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lange warten lassen.“ Die Alte sprach: „Ei, du hast junge Füße,
du kommst noch früh genug heim, wenn du mir auch das Holz bis
zu meinem Häuschen trägst. Es ist nicht weit von hier, und ich
will dich gut dafür bezahlen.“ Der Junge dachte: Das wird eine
schöne Bezahlung sein, das Weiblein hat ja selber nichts. Weil
sie aber so alt und schwach war, legte er sein Bündel nieder, nahm
das andere auf und ging der Alten nach. Sie waren noch nicht
weit gegangen, da stand die Alte vor einem Häuschen still und sprach:
„Hier wohne ich. Warte nur ein bißchen, ich werde dich bezahlen.“
Der Junge wartete und war neugierig, was sie bringen werde. Es
dauerte nicht lange, da kam sie wieder und trug ein Birkenreis in
der Hand. Sie kam ihm jetzt viel größer vor und war so feierlich
und ernst, daß er sich fast fürchtete. Sie sprach: „Du bist ein braves
Kind und hast mit armen alten Leuten Mitleid; dafür will ich dich
belohnen. Nimm dies Birkenreis und bewahre es gut; es wird dir
goldene Früchte tragen.“ Damit gab sie ihm das Reis und war
im Hause verschwunden.
Der Kleine mußte über das Geschenk beinahe lachen. Aber
er behielt den Zweig und lief in den Wald zu seinem Holzbündel
zurück. Er nahm es wieder auf, trug den Zweig in der rechten
Hand und ging weiter. Bald ward er aber so müde, daß ihm die
Augen zufielen; und da dachte er bei sich: Ich will ein wenig ausruhen.
Er legte das Bündel nieder und steckte das Birkenreis in
die Erde. Darauf streckte er sich ins weiche Moos und schlief ein.
Er wachte erst wieder auf, als die Sonne unterging und die Abendluft
durch den grünen Wald zog. Er rieb sich den Schlaf aus den
Augen und sah zuerst nach seinem Holzbündel, dann nach dem Birkenreis.
Da sah er, daß aus dem Birkenreis ein schönes Bäumlein
geworden war, woran goldene Blätter und Früchte hingen. Der
Knabe verwunderte sich und sprang voller Freude um den Baum
herum. Dann fing er an, die Blätter und Früchte abzupflücken
und in seinen Sack zu stecken. Als der Sack gefüllt war, ging der
Junge schnell nach Hause und ließ das Bündel liegen. Die Mutter
hatte schon lange auf ihn gewartet und sich Sorge gemacht, ob ihm
ein Unglück zugestoßen sei. Wie sie aber sah, daß er ganz lustig
ohne Holz und Reisig heimkam, ward sie böse und sprach: „Wo hast
du dich den ganzen Tag umhergetrieben? Ich habe dich am frühen
Morgen in den Wald geschickt, und jetzt ist später Abend, und du