Volltext : Blätter für Rechtsanwendung. XXIV. Band. (24)

.2  Die  Bl.  f.  Rechtsanw.  am  Anfange  ihres  24.  Jahrganges.

richtshofes,  sollten  die  Blätter  eine  unversiegbare  Quelle
der  Belehrung  eröffnen  und  zugleich  die  so  wünschenswerthe
  Gleichförmigkeit  in  der  Rechtsanwendung  anbahnen
und  fördern.

Wohl  Wenige  werden  den  Blättern  das  Zeugniß
versagen,  daß  die  Aufgabe,  die  sich  ihr  Begründer  gestellt,
  eine  dankenswerthe  war;  daß  die  Mittel,  mit  denen
die  Erreichung  derselben  erstrebt  wurde,  mit  Umsicht  und
Sorgfalt  ausgewählt  waren,  und  daß  der  Einfluß,  welchen
  demgemäß  die  Blätter  auf  die  Praxis  der  bayerischen
Gerichte  übten,  ein  in  hohem  Grade  wohlthätiger  war.
Daß  auch  die  Doktrin  aus  den  Blättern  für  Rechtsanwendung
  Nutzen  zog,  dürften  insbesondere  die  neueren
Ausgaben  von  Seuffert's  eigenen  theoretischen  Werken
beweisen.

Seit  auderthalb  Jahren  ruht  Johann  Adam
v.  Seuffert  im  Grabe,  das  ein  Denkmal  schmückt,  dem
Verstorbenen  errichtet  von  der  treuen  Gesinnung  überlebender
  Freunde  und  Schüler.  Aber  auch  jene  Denkmale,
  dauernder  als  Erz,  dic  der  Verewigte  sich  selbst
gesetzt,  sollen  bewahrt  werden.  Diese  Blätter,  eines  dieser
  Denkmale,  wurden  nach  des  Begründers  Tode  von
Professor  Dr.  Ernst  August  Seuffert,  dem  würdigen
Sohne  des  großen  Vaters,  in  einer  Weise  fortgesetzt,  die
alle  Freunde  des  Unternehmens  zum  Danke  auffordert.
Die  Pflichten  des  Lehrberufes  machen  ihm  unmöglich,
die  Redaktion  länger  fortzuführen,  welche  nunmehr  der
Unterzeichnete  übernommen  hat.

Daß  Johann  Adam  v.  Seuffert's  Thätigkeit
für  diese  Blätter  nicht  vollkommen  zu  ersetzen  ist,  fühlt
Niemand  lebhafter,  als  ich.  Diese  Erwägung  darf  aber
nicht  dazu  führen,  das  Werk  aufzugeben,  sie  legt  vielmehr
  die  Pflicht  auf,  bei  dessen  Fortsetzung  die  Hauptrichtung
  des  Weges  einzuhalten,  welchen  Seuffert  vorgezeichnet
  hat,  sein  Werk  in  seinem  Geiste  weiter  zu  führen.
  Der  neuen  Redaktion  wird  daher  stets  der  oben
angegebene  Zweck  dieser  Zeitschrift  vor  Augen  schweben