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Gernsprecher: Berlag und Redaktion Nr. 72; Onseraten-Abtellung Nr. 235. »
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Rosenheim
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Tagblake
Amtliches Publitlalions-Organ.
Freitag, 16. März 1917
Protestautijch: Henrieite 63. Jahrt aug
Ausbruch der Revolution in Rußland.
Die Macht in den Händen der Revolutionären, die Minister im Gefängnis.
Neuerdings 48.000 Tonnen feindlichen Schiffsraum versenkt. — Eine englische 11-Boot-Falle vernichtet. — Politische Krise in
England. — Die Newa-Eisenbahnbrücke in die Luft gesprengt — Aufhebung der Verschickung belgischer Arbeitsloser nach Deutschland
De fixiegslate.
Abendbericht.
WTB. Berlin. 4. März. Im Westen bei regnerischem
Wetter ruhiger Tag. Im Olten lebluufte
Artillerietätigleit bei Brzezany. Neue
Ententeangriffe beiderseits des Prespasees scheiterlen.
ri · □—P
WTB. Groses Hauptquartfer, den
15. März, vormittags. Amtlich. 1
We#stlicher Kriegsschauplaßz.
Bei Regenwetter blieb das Artilleriefeuer in
den meisten Abschnitten gering.
In der Champagne kamen französische Angriffe
am Nordwesthange der Höhe 185 füdlich
ron Ripont in unserem Vernichtungsfeuer
nicht zur Entwickelung. Erkundungsvorstöße im
Somme Gebiet und auf dem West -Ufer der
Maas wo# eine französische Feldwache südlich
von Cumieres durch forsches Zupacken aufgehoben
wurde, brachte uns eine Anzahl Gefangener
ein. 6#
Os####Kriegeschanpla##.
Hceresgruppe des
Prinzen Leopold von Bayern.
Bei Witoniec, am Stochod, und bei Jamnica,
sudlich des Dujestr wurden Unternehmungen
unserer Stoßtrupps mit vollem Erfolg durchgeführt.
Ueber 100 Gefangene und mehrere
Maschinengewehre und Minenwerfer konnten zurückgebracht
werden.
Mazedonische Front.
Auf beiden Ufern des Prespa-Sees und
nördlich von Monastir selhten die Franzosen
auch gestern starke Kräfte mit dem gleichen verlustreichen
Miherfolg wie an den Vortagen zum
Angriff an. Zwischen Cerna und Doisan-See
wurden lleinere Angriffe der übrigen Entente.
Truppen abgewiesen. s
«2 Dethuxseneialquoktiemniitm
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DCWZHGEMOCML
WTQWicmläÆzAmtlichwikdverlautbart:
tallenischer Kricgsschauplatz.
Der Artilleriekampf kebte in mehreren Fronteabschnitten
wieder auf. An unserer Front nördlich
von Asiago drangen heute früh Abteilungen
des Inf.-Regts. Nr. 27 durch Schneetunnels in
die seindlichen Gräben östlich des Monte Forno
ein, zerstörten die Unterstände, fügten den Jialienern
erheblicke bkutige Verluste zu, erbeuteten
2 March-nengewehre und machten 22 Alpini
zu Gefangenen. 1à1
De Stellvertreter des Chefs den Generalsia#:
v. Hbfe-, Feldwa'sch#eutnant.
Petersburg, 15. März.
burger Telegraphenagentur.
Meldung der Peters-In
Petersburg ist die Revolution
ausgebrochen.
Ein aus 12 Duma Mitgliedern besteheuder
Exekutiv. Ausschuß ist im Besitz
der Macht.
fäugnis gesetzt.
Alle Minister find ins Ge-Die
Garnison der Hauptstadt (30000
Mann) hat sich mit
vereinigt.
den Revolntionären
An dem darauffolgenden dritten Tag
der Revolntion war die Ordnung wieder
bergestellt.
Der Deputierte Engelhardt ist vom Ausschuß
zum Kommandanten von Petersburg
ernaunt worden.
Petersburg in rollem Aufruhr.
Stockholm, 14. März. Nachrichten aus
Petersburg befagen, daß russische Revolutionäre
die Newabrücke, welche dic finnischen und russischen
Bahnen miteinander rverbindet, in die Luft
gesprengt haben. Petersburg befindet sich seit
Tagen in vollem Aufruhr. Auf vielen Straßen
find Maschinengewehre aufgestellt. Vielfach weigerten
sich die Soldaten auf die Verölkerung zu
schießen.
Die Unruhen richtelen sich vornehmlich auch
gegen England. Vor der englischen Botschaft in
Petersburg fanden eruste Krawalle statt. Zahlreiche
Scheiben wurden eingeschlagen. Vor dem
sog. Speicher der Lady Buchanan, der Gattin
des englischen Botschafters. wo englische Spenden
angesammelt wurden, sammelte sich eine tausendköpfige
Menschenmenge an. Das Verwaltungspersonal
flüchtete. Der Speicher wurde zerstört
und eine große Menge Vrrbandsmaterial
auf die Straße geworfen und verbrannt.
Auch aus vielen anderen Teilen des Landes
traffen auflehenerregende Meldungen ein. Im
Wolga-Gouvernement wurden zahlreiche Mühlen
von den Nevolutionären verbxammt. Sehr
Omn Viuludter #
große Kornvorräte gingen in Flanmen auf.
ineliche Mählen
*1½)
rerbrannt worden. Der Schaden u#ird auf Hunderte
von Millionen Pud berechnet.
In der Duma erklärte der Sprecher der Arbeiterpartei,
Petersburg befinde sich im gleichen
Zustand wie Paris zur Zeit der großen Revolution.
Auch der Sprecher der Kadettenfraktion
erklärte die Lage für sehr erust; das Voll werde
sein Schicksal in die egiene Hand nehmen mussen.
6 e .
Bedeutsame Nachrichten brachte der Telegraph
heute morgen aus Rußland. Er vermittelte eine
amtliche russische Meldung, daß in Petersburg
die Revolution ausgebrochen ist, daß die Minister
im Gesängnis sitzen und daß ein Exrekutir.
ausschuß, der aus Dumamitgliedern besteht, die
Macht in Händen hat. Dieses Erekutirlomitee
hat nach drei Tagen die Ordnung wieder hergestellt
und einen Stadtlommandanten ernannt.
So bedeutsam diese Nachrichten auch sind, so
wenig enthalten sie doch noch, um ein röllig
llares Bild uber die eigentlichen Zustände in
Rußland, vorab in seiner Hauptstadt, gewinnen
zu kömen. Die Meldungen, welche in den lettlen
Tagen schon eintrafen, wiesen ja bereits auf
den Ernst der Lage hin; man war aber immer
wieder versucht, anzunehmen, daß es sich ledig
lich um eine der vielen Unruhebewegungen „an
. le. 3.— dem Clydegel e#:
deln wurde, die noch fast jedes Fruhjahr im rusf--sischen
Reiche da oder dort ihren Einzug zu
halten pflegten. Diesmal mögen ja die Heimschicung
der Duma durch die Regicrung, die
Mißorganisation in der Lebenemittelfrage und
die übrigen innerrussischen Fragen ein Wort mit
gesprochen haben. Vor allem erheben sich aber
die Fragen: Ist das russische Volk seiner kriegstreibenden
Partei überdrüßig und sucht es, durch
Nerolution sich ihrer zu entledigen? Oder stecken
binter der Rerolution die Negierung, die keinen
Ausweg mehr weiß, oder gewihe Kreise, denen
das jehige Regime nicht weit geung geht und
die der Hoffnung sind. durch einen Umsturz zum
Jiele z vommen Alle dicie Fragen drangen sich
in den Vordergrund, ohne daß man ohne Weiteres
schon eine Amtworl darauf finden konnte.
Die Meldungen über den weiteren Gang der
Dinge in Mußland müssen also vorerst noch abgewartet
werden.
Polilische sitise in Euglauc.
Ammnerdam. 11. Marz. Die indiche Regiekung
hal, im Einrerftandnile mit der englischen
Regierung, auf 8 liu#nren, die in Indien
eingefuhrt werden, einen Einfuhrzoll gelegt.
Diese Maßregel hat bei den Baumwoll-Fabrikamen
von Lancalhfre, die in Englisch-Indien
ein ausgedehmtes Abfatzgebiet haben, große
Besorgnisse erregt. Eine aus Arbeitgebern und
blrbeitern der Baumwollindustrie besuchende
Deputation hane eine Umerredung mit Chamberlain,
dem Staatssekretär für Indien. Dieser
mackte der Depmiation die kurze Mitteilung, daß
die Regierung dem Wunsche nach einer Abänderung
nicht entgegenkommen werde, sondern
ihren einmal gefaßten Beschluß aufrecht erhalten
werde. Chamberlain sagle. daß Indien den
rersprochenen Kriegebeitrag von hundert Millionen
Pfund Sterling nur auf dieie Weise aufbringen
konne. Die Angelegenheit soll im Unterhaus
zur Sprache kommen und es foll eine Abfimmung
daruber staufinden. Llond George
wird belanntgeben, dad im Falle einer Niederlage
der Regierung allgemeine Wahlen stattfinden
würden. Die irisch nalionaliflische Parlei,
die sich der Opposition angeschlossen hat,
w#d gegen die Regierung summen, ebenso sämtliche
Mitglieder ron Lancashire. Wenn sämtliche
Liberale sich Lancashire und den Iren anschlossen
und gegen die Regierung stimmen, worde
zweifellos eine Niederlage erleiden. Lloyd
(bcorge werde sich an das Land wenden und die
Agitation gegen den Baumwollzoll als eine
Oemmung der Kriegfuhrung darstellen und einen
Protest der Nation gegen alle zu erwirken suchen,
die fur die Beschleunigung der Krifc verantwortlich
zu machen seien. s ""*
—— lIn
Kopenhagen, 11. Marz. Die Wahrscheinlichkeit
einer Auflosung des englischen Unterhauses
ist in den letzten Tagen erheblich näher
geruckt. Auch in gewissen Kreisen der Arbeiterbartei
ist die Opposition gegen Llond George im
Wachsen begriffen. Man verlangt über sie immer
scklimmer werdende Polizeiwertschaft, besonders
iler de Auemeinrg ciner A-l Areiterfüble
den Arbei-
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