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von dort kommen alle Beschwerungen; Erzherzog Maximilian hat ge- März 13.
äussert, er wolle gern vermitteln, aber am kaiserlichen Hof bleibe bis 23.
alles bangen; auch König Matthias, der bei den Ständen Favor sucht,
weiss, wie 68 dort zugeht. Das beste wäre, wenn die jüterbogker
Handlung wol abliefe und man Sachsen besser informieren könnte,
In Donauwörth sind vor einigen Wochen neue Gewaltsamkeiten geschehen
und ist flüchtigen Bürgern ihre Armut um halbes ueld verkauft
worden ; man soll den Herzog von Baiern von weiterer Beschwerung
abmahnen. Strassburg: Der Administrator soll die gute Korrespondenz
mit Mainz fortsetzen und an den Kurfürsten und Baiern
eine Schickung tun, um sie über die Union aufzuklären. Wegen
der Gravamina soll man nichts anregen, bevor man sieht, wo das
Spiel zwischn Kaiser und König hinaus will; bei dem obsiegenden
Teil wäre dann anzuklopfen. Donauwörths könnte bei
der Schickung an Baiern gedacht oder der Kaiser, wenn die
Sachen in andern Stand sind, seines Dekrets erinnert werden.
Nürnberg sieht kein Mittel zur Beseitigung des Mistrauens, das
mit dem elsässischen Wesen anfieng, billigt aber Oettingens Vorschläge
wegen Beseitigung des Verdachts. Zur Abhilfe der Gravamina ist
jetzt wol kaum Zeit. Wegen Donauwörth gibt es kein Mittel
als Erstattung der Kosten; die Papisten haben schon erklärt, dazu
keinen Heller zu geben; vielleicht liesse sich Baiern durch Mainz
zu einer Moderation bewegen; dann könnte man versuchen, insgemein
einige Monate bewilligt zu erhalten. Man schreibe weder an
den Kaiser noch an den König. — Der Redner fragt an, wie es mit
der Ablehnung der „donauwörthschen Relation“ steht,! denn auch
evangelische Stände meinen, sie enthalte die Wahrheit. Ulm schlägt
vor, Erzherzog Maximilian um dessen Beistand zu bitten, damit man
aus den Beschwerden komme und erinnert, wie durch Eingreifen verschiedener
Stände der passauer Vertrag zu stande gekommen sei. Speier:
So lange die Jesuiten ihr Wesen treiben, wird man nicht zur Ruhe
kommen ; denn die Papisten müssen tun, was jene wollen. Speier kann
Baiern wegen der zollernschen Relation nicht trauen,? eher Mainz;
aber die Liga wird bleiben. Mattbias wird am Hof eine Reformation
tun müssen. Die andern Städte votieren mit der
Mehrheit. Camerarius: Ursache des Mistrauens ist der Mangel
an Justiz. Die wahre Beschaffenheit der Union ist sowol Baiern beim
mänchener Akkord wie Mainz und Sachsen dargelegt worden. Der elsässer
Zug hat gezeigt, wie ungerecht die Unierten bezichtigt werden; denn
sonst hätten sie die besetzten Orte nicht wieder geräumt. Wegen
einer Verständigung hat der Administrator mit Kurmainz einen
ı Vgl. F. Stieve, der Kampf um Donauwörth, 8. 420 f.
? Vgl. P.P. Wolf, Geschichte Maximilians 1., II., S. 560 f.; A. Gindely,
Rudolf II. und seine Zeit, II., 8. 125 und M. Ritter, Deutsche
Geschichte im Zeitalter der Gegenreformation, IL, S. 344.