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gen Bruberkrieg ihre eigenen Laͤnder schwer verwuͤstet und zerruͤttet
hatten, in Naumburg zusammen und reichten sich nach langem
Zwiste die Hand zur Versöhnung. Einen wesentlichen Eindruck auf
das rauhe, harte Gemüth des Herzogs Wilhelm hatte aber ein Ercigniß
im Lager vor Gera gemacht. Dort standen nemlich im October
1450 die Heere der beiden Brüder einander ganz nahe gegenüber:
Friedrich der Sanftmüthige war zur Rettung Gera's — leider zu spät!
— herangeeiltz man glaubte, es musse hier nun zur Schlacht kommen.
Da erbot sich ein Schützenmeister gegen den Grafen Harras, daß er vom
Lager aus den Herzog Wilhelm sicher erschießen wolle, wenn es der
Kurfürst erlaube. Harras theilte den Vorschlag dem Kurfürsten mit
und redete ihm zu, es zu gestatten. Friedrich's Antwort: „Schieß,
wen du willst, nur meinen Bruder nicht!“ soll den harten Wilhelm
sanfter gestimmt und zur Versöhnung geneigt gemacht haben. —
Früher schon kam in diesem Kriege eine andere rührende Scene vor.
Kurfürst Friedrich kam mit seinem Heere nach Freiberg und forderte
von Rath und Bürgerschaft, daß die Stadt ihm allein huldigen,
dem Bruder Wilhelm aber den Gehorsam aufsagen solle. Da kamen
die Rathsherren Paar und Paar, jeder ein Sterbekleid mit sich
führend, auf den Markt, und Woller von Molsdorf, der Bürgermeister,
erklärte bescheiden und gottergeben: „daß er lieber seinen alten
Kopf verlieren, als Eid und Treue brechen wolle.“ — Friedrich,
gerührt von der Biederkeit, antwortete: „Nicht Kopf ab, Alter, nicht
Kopf ab! Solche ehrliche Leute brauchen wir noch länger.“
31. October.
Die hohe Wichtigkeit der Reformation kür chrillliche
Schulen.
Sei uns willkommen und gesegnet, festlicher und unaussprechlich
wichtiger Tag, an welchem einst der muthige Gottesmann zuerst
aufstand, um seine Stimme zu erheben gegen die Mißbräuche der
Zeit und die Glaubensverbesserung zu beginnen! Wichtig ist dieser
Tag für die Gotteserkenntniß und Gottesverehrung der Christen;
wichtig für ihre Sittlichkeit und Lebensveredlung; wichtig für
das Heil christlicher Länder und Reiche; aber auch hochwichtig für
die Bildung der Jugend und für christliche Schulen. Lasset uns
des Lettern heute vorzugsweise gedenken. Die Reformation nemlich
machte an und für sich schon Schulen nothwendig und unentbehrlich.
Wer sollte das gereinigte, lichtvollere Christenthum,
worauf die Reformatoren drangen, kennen und üben leinen, wer sollte
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