn auch
nach Eperies und nach Homona ferner Geschupdonner
herüberdröhnt, so herricht hier doch nur
eine freudige Gewißheit: die Russen werden
nicht wiedertommen. Ein Durchbruck hätte den
rusüscken Truppen nur dann gelingen lönnen,
wenn er überraschend und schnell erfolgt wärc.
Jcht wird ein großer Teil der Ws 2W23
Priempslarmee, zauf die alle Karien gesetzt
wurden, an den Drahtbindernissen der Verbündelen
durch deren von hochstem Heldenum getragen
en Widerstand zurückgeworfen.
Die russische Armeeleitung darf ihre Hoff# 1
nungen zu Grabe tragen. Alle Tapferteit ihrer H
Soldaten, die sich bis zum Bauch “*
durch Schneemauern aufwärts arbeileten. um
eiren Weg zu gewinnen, alle Verschwendung -
ihrer Artilleriemunition und vor allem die Ver 7
sczwendung von Menschen war ein eitles Be#r
mühen angesichts des elernen Walles der ofter#
reichisch= ungarischen und deulschen Tuppen. Die,
peschidte Manoorierkunn ihrer Fükrer, die lroß'
aller Hindernisse, die das Gebirge bedingt, ihre
Berbände in ausgezeichnerer zu verschie:
ben wußten, waren verg kbic-4:
n n
guallen.
Zur Haltung Jialiens.
Mailand, 11. April. Sctolo“ unter
niczim einen neuen Feldzun fur das soforlize
Cingreifen Flaliens in den Krieg. indem er
i# aus Petersburga telegraphieren läßt, Ruß
land stehe davor, mit Oflerreich einen Separat,
ftieden zu schließen. Slampa“ versicht d.:
e en in einem Leilaritel die These, daß selbft,
leun die D-erhandlungen mil Oe#flerreich schei
lkern, Ilalien nicht losschlagen durse, ohne
rorher von der Entente genugende Ensschadi
oungen verdurgt zu belommen. Darunter fielc,
abgeselen ven seinen Inleressen an der O-—"
–.□– ä —
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bheiraaten. derrn Junde: egenasse und Mitkämpser
⅛t so unerwartet und so gegen seinen Willen
eworden war. Sie gehörten afienbar abne
ur nahme den untersten Klassen der Bevöllerung
an. Ihrem Auesehen nach mochten es Hafene
(#rbeiter, Laftrager und Maultiertreiber sein.
linter Lachen und Scherzen verrichteten die Leute
unde ihre Arbeit, und waren nicht ringsumher
ulle Läden und Haustüren verschlossen, alle
Jalousien vor den Fenstern herabgelassen und
die Strasten wie ausgestorben gewesen, so würde
nichts auf den kriegerischen Zustand hingedentet
haben, in dem sich die Stadt seit Tagesanbruch
besfand. Nach Verlauf einer Stunde aber wurde
von Norden ber das Krachen einzelner Schüsse
vernehmlich, und man hörte Hornsignale. Der
Mann mit dem Federhute forderte daraufhin
die seinem Besehl unterstehenden Insurgenten
nachdrücklich zu größerem Eiser in ihrer Beschäftigung
am, und sie kamen der Mahnung
diesmal um so williger nach, alo ihnen eben
jetzt aus einem irgendwo in der Nähe requirierten
**1 neue Begeisterung
in veichiicher ienge zuflo
Wern hiclt sich so wiel als möglich in
der Nü 6 * Sennor Capitano, um aus den
Neldungen, die diesem wichtigen Manne von
Zeit zu Zeit überbracht wurden, ein wenig
ül er die Lage der Dinge unterrichtet zu werden.
Wenn er auch uscht alles auffangen konnte,
veritand er doch so vicl, daß die Infurgenten
nach einem qans bestimmten Kriegsplane verfuhren,
und daß der Bau dieser Barrikade, an
die der zindeichste Zafal seines Lebens ihn
verschlagen atte, zu jenem Plane gehörte.
bestand allem Anschein nach die Absicht,
den Eoaet inneren Teil von Buenos Aires
durch derarlige, die DHauptstraßen (perrende
Verschanzungen einzuschließen. Dieser Teil aber,
der zwischen dem La Pl.ta, den Straßen Florida
und Eemeralda cinerseits. und den Straßen
Corrientes und Belgrano anderseils sich ausdehnt,
enthalt fa#st alle wichtigeren Gebäude der
Stadt. In ihm befinden sich der Palast der
Nationalregierung, das Haus des Kongresses,
die Munizipalität, das Postamt, das Zollamt,
und beinahe sämtliche großen Wankeg
In der Meinung, daß anlekg dieses
Stadtteils gleichbedeutend jei r*— der Beherrschung
der Lage. bielt die Regierung beinabe
ihre ganze verfügbare Truppenmacht hier
konzentriert, und die Absicht der Insurgenten
ging nun augenscheinlich dahin, die Gegner
in dem von ihnen besegten Be zirt vollständig
einzuschließen und ihnen jede Verbindung mit
den außeren Vierteln von Buenos Aires sowie
mit der. Provinz abzuschneiden.
Plan war so einfach, daß die Gegenpartei
uhn notwendig durchschauen mußte. und
Werner vermochte nicht zu begreifen. daß sie
trogdem nicht das geringste tat. seine Ausführung
zu hindern. Wahrend die Barrikaden
noch im Bau behriffen waren, hatte es seiner
Ueberzeugung nach mit Leichtigkeit und sast
ohne Kampf gescheben können. Denn der
regellose Haufe würde, solange es ihm an genügender
Deckung fehlte, sicherlich schon bei dem
ersten energischen Vorstoß geschulter und gut
geleiteter Soldaten die Flucht ergriffen haben.
Aber eben an dieser guten Veitung schien es
auf der anderen Seite vollständig zu jehlen.
Die Herren Offiziere mochten, wie gewöhnlich
in solchen Fällen, über die zu erhreifenden
Maßtregeln verschtedener Meinung sein,
darüber ließ man in unschlüssigem M den
rechten Augenblick zum Handeln ungenünt
verstreichen.
Ein rasch naher kammender, loiender Larm.
cein wildes Durmemander von Treompetence
ichmetter. Schuüen und ruienden MPernscke..
stlimmen veranlaßtr Weiners Giesahrten
lich, an die ihnen zunewiesenen Piurhe zu enen
und sich kampibrrei zu machen. Aber seine
Crwariung, daß die kriegeriichen Creinnisic kun:
mehr ihren Amang nehmen wurden. Paite ihn
für dieermal noch betrogen. Denn der Zun.
der am Cnde der lange u Straße ull6. schte. tam
bo#senvar nicht in sein weither Ank Die braujenden
Homruse und das —n-M Hü#cschwenken,
inn denc: ci von den Barriladenmannern
einpiangen wurde. wmaren daimm Be
weis genug. An der Spine de: Zugre uim ein
ftattlim aussehender Mann in der glantenden,
golditrotzenden Umnnorm eines Genecral# der republikoniichen
Armee. Werner kannte ihn nicht.
aber aus den Nusen teiner Umgebung erubhr
er. daß es der General Gampos 2cl. und er hatte
diesen Mann in der kurzen ien jeines Aurenthalls
schon so ofl als einen der tuchtigsten
Of#iziere rutmen bhoeren, daß er wohl anfangen
muste. diese Revotmion nun doch eiwas ernst:
hafter zu nehmen, wenn eine Pertonlichteil von
solcher Bedenmg zu ihren Urhbebern geborte.
Denn die wunderliche Gesolgichan der schon
geschmückten Gencrals licß keinen Zweisela dan
es die Insurgenten waren, auf deren Seite er
lich geschlagen. Offendar war es ihm biöher
moch nicht gelungen, emen großeren Teil der
Soldaten für sich zu gewinnen, denn man sah
nur veremgselte Inilitarische Uniformen in dem
bunten T
(ortsehung folst.)
*v.n J
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