Einen geradezu tragischen Eindruck gewährt die Erzählung
eines deutschen Arztes, der bei Ausbruch des Krieges
in Brasilien weilte und am 4. August auf einem holländischen
Dampfer seine Heimat zu erreichen suchte. Seine Erzäahlung
entnehme ich der „Post“.
Der Dampfer wurde unterwegs von einem englischen
Kreuzer angehalten und alle Deutschen in wehrpflichtigem
Alter verhaftet. Dasselbe Schicksal mußte auch der deutsche
Arzt teilen, obwohl ihn der Genfer Vertrag in seiner Eigenschaft
als Arzt vor einer Verhaftung hätte schützen sollen.
Er wurde mit seinen Leidensgefährten in den Rennställen zu
Newbury untergebracht. Erst nach Wochen des Leidens wurde
er in seine Heimat enrlassen. Im „Hamburger Fremdenblatt“
berichtet er jetzt über seine Erlebnisse u. a. folgendes:
„Der Rennstall ist ein geschlossenes Gebäudeviertel mit
einigen Quergebäuden, in denen sich weit über hundert Einzelställe
für Pferde befinden, und in je einem solchen Sralle,
der für ein Pferd berechnet war, wurden von uns acht bis
zehn Mann untergebracht; in Summa etwa 1200 Menschen
aller Klassen und Stände. Mit in London aufgegriffenen
dunklen Existenzen wurden hier Großkaufleute, Matrosen,
Gelehrte, Arbeiter, Trzte und Offiziere, Knaben und Greise,
Kruppel und Kranke, sowie verwundete Soldaten zusammengeworfen,
indem man ihnen als einzigen Komfort etwas
Stroh und zwei Decken bewilligte. Sonst enthielt die Bor
nichts! In Olympia hat man den Gefangenen in den ersten
Tagen auch dies noch nicht einmal bewilligt, sondern sie auf
dem blanken Boden, ohne Decke und Stroh schlafen lassen.
Unter diesen befanden sich, wie eben gesagt, Leute der höchsten
Gesellschaftsklassen, denen, wie mir, zugemutet wurde,
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