lieferte er die von seinen zahlreichen Helfern aufcelauften
Waren an den Lebensmittelhändler
Stolle in Potschappel, spüter an Becker in
Schwelm. Eine Erlauknis zum Lebensmittelhandel
Hatte er natürlich nickt; seine Wohnung haite
Metzler ständig im Hotel Mettopol. von wo aus
er samtliche Geschäste fast ein Jahr lang erledigte
und bale#i das Leben eines reichen Mannes führ-1.
T Der Wert der ron ihm nach Norddeutschland
clieferten Waren beläuft sich am ctwa 250 000
Mot: uner Anklage slehen indes nur Geschäfte
im Vetroge von 100000 Mi. Gehandelt wurde
zut allen erde ullichen und erreichbaren Lebenemitlein.
Welcke Summen bei den Schiebereien
rerdient murden, ergit! sich daraus, dZar dem
Meler lei seiner Verhaftung noch 28 0 u) Mi.
algenemmen werden lonnten, und daß ! an
seine Unterhändler und Zulringer gioße Beiräge
zallleu museie.
Prenner Urtrieb die Geschäfte ebenfolls in
erroem Umsange, obwohl auch er zum Handel
leine Crlaulnis Dalte; er verdiente in wenigen
Monaten 21 70 : MI. Unter amerem hatte
er ron der Münchener L. V. G. 20., Zenlner
amerikanicches Schmeineschmalz um 29#0 Ml. für
den Jentner he egen und um 30:) Mk. weiter-Zerkaust.
Durch eine Agenten liei er „Spartanersuppe“
herzlen, momn er Geritengrütze,
Maisgries. und Dörrgemüse in grosen Mengen
#eferle, sich dafür Lohe Preise und jür den JZent-Suppenwürfel
noch 7.50 Ml. Vergütung
abien lief. Eine der Hauptschuldigen in ferner
die Schweinemeßgersstau Katharina Schmid-Iuer,
die an Mentler für elwa 60 600 Mi. lieierte
und zwar mariemos Fleisch und Wurstwaren,
sowie grobe Mengen Mehl, Teigwaren,
Ceflügel u. Marmelade; die Schmidbauer hatle
in turzer Zeit einen Reingewinn von 14 585 Mk.
Wa#s-Die
W Verg volderswitme und
Audrae baltedgem Metzler als # ermieierin
iur etwa 2 /% M. Mehl. Griel Sago, Marneiade,
Samierteise u. u. unter ethellicher Verhkruen.
und einem Reingewinn von 13011 Mk.=uçLebrad,In
gleicher Weise lieferten an den
Mesßler u bedeulender Ueberjchreitung der
Freise der Kaufmann Hans Hemmeter Wurst;
waren. Speck und Käse im Vetrage von etwa
1060 Mtk., der Molermeisior Andreas Kamof
und seine Frau, die Kaiontalwareichändlerin
CElise Kämpf. grotMengen Mehll und Hülfsenrüchte
und der Mengermeiner Andrege Egen
Rauchfieisch und Wurnwaren um den doppellen
Freis. Genen Egen wird aber nichi rerhandell.
daer sich Jurieit beim Mit ilär beiindet. Zu den
znchen und Kelicnl ändlern gel rlen seiner
der Melter Anton Danierl. der an Mehler und
Andreage Waren mit einem Nugen von eima
!'50% MlE. rerkaufte. die Metzgersirau Anna
Dillier, die an Sgen einen heniner Rauchfleisch
um 100. Mil. ar gab, die * ** nialwarenhängierin
Karoline Geier, die an Vrenner N elgerite,
Maemelade, Teigwaren lieferte. und der Darmi
indier Mar Trin *Wl’ der gleichfalis an Brenner
NRauchsteisch. Schinlen. Spe . Zunnen und Fett
narlensrei und mit Uedrerichreitung der HSöch'tproiĩe
lieferte
lier
Ländlerin Anna
Der Reisende Paul Stuarn war für Menzler
und Vrenner ale Vermitltier und Auftäufer tii##g.
mofür er 10.: Mi. erhielt: in gleicher Weise
Urtatigte sich auch der Kaufmiann ZFelo##o
Lammermann. Ter Holeiprrlier Michael Bach
hojer war inmoferne an den Geschäf ten botziliat.
als er um die M achenichaflen des in jeinem 55.
ie! wolluenden Mcct#zler muse, ihn aber nach
Kräften unierslützte, bei Erledigung der Sendun
reint hulf und Lier#ür re smittel und große
Trinkg relder erb ielt. r Lat dogel ilje Hans
EEEIEEIIEIIt
wulte ron den Geĩchaften Meklers und der falden
Mezeich nung der Krachlüriefe, gab aber
nohdem die Güter des Wĩezler nach Norddeulichiand
frei, ohne seine Firma ausmerlsam zu machben;
ausrdem machte er mit Menter noch sehr
gewinnbringende Karloffelgeschäfte.
Die Verhandlung, di: schon am Montag beuounen
hät, dauert noch an.
Kosenheimer Eichepiellheaker.
Jm Stadtkinematograph wird an
den tommenden Tagen ein Scheufpiel in vier
Abteilungen „Die Tat des braven Mannes“
##rsichen Büdern, seiner spannenoen Handvorgefuhrt.
Der Film mit seiner Fülle von
lung und dem in sieigender Dramatik fort-Kofucheien
Koiflilt wird sicher von unserem
Publikum mit Beifall aurgenommen werden.
Die Handlung. aus dem Leben gegrifsen, ist
so schickfalsreich und so eindrucksvoll dramatisch
in den Hauptseenen, daß sich wohl niemand dem
cewaltigen Eindruck entziehen lann, den dieser
Film auf den Zuschauer ausübt. Das Programm
wird durch die neuesten Aufnahmen“ von
den Kriegsschauxlätzen und ein dreialtiges Lust-"piel
vervollständigt.
Kesianrafion Harchansel.
Schönster Ausslugsort
¾¼ Std. v. Bad Aibling ¼ Std. v. Holbermoor.
Kaffee mit Kuchen, Apteiwein. eigene Kelterel.
Sremdenzimmer, Moorbader.
besitzer Delatron
-
Lei
—
De
1182
Lelalus chcichlen.
Rosenheim, 16. Juni.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Ceorg Krempl, Säger aus Nosenheim, Unteroffisier
in einem preukischen Inf. Deg.; ; Nilolaus
Vrumer, Bauerssohn aus Surbrunn bei
Schnaitse., Soldat in einem Iuf. Reg., Inha-Ter
des Militärverdienstireuzes 3. Kl. mit
Schwertern.
Ausreichnungen im Felde. Mit dem
Cisernen Kreuz 1. Kl. wurde der Leutnant und
Pioniereug fülrrer Willi Jordan ausgereichnet;
er ist lereits im Besitz des Eisernen Kreuz:s 2.
Kl. und des Mililärverdienstordens d. Kl. mit
##wertern. Leutnant Jordan steht seit Kriegslem
in einem Matrosen-Regiment in Flandern
und hat auch an den letzten heißen Kämpsen
teilgenommen. Er ist ein Sohn des Kommeriienrates
Jordan, Vorstand der Baumwoll.
spinner ei Kolkermoor. Der Infanterist Joseph
Daminger aus Kiesersfelden, der seit Kriegsbegim
im Felde steht, wurde mit dem Mililärverdienstlreuz
3. Klasse mit Schwertern aus-Lezeichnet.
Die Auffü brungen der „Rabensteinerin“,
die belanmiich Zu Gunfsten der U-Voots.
Spende gegeben werden, sind ron dem
Cisenbahnunglück in Karolinenjeld in Mitlei
denichaft gezogen worden. Ein Teil des Personals
bejand sich im rerunglückten Ballanzu
Die anderen konten injolge des Unglüdks erst
rerspätet hier eimtreffen, sodaß die für heute
nachmiltags angesetzte Schulervorstellung ausfal-I.
mus te; sie wird am lommenden Montag,
nachmitlags &1 Uler, nachgeb olt werden. Auck.
das Geräck der „Feldgrauen“ ist infolge des
Unasücks noch ausfländig. Doch dürite es bis
abende Uier eingetroffen sein, sodaß die Abendorilellung
heule stattfinden wird. Uleberakt,
wo die „Feldgrauen“ mit ihrer „Nabensteinerin“
auftraten, in Augsburg, Kempten, Landeobhut
n#iw, erieiten ihre Aufführungen die grötten
rfolge, sodaß fast durchwegs eine Nerläng:.
rung des Gastipfels eintreten mußte. Wir hoi
sen, den gieichen Erfolg auch in Rosenheim ver-Für
Sonntag sind imel Vornachmitiags
und abende:
Vorsftellung
g#eichnen zu lönnen.
slellungen angesetzt,
auch für Montagabend ist noch eine
rorgesehen. "6 1
Strafgefangene für Kulturarbeinen.
Wegen »des Mangels an Arbeitern wurden
schon im Jahre 1915 Kriegsgefangene in
großer Anzahl zu Kulturarbe iten verwendei, wodurch
der Lanirtscht. ein großer Dienst erwiesen
wurde. Leider mußten jedoch diese Arleiten
allmah-ich eingeschränlt werden, weil
immer Nierr AKr#esgefangene zu lundwwern
sch aillichen Arteiten abgenellt werden mutten
Um unnn an den dringend notwendigen rarbeilen
weiter arbeilen zu können, erfolgen jetzt
Abücllungen von Strasg efangenen. So wurde
die Kriersgesa ugenei zunterlunjt in Aurach für
20 weilliche Strafgejangene aus Aichach eingericil.
die vor einigen Tagen dort e eimrafen
und die Regulierung der Auracha den Gemeinden
Fischbachau und Schliersee ausführen. In
den nächien Tagen wird die für Pürgerlich:
Gesangene cus dem Lager Traustein eingerichi#te
und jelt umgebaute Unterlunft . Pavolding
mit 25 Juchthausgesangenen aus Strauhum
belegt:; es handelt sich dort um die Re-Lulierung
der Ischler Achen in den (Geme#inde#n
Cagstatl. Pittenhart und Secon. Auch bei
Amerang wurde die ursprünglich für Kriegsgefangene
hergestellte Untertunn Frieberting umcebant,
um 50 weibliche Strasgesangene aus
blichach aufmmnehmen, die die Regulierung des
Abflusses des Ullhammer= und Ameranger-Sec
aus führen. Dem Vernehmen nach sollen im
Herde nach Beendigung ron jetzt in Ausführung
besindlichen rordringlichen Arbeiten noch
Erôffere Mengen von Strafgesangenen zu Kulturarbeiten
abgestellt werden.
Mit der Einziehung der Nickel= und
Silbermünzen wird es ernst. Einitweilen
sind die Post= und Telegraphenanstalten beaustragt
worden, bis auf weiteres Nickelmünzen
auck über den zulässigen Betrag von einer Mark
in Zahiung zu nehmen und angesammelte Bestände
von Silber= oder Nickelmünzen gegen
Reichsbanknoten, Reichskassenscheine und Darlehenskassenscheine
umzutauschen.
— Korolinenseld
Der Balkanzug entgleist.
Rosenhe#im, 16. Juni. Gegen 11 Uhr ereignete
sich heute bei Großlarolinenseld ein
Cisenbahnungluck, von dem der um 10,37 Uhr
fahrplanmäßig in Rosenheim fällige Balkanug
Münchon Wie##sonstantinopel betroffcht
wurde. Soweit bis jeht festiteht, ilt dem Balkon
zug ein Güterzug in der Nichtung nach Rosenheim
vorausgesabren. Non einem mit Baumslämmen
beladenen Wagen dieses Zuges ging ein
Stamm rerloren, der sich auf den Bahnkörper
legte. Als der Balkanzug in gleicher Nichtung
daherfuhr, wurde der Stamm von der Lolomotire
ersaßt und ein Stück mitgeschleift. Die
Folge war, daß dann die Lokomotive entgleiste.
Ueder die weitere Wirlung der Entgleisung ist
uns einstweilen nur gemeloct, daß die Lolomotive
und der Packwagen umstürzte, während der
hach folgende Personenwagen stark zur Seite
neigl. Der Vallanzug war gut besetzi; Menschenleben
sind erfreulicherweise nicht zu bellagen,
doch sollen infolge des flarken Ruckes bei der
Tutgleisung Passagiere Verletzungen und Prellungen
darongetragen haben. Das Unglück ereignete
sich in der Station Karolinenfeld.
Wie wir weiter noch ersahren. ist es nur der
Weistesgegenwart des Lolomotir Iührer: des
BValianzues zu rerdanten, daß das Unglück
nicht schlimmere Gilgen angenommen hoet.
In letzter Minute bemerlle er den Baumilamm,
und er lennte dann den Zug noch bremsen lassen.
Durch den scharsen Ruck wurde jedoch die
Maschine umgeworsen. Leider in der Soiomolirführer
rersetzt. Er erlitt einen Armbuch und.
Verictzungen an einem Bein. Eine an Ort und
Stelle zu Gunsien des waderen Mannes uler
den Passagieren r#anstaltel: Sammilung erzab
den Belra. von etwa 601½ Marl. Im Zuge dejand
sich auch ein Teil der „Feldgrauen“, welche
in Rosenheim bei der Auführung der .,„##„
bens.einerin“ milwilen. Glücklicherweise fino die
Passagiere alle mit heiler Haut davongel## #imen,
dock il der Materialschaden ziemlich qro.
Der Buumamm, der da Unglück verschulecte,
ilir zte eimm 30½ Meier an####lM
au: das Celzis und wurde dann vom Aschenia
iten der Loiomotire bis in die Stalion Kar?)
linenseld mitgeschlerpt. Dort llemmte sich der
Stamm fesi. Trotz des Bremsens und der Cutisung
der Maschine fulhr der Zug noch etwa
60) Meter weiter; ingolgedessen wurden zwei
—
—
Weichen röllig zerstört und die narken Schwellen
dürchschlagen.
Diese Mitteilungen über das Eisenbahn-Unelnd
konnten wir von privater Seile erfahren,
U. u. auch von einem Mitreisenden des Ballan.
ure. Die Tincill#silen seien indessen roreril mit
Vorlehan wiedergegeben. Ein amtlicher Be
richt lag und bei Nedattionsschluß noch nicht
vor.
Muf#k und Thealer
Die Rabensteinerin.
Zum Gaüspiel der „Feldgrauen“ in Rosenheim.
Im Jabre 1007, zwmei Jahre vor seinem Hinicheiden.
vollendeie Wildenbruch „Die Nabensleinerin“.
Jehl erleben wir ihre Auffuhrung in
Nosenkeim, zu Gunsten der U-Boot-Spende.
Die Handlung liegt im 16. Jahrhundert. Hilpold
Jeronimus, der Rilier von Rabenstein,
I aun mitl seiner Tochter Bersabe auf Burg
Waldiein. Er isl ein Kind seiner Zeil, ein
Schnapphahn, der den vorüberziebenden Kaufleuzen
und sonftigen Reisenden die Taschen leert.
Für iln, wie für alle seinesgleichen in eine
schmere Zeit angebrochen. In den Slädten bat
man es gelernt, „die Kartaunen, die Böllische!
Dinger“ zu gieß en. mit denen Fürsten u. Eiabi
die Raubburgen der Niller brechen: „Die Furiten
ron oben, von unten die Städte wie zuei
Müllsleine mallt das aufeinander. Wir Ritterbürtigen
dazwischen, wir sind das Korn, das
zerrieben wird!“ meint der alte Nabensteiner
düsleren Sinnes. Bersabe, das echte Wildenbruchsche
Prachtmädel, sucht ihm die Schatten
von der Stirn zu scheuchen. Heute gibt's wieder
einen Zug, der reiche Benle verspricht; ein
Späler hat die Nachricht gebracht, daß einer
der reichen Augsburger Welser, Barkolme Welser
(der junge) seiner Braut, der Ursula Melber
aus Nürnberg, emgegenzieht. Sein Weg muß
ihn an der Rabensteinerburg vorbeiführen.
Vergeblich such! Dietburg von Agawang, des
Ritters Schwester, den alten Rabensteiner vom
Zug zurüclzuhallen. Sie erwartet Unheil von dewm.
Zug und behält recht. Der junge Welser will!
sich nich: gutwillig seiner Konbarlejten berauben
lassen. Zwar schlägt ihn der alte Nabensteine:
noch zu Boden, aber nicht, ohne selbst eine
schwere lödliche Wunde davonzutragen. Der
junge Welser wird bewußtlos in die Burg geschafft,
wo# Jungser Bersabe sich in ihn verliebt,
und der junge Welser, der in seinem getrübten
Bewußtsein in ihr seine Braut zu sehen
vermeint, verrät Gegenliebe. fiae die Nürnberger
sind kurze Zeit nach dem K auf dem
Pla# enigetroffen, und Ursula Melber, die den
schwerverletzten Bräutigam auf der Nabensteinerburg
trifft, glaubt nicht allzu sehr an die Geschichte,
daßh die Burginsassen an dem Ueberfall
unschuldig seien und läßt den Schwerverletzten
nach Augsburg schaffen.
Der 2. Alt spielt im Hause der Welser in
Augoburg. Der alte Barlolme Welser hat es
durchgesetzt, daß die Augsburger ausziehen werden,
um das Raubnest, den Waldstein, zu
brechen. Der junge Welser ist als Feldhauptmann
bestimmt. Da lommt Bersabe, um das
von ihrem an seiner Wunde geslorbenen Vater
geraubte lostbare Schmuckstück dem Eigentümer.
dem jungen Welser, zurückzubringen. Ursula,
an dem Schmuck mehr liegt, als an der Liebe
ilres Werlobten, schmäht in hämischem Haß die
Tochter des Schnapphahns, und wird von ihrem
Verlobten zurechtgewiesen. Bersabe nimmt
die Kunde, daß der Wrtailin- gebrochen werden
soll, mit Trotz auf. Als der alte Welser sie als
Gefangene zurückkalten will, tritt ihm sein Sohn
entgegen, der sich als Feldhauptmann nicht eineso
billigen Sieges erfreuen will. Jungser Ursula
aber bedingt sich aus, auf der Rückreise nach
Nürnberg sich die Bezwingung der Raubburg
anzusehen. Ihr Verlobter lann sie nicht hindern,
aber er rief ihr zu: „Wen es lüstet nach solchem
Schauspiel hindern tann ich ihn nicht. Eines
aber sei im gesagt: wenn der Waldstein zerbricht,
und das, mas in dem Waldstein ist
lam sein noch etwas anderes geht daun in
Stücke! Noch etwas anderes!“
Im drilien Akt zerbricht der junge Welser den
Waldislein. Bevor ihm dies gelingt, hat aber
Versabe die verhafte Nelenluhlerin durchs Fen :
sier an der Seite des Geliebien erblidt und sie
mit der Armbrutit erschossen. Sie gibt sich dem
jungen Welser gefangen. Als die Nürnberger sie
als Gefangene für Nürnberg begehren, schlägt es
ihnen der Feldhauptmann ab; nach Augsburger
Recht soll die Mörderin gerichtet werden.
Vierter Alt: Bersabe sint im Kerler zu Augsburg
und soll am nächiten Morgen ingerichtet
werden. Der Stadtvogt Frenberg liest ihr das
Urleil. Sie hat leine Bitte für sich; nur ihre
Mannen, die il rem Vuter und ihr treu gedient,
laßt sie dem jungen Welser empfeblen. Dieser
aber ist unbemerkt eingetreten und hat ihre Bilte
gehört. Er will eine Unterredung mit Bersabe
allein und, der Stablwogt gewährt sie
ihm, woüingleich er es nicht durfte. Und da brich
das Gefühl in beiden durch.
Am htachiten Tag gebt der traurige Zug zum
Schafort. Das Armenfunderglockch en lautet, die
Verurteilte sitzt auf dem Stull, schon will der
Stadtvogt den Stab über die Verurteilte brechen
das Zeichen für den Henker, seines Amtes zu
walten da tritt der junge Welser vor und begel
t Gnade für die arme Sünderin, wic es Alt-Augoburger
Rccht erlaubt. Damit ist's nicht gelan:
er muß auch noch versprechen, daß die urme
Sünderin sein Weib werden soll. So will's dar
Necht. Und er versprichts. Zwar widerstrebt der
alte Welser, aber gegenüber dem se.en Sinn
des Sohnes, der die Dankbarkeit ins Feld führt.
die er sciner Lebensrelterin zollt, muß er nachgeben.
Und somit findet das Schauspiel den romantischen
Schluß, den Wildenbruch gelsucht
Der Weltkries.
oabtbericht.)
Weiter: UBoot Beute-WITB.
Berlin, 16. Juni. Amtlich. Durch
die Tätigkleit unserer U. Boote auf den nördlichen
Seekriegsschauplätzen sind weilere 19 50
Bruttoregistertonnen rernichtet worden.
Unter den Schiffen befanden sich u. a. cin
englischer Tanidampfer vom Ausselien der „Ko
nairy“ mit Oel nach Tugland, ferner ein gro
ser. tief beladener bewassneter Erzdampfer und
zwei unbelannte Frachtdampser, die im Dop-
reischuf vernichtet wurden. »
Dus Ende von „L. 43“.
Amüerdam. 16. Juni. Die englische Admiralität
leilt mit: Der Zeppelin „L. 33“ iit
gestern seüh in der Nordsee von englischen Seestreillrästen
vernichtet worden. Kurz nachdem
er angegrissen worden war, brach er entzwei und
Kurzte ins Mcer. Man konnte niemand von der
Besatzung retten. Bonar Lam erllärte im Unterhaus,
das, das Buftschiff, bevor cs entzwel
brach, vorne und hinten in Brand geraten sei.
Die russischen Deserteure.
BVern, 16. Juni. Die Zahl der russischen De
serteure keläuft sich auf mehrere Millionen. Die
russische Front ist infolgedessen derartig enn
klöst und geschwächt, daß die Alliierten schwer
lich eine russische Ossensive erwarten können
Die russische Regierung ist völlig au#erstande
dem immer grötzer werdenden Uebel abzuhelfe
Neue Gewaltakte.
Berlin, 16. Juni. Wie verschiedene Blät
ter aus Athen melden, werden die Angehörige
der Mittelmächte durch Oterkommissar Jonna
dus Eriechenland ausgewiesen werden. Ue
Atben und über Piräus hat der Ministerr
den Belagerungszustand verhängt, um volitiss
—
Kuyndgebungen zu verhinvern.