Full text : Neues Preussisches Adels-Lexicon. Dritter Band. I-O. (3)

123  Koohelsdorf.

thur  auf  Wintersheim.  Nachdem  er  vorher  Page  des  -Kronprinzen,
nachmaligen  Königs  Friedrich  IL,  gewesen  war,  erhielt  er  1741  eine
Anstellung  im  Heere,  in  dem  er  sich  mit  Klugheit,  Tapferkeit  und
Gegenwart  des  Geistes  bis  zur  höchsten  militairischen  Würde  enıporschwang.
  Er  wolınte  seit  seinem  Eintritte  in  die  Armee  sämmtlichen
Feldzügen  bei,  ward  1758  Major,  1765  Oberstlieutenant,  1767  Oberst,
1773  Commandeur  des  Regiments  v.  Schwarz,  1776  Generalmajor  uni
Chef  des  erledigten  v.  Stojentinschen  Regiments,  1785  Generallieutenant,
  und  1798  General-  Feldmarschall.  Er  war  mit  der  Tochter  des
Regierungspräsidenten  von  Ramin  zu  Stettin  vermählt,  und  starb  zu
Stendal  kinderlos.

Friedrich  Wilhelm  v.  K.,  geboren  zu  Berlin  im  Jahre  1752,  hatte
eine  sehr  sorgfältige  Erziehung  genossen  und  stand  zuerst  in  dem  Regiment
  Garde,  später  wurde  er  unter  den  wirklichen  Offizieren  der
Armee,  und  zwar  vom  Jahre  1790  an  als  Major,  1799  als  Oberst  aufgeführt
  und  1805  zum  Generalmajor  befördert.  Schätzbare  Kenntnisse
  und  die  Sitten  der  feinen  Welt,  verschailten  ihm  eine  interessante
  diplomatische  Laufbahn.  Er  wurde  nach  und  naclı  Gesandter  an
verschiedenen  Höfen,  namentlich  auch  zu  Konstantinopel,  zu  Paris  zur
Zeit  der  Kaiserkrönung  Napoleons,  löste  im  Winter  1805  den  Marquis
  v.  Luchesini  auf  dem  Gesandtschaftsposten  daselbst  ab,  und  unterhandelte
  auch  beim  Ausbruche  der  Feindseligkeiten  im  gedachten
Jahre  mit  dem  Fürsten  v.  Benevent.  Im  Jahre  1812  war  er  von  Seiten
  unserer  Regierung  als  Commissair  bei  dem  Könige  von  Sachsen,
der  sich  damals  als  Gefangener  in  Berlin  und  im  Schlosse  Friedrichsfelde
  befand.  Bald  darauf  erbielt  er  als  Generallieutenant  seinen  Abschiel,
  und  starb  am  19.  April  1820  zu  Berlin.

N.  N.  v.  K.,  geboren  am  18.  Decbr.  1775  zu  Wuthenow  in  der
Nenmark,  und  gestorben  am  11.  Septbr.  1826  als  Generalmajor,  Ritter
  des  rothen  Adlerordens  2.  Classe  und  des  eisernen  Kreuzes  2.  Cl.
Er  trat  1789  in  das  damalige  Regiment  Graf  Lottum  Dragoner,  machte
in  demselben  die  Rheincampagne  mit,  ward  1798  zum  Regiment  Garde
du  Corps  versetzt,  und  wohnte  dem  Feldzuge  von  1805  als  Stabsrittmeister
  bei.  Mit  dem  grössten  Theile  des  Regiments  gelang  es  ihm,
der  Gefangenschaft  bei  Prenzlau  zu  entgehen  und  zur  Armec  des  Könies
  zu  gelangen,  wo  er  1807  in  Preussen  mit  focht.  Im  Jahre  1813
beiehligte  er  zuerst  die  2.  Compagnie  der  Leib-Escadron  des  genannten
  Regiments,  wurde  aber  in  demselben  Jahre  Oberstlieutenant  und
Conimandeur  desselben,  im  Jahre  1815  Brigadier  der  Garde  -  Cavallerie,
  und  1819  Inspecteur  derselben.  Seine  irdischen  Ueberreste  ruhen
in  dem  Gewölbe  zu  Dürotz  bei  Nauen.

Noch  gedenken  wir  des  genialen  Hans  Georg  Wenzel,  Freiherrn
v.  Knobelsdorf,  geb.  zu  Kossar  bei  Crossen  1697,  der  ein  anerkannter
  Meister  in  der  Baukunst  und  im  Zeichnen  war.  Die  Verschönerung
  des  Thiergartens  bei  Berlin  und  mehrere  königl.  Paläste,  die  Erbauung
  des  Opernhauses  zu  Berlin,  eines  Flügels  des  Schlosses  zu
Charlottenburg,  der  Marmor  -  Colonnade  zu  Sanssouci  (abgetragen  im
Jahre  1797),  des  Sterns  (Jagdschloss  bei  Potsdam),  der  Schlösser  zu
Dessau,  Zerbst  u.  s.  w.  sind  sein  Werk.  Er  starb  lebhaft  betrauert
von  seinem  königl.  Beschützer,  Friedrich  dem  Grossen,  der  ihm  ein
Klirengedächtniss  in  den  Memoiren  der  Academie  (VIII.  Th.  S.  1)  geschrieben
  hat,  am  15,  Sept.  1753.

Im  Salıre  1806  standen  siebzehn  Mitglieder  aus  dieser  Familie  im
preussischen  Heere,  von  denen  mehrere  den  Tod  auf  deın  Felde  der
Ehre  fanden,  andere  sich  im  Befreiungskampfe  Ehrenzeichen  erworben
  haben;  namentlich  starb  im  Jahre  1807  der  Generalmajor  und
Commandant  von  Stettin,  v.  Kke  —  Ein  Major’v.  K.,  der  bei  dem