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gezogen, 8 Bataillone (6 badische, ein 7er und Landwehr Eupen). Um 4½ Uhr erfolgte der Aufbruch, doch
eine überraschte Feldwache alarmierte Ehrnebier. Zwar drangen die Vadener in der entstandenen Verwirrung
von Süden her ein, aber nur die Hälste des Dorfes flel ihnen zu. Auch in dem nördlich anstoßenden Gehölz
des Evants wehrten sich die Fraugosen gegen die Eupener, lu der noch herrschenden Finsternis gerieten die Kämpfenden
durcheinander. Beim ersten Morgenlicht sahrn dle Deulschen so starke Streithaufen aurlcken, daß sie
zurückgingen. Um 9 Uhr befahl Degenfeld nochmals allgemeinen Angriff. Die Deutschen nehmen in zweistündigem
Waldgefecht das Gehölg, aber das stark verbarrikadierte Chenebier spottet aller Anstrengung. Man muß
sich begnügen, die Annäherung des Feindes an Belfort zu hindern, und das gelingt, weil die Franzosen, selber
eine Umgehung fürchtend, nicht mehr vorstießen und matt waren. Bourbaki hatte den Plan auf seinen linken
Flügel gebaut, und als dieser versagte, ließ er nur noch die Artillerie weiter spielen und kleinere Kämpfe eingehen;
er selbst wie seine Unterfeldherren überzeugten sich, daß die ermüdeten, hungernden und frierenden Leute
nicht weiter kämpfen konnten. Er begann daher langsam und vorsichtig den Abzug, auf dem seine Truppen den
« nachrückenden Deutschen noch hartnäckige Gefechte lieferten. Die Dörfer und Wälder
lagen voll von Verwundeten und Erschöpften.
Landwehr-Bataillon Graudenz bei Hericourt,
16. Jonuar 1671.
Die dreitägige Schlacht an der Lisaine, die einzige, die lediglich in der Verteidigung verlief, gehört zu den
denkwürdigsten Ereignissen des Feldzuges. Kaiser Wilhelm telegraphierte am 20. Januar dem siegreichen Heerführer:
„Ihre heldenmütige, dreitägige, siegreiche Verteidigung Ihrer Position, eine belagerte Festung im Rücken,
ist eine der größten Waffenthaten aller Zeiten. Ich spreche Ihnen für Ihre Führung, den tapferen Truppen
für ihre Hingebung und Ausdauer meinen königlichen Dank, meine höchste Anerkennung aus und verleihe Ihnen das
Großkreuz des Roten Adlerordens mit Schwertern als Beweis dieser Anerkennung. Ihr dankbarer König Wilhelm.“
Das Lob aus kaiserlichem Munde hatten alle, die an dieser Schlacht teilnahmen, wohl verdient, Führer wie
Truppen. Werder gab einen glänzenden Beweis höchster Feldherrnkunft, die Untergebenen führten seine Anordnungen
mit mustergültiger Standhaftigkeit aus. Sie hatten vielleicht noch Schwereres zu ertragen als ihre
Kameraden an der Loire. Die Landschaften, die sie so lange Wochen kreuz und quer durchstreiften, waren ärmlich
und schnell erschöpft. Hier traf man selten einen reicheren Ort, der lange Entbehrungen vergessen ließ. Die
Nachfuhr von rückwärts auf ungünstigen, von Franctireurs gefährdeten Straßen, fern von den Eisenbahnen, konnte
nicht den Bedürfnissen Genüge thunz fie reichte kaum für die Munition aus. Jede Verbindung mit der Heimat
war notdürftig, Briefe kamen selten und spät an, und die ersten Liebesgaben erreichten erst nach Weihnachten die
ihrer so vorwiegend Bedürftigen. Tagelang gab es kaum eine harte Brotkrume; selbst während der Schlacht
an der Lisaine mußten die Kämpfer hungern. Von Labung, von Wein oder gar Bier war hier nicht die Rede,