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aufrecht zu erhalten.“ Und diese Worte werden wirklich geglaubt. Die
lange Geschichte des Katholizismus hat sich so tief in Millionen menschlicher
Geister eingeprägt, daß diese trotz aller persönlichen Freigeisterei oder
Gleichgültigkeit doch in den kritischen Lagen ihres Lebens immer wieder
zur „Mrutter-lirche“ zurückfallen. Es ist ihnen selbstverständlich, zur
katholischen Organisation zu gehören und ihr soviel Macht und Einfluß
zu wünschen als immer möglich. Weil sie religiös an ihr hängen,
folgen sie ihr politisch. Niemand hat sie gelehrt, Kirche und Dolitik
reinlich zu unterscheiden, im Gegenteil lehrt sie der Driester, kirchlich
Dolitik zu treiben. Auch dem Dreiester ist es selbstverständlich, daß er im
Sinne seiner lirche politisch handelt, und wenn rotestanten oder freifinnige
Katholiken ihm das vorwerfen, begreift er nicht, was sie eigentlich
wollen. Es ist ein großer Strom, der sie beide trägt, den Hriester und
den Mann aus dem Dolke, der Strom einer vielfarbigen, unbeschreiblich
zusammengesetzten und doch im Grunde einheitlichen Weltanschauung.
Cöst sich der einzelne von dieser Anschauung los, dann müssen Seelsorge
und Beichtstuhl helfen, ihn wieder gläubig zu machen. Ist er aber
wieder gläubig geworden, dann stimmt er fürs Sentrum. Wie stark der
Beichtstuhl unter Umständen für politische Hropaganda dienstbar gemacht
wird, hat ein aufsehnerregender Drozeß in Oberschlesien gezeigt. Wer
dort ein zentrumsfeindliches Blatt las, bekam keine Absolution. Absolution
aber ist es, was die HKatholiken nötig haben. Das ist das Geheimnis.
Ganz von selbst sind beim gläubigen Katholiken die politischen
Begriffe anders als beim Hrotestanten. Er kann und
wird Daterlandsliebe haben; aber sein Mationalismus ist von vornherein
durch starken Internationalismus gedämpft, denn wann und wo er in
religiöser Gemeinschaft ist, denkt er des Ztalieners, der ihm ein Stellvertreter
Gottes ist. Oft wirkt die Gläubigkeit direkt entnationalisierend. In
Jerusalem sagte mir ein deutscher Mkönch aus Köln mit merkwürdigem
religiöosem Stolze während der dortigen deutschen Kaisertage, er sei international.
Was bei den Sozialdemokraten etwas mehr Erträumtes als
Erlebtes ist, das ist beim Katholiken mit jeder heiligen Messe, mit jedem
Ave Maria eingesogen: volkslose Lebensgemeinschaft. Daraus braucht
kein Gegensatz gegen die Wationalität zu kommen, aber es fehlt doch