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9. Den Meister, groß und milde, den nenne mir geschwind,
Der dich mit seinem Bilde geziert, mein liebes Nind,
10. Und der, bist du gegangen dem stillen Grabe zu,
Dich jenseits wird empfangen in seiner ewm'gen Ruh'.
11. Und hannst du mir ihn nennen, so folge ihm auch fromm,
Dann wird er dich auch kennen und sprechen: „Sei willkomm'!"
142. Der Fuchs. Von Hermann Masius.
Der Regen verzieht, der Wald schüttelt die lauen Tropfen aus dem
Haupt, und von der Heide steigt's erfrischend und würzig in
die Abendluft. In allen Schlupswinkeln regen sich Flügel und Füße.
Die Mücken beginnen ihre Tänze; die Ameisen kriechen hervor, ihre
verschwemmten Straßen wiederherzustellen; der Fink schmettert aus
dem Buchenwipfel herab; der Hase schießt Kapriolen, und auch der
Fuchs verspürt ein heimliches Rühren. Dort lauscht er zwischen den
Wurzeln einer alten Eiche. Er „windet“. — Alles ist sicher, mit
einem Satz ist Reineke vor der Tür.
Er macht sich auf, allein er eilt mit Weile. Gelassen schlendert
er mit schleppendem Schweife durch Busch und Kraut, immer querseldein.
Er verläßt die Heerstraße und mag sich gern im Riedgras,
Korn und Hag verlieren, wo bunte Blumen blühen und muntere
Vögel singen. Endlich ist er mitten im Waldbann. Er schleicht
langsamer, leiser, vorsichtiger. Der Abend haucht kühl aus Halm
und Blatt. Die Bäume heben ihre Wipfel regungslos in die Stille.
Nur die Vogelkehlen sind noch laut. Die Drossel lockt mit hellem
Ton; die Meise schlüpft, ihr Liedchen schrillernd, von Busch zu Busch;
der Waldschreiner Specht hackt und hämmert am Eichenstumpf.
Reineke ist am Rande der Waldwiese angekommen. Er lauscht. Die
Blumen neigen ihre Kelche. Da und dort summt noch eine Biene,
oder ein schwergepanzerter Käfer schweift behaglich brummend in
geschwungenem Bogen dahin. Jetzt knackt es in den Zweigen.
Der Fuchs spitt das Ohr: ein Pfeifen läßt sich hören. Da
tritt das Keh heraus, das Haupt keck emporgerichtet, die Augen
nach allen Seiten rollend. Wieder pfeift es, und in schlankem
Sprunge ist das Kälbchen der Alten zur Seite. Die Mutter
leckt ihm kosend den Nacken. Plöhlich hebt die Ricke den Kopf.
Ihre Augen funkeln, ein Zittern fliegt über die Flanken; sie macht
ein paar Sprünge und stampft zornig mit den Läufen. Es ist
klar: sie hat den Räuber gewittert. Der hat sich herangestohlen,