Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

 

in  südlicher  Abunae  in  v.  uere  ded  Landebis
  nach  Nisch  gestatlet  a  und'  sehr  bald  auf  die
Bahnlinie  Belgrad-Sofia  führt.  Auch  die  Befestigungen
  von  Belgrad  werden  das  Vorgehen
der  Verbündeten  nicht  lange  aufhalten  lönnen,
selbst  wenn  damit  gerechnet  wird,  daß  uährend
des  Winters  und  Sommers  Verftärkungearbeiten
  ausgeführt  sind,  und  daß  die  serbische
Armee  auch  ausländische  schmere  Geschütze  erhalten
  hat.

Die  Kriegführung  wird  durch  den  gebirgigen
Charakter  des  Landes  erschwert.  Die  Verbündeten
  werden  aber  alle  die  Schwierigkeilen,  die
sich  aus  der  Tüchtigkeil  des  feindlichen  Heeres
und  den  örtlichen  Verhältnissen  ergeben,  in
Rechnung  gestellt  und  genügend  beachtet  und  für
ihre  Ueberwältigung  die  notwendigen  Streitkräfte
  bereitgestellt  haben.  Gerade  die  Erfahrungen,
  die  das  österreichisch-ungarische  Heer  in
dem  ersten  Teile  des  Feldzuges  gemacht  haben,
rwerden  dabei  berücssichtigt  worden  sein.  Daß
auch  die  deutschen  Truppen  es  versiehen,  sich
schnell  veränderten  Verhältnissen  anzupassen,  und
mit  der  Kriegführung  in  schwierigem  Gelände
sich  abzufinden  wissen,  haben  die  Karpathenkämpfe
  in  diesem  Winter  zur  Genüge  gezeigt.

Die  ganze  Kriegslage  drängt  nach  einer
schnellen  Entscheidung.  Je  mehr  die  Dardanellenkämpfe
  in  den  Vordergrund  treten  und  die
Lage  im  Mittelmeer  und  auf  dem  Vallan  beherrschen,
  desto  wichtiger  erscheint  es  auch,  schnell
eine  Verbindung  mit  der  Türlei  herzustellen.
Bei  der  bekannten  Energie,  di:  die  Kriegführung
  der  Verbündeten  sielr  usgezeichnet  hat,
ist  auch  darauf  zu  hoffen,  daß  das  eritrebte  Jiel
rasch  erreicht  wird.  ½  A.-A.

1

#i!n—  P.

MWaseneler  von  ariet
Frankreichs  Kriegskosten.

Paris,  23.  Sept.  (Havas.,  Der  Generalberichterstatter
  des  Budgetausschusses  der  Kammer
  legte  seinen  Bericht  über  die  provisorischen
Budgetzwolftel  für  das  vierte  Vierteljahr  1915
vor.  Die  Kredite  überfleigen  6  Milliarden,  wodurch
  die  gesamten  Kriegsausgaben  auf  30
Milliarden  steigen.  Die  Monatsausgaben  stiegen
  von  1300  auf  2070  Millionen.  Der  Berich.
  immt  Kenntnis  von  der  Ankündigung
ei  :  baldigen  Anleihe  und  stellt  fest,  daß  von
a#  Kriegsparteien  allein  Frankreich  zu  kurzfristigen
  Anleihen  gegriffen  und  seine  Ausgaben
ohne  Steuererhöhung  gedeckt  habe.  (Z.,

Die  deutsch=  amerikansschen  Bezie-»
  hungen.

Neuyorl,  22.  Sept.  (Durch  Funispruch
des  Privattorrespondenten  des  WB.  Die
Presse  hat  die  Erörterungen  über  die  deutschamerikanischen
  Beziehungen  vorläufig  eingestellt,
da  die  vertraulichen  Besprechungen  über  die
Tauchbootfrage  nunmehr  im  Gange  sind.

Amerika  und  der  Krieg.

Neuyork,  23.  Sept.  Im  „Neu  Jvork
American“  gibt  ein  Leitartilel  der  Ansicht  entschieden
  Ausdruck,  daß  Amerika  in  leiner  Weise
lelfen  dürfe,  den  schrecklichen  Krieg  zu  verlängern
  und  sagt:  „Von  Männern  in  hober.
öffentlicher  Stellung  wird  erzähll,  daß  e  nser
moralisches  Recht  ist,  jeden  nur  erdenllid  untzen
  zu  ziehen  aus  der  Lieserung  von  lörid,
Wafsen  und  Munition,  die  dazu  verminte,  wer-——

  —.

*  Asta  Leoni.

Orlglnalroman  von  Fr.  M.  Wiilhe.
Nachdruck  verbolen.

„Was  ich  zu  kun  gedem'e:  —  Gor  nichts!

Nichts  will  ich  #  aund  gerade  das  joll
Ihr  Verderben  p###den,  daß  ich  mich  in  Un-Watigeerit
  halte.  Gehen  Sie  mal,  wenn  ich  Sie
um  die  Summe  erklagte,  würden  Sie  vielleicht
einen  Ausweg  finden  —  würden  es  mir  bezahlen.
  Wenn  ich  Sie  wegen  Betrugs  anzeigte,
  würden  Sie  es  mir  bezahlen.  Aber  ich
ltue  es  nicht  —  ich  halte  Mich-  ganz  sull!  —
Und  Lesehe  sind  Sie  wehrlo
Asta  Leoni  begriff  ihn  nih-  Das  war  doch
kindisches  Geschwatz;  aber  Gefahr  bedeutete  es
freilich.  Denn  wenn  Meunier  nichts  gegen  sie
unternahm,  so  bedeutete  das,  daß  er  Aussicht
hatte,  sich  auf  andere  Weise  wirksamer  zu  rächen.
Sie  mußte  ihn  eul  jeden  Fall  befriedigen  —
es  gin  nicht  ander

"*  ehmen  Ee  doch  Vernunft  an,“  sagte
sie.  -  6  len  sa  Ihr  Geld  bis  auf  den  at
Plennig  zurückerhalten,  wenn  Sie  nur  ein  wenig
warten  wollen.  Ich  stehe  mit  einer  Pariser
Firma  in  Unterbondlung  der  Mann  scheint
eine  Art  Wucherer  zu  seir

6  Meunier  lachte  schalldno  auf.

„Ah,  richtig,  den  köstli  *  Witz  hätte  ich
beinahe  vergessen.  Haben  Sie  schoͤn  einmal
etwas  von  saogenammt,  Strahmannern  gehört,
“  Liebe?  —  Der  HK#  kolineux  in  Paris
ist  so  ein  ux-  —  ein  reizender.  ein
lamoser  Strohmann!  —  Und  er  stehlt  in  Diensten
Seiner  Wenigkeit  des  Herrn  Gerard  Meunier,
gurteit  Berlin  —  —“

 

 

 

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den  sollen,  Euroxas  Männer  zu  löten  und
Europas  Wohlstand  zu  vernichten.  Sie  sehen
nicht  die  Unvereinbarkeit,  wenn  sie  feierlich  zum
Allmöchligen  beten,  daß  er  dem  unglüclichen
Europa  den  Frieden  bringe  und  zu  gleicher
Zeit  Europxa  mit  den  Mitteln  versehen,  die  den
Frieden  um  Monate  und  Jahre  hinauesrücken.
Das  scheint  eine  erftannliche  Ansicht.“  (J.4

Neue  farbige  Kulturträger.

Haag,  2.3.  Sept.  Englische  Blätter  berichten
  aus  Kapstadt,  daß  die  Anmerbungen  von
Farbigen,  die  sich  bereit  erklären,  nach  dem  europäischen
  Kriegsschauplatz  zu  gehen,  am  Montag
beginnen  werden.  Diese  Mannschaften  sollen  zunächst
  in  Kapstadt  gesammelt  und  später  nach
England  geschict  werden,  wo  sie  ihre  Ausbildung
  erhalten  sollen.  (.).(

Der  deutsche  Boltschafter  in  Konstantinopel.



Berlin,  23.  Set.  Der  deutsche  Botschafter
  in  Konitantinopxel,  Kreiherr  von  Wangenheim,
  wird  sich,  nachdem  er  seine  Kur  in  Nauen-=heim
  erfolgreich  beendet  hat,  in  den  näaen
Tagen  über  Bukarest  auf  seinen  Posten  zurückbegeben.
  Er  wird,  wie  bekannt,  zur  Zeit  von
dem  Prinzen  zu  Hohenlohe-Langenburg  vertreten.
  (3.,

Kußland.

Ein  russischer  Sonderfriede?
Stockholm,  23.  Sept.  Ein  scharf  von  der
Zensur  gestrichener  Artilel  in  der  Petersburger
Zeitung  „Semstwina“  fragt  au:  Wollen  wir
den  Krieg  ino  Unendliche  ziehen,  oder  wird
rielleicht  ein  Sonderfriede  dislutier!?  (3.)
Die  Krise  In  Rußland.

Petersburg,  23.  Sept.  „Nsetsch“  meldet:
Die  Schlußsihzung  der  Duma  gestaltete  sich  zu
einem  höchst  dramatischen  Vorgange.  Vormiltags
  nmurde  ein  Seniorenkonvent  der  Duma  abgehalten,
  in  dem  der  Selretär  der  Duma  nach
einer  scharsen  Rede  gegen  die  Regierung  einen
Krampfanfall  bekam.  Bei  Verlesung  des  Vertagungsulases
  verließen  die  Sozialisten,  die
Mitglieder  der  Bauerngruppe  und  die  Progressisien
  oslentativ  den  Saal  mit  dem  Ausruse:
„Warten  Sie,  bis  wir  hinaus  sind,  dann  können
  Sie  ueiter  lesen!“  In  den  Privatsitzungen
nach  dem  offiziellen  Schlusse  lam  die  außerordentlich
  niedergedrüdte  Stimmung  zum  Ausdruck.
  Die  Redner  der  Kadettenpartei  Schingaren
  und  Nodilschew  brachen  bei  ihren  Reden
in  Weinlrämpsie  aus.  Die  Kadettenparlei  beschloß,
  ihre  Milglieder  nicht  aus  den  Kommissionen
  herauszunehmen,  bevor  der  Blod  *W*
meinsame  Beschlüsse  gefaßt  habe.  Der  Sozialist
  Tscheidze  und  der  Bauernführer  Kezeneli
verließen  die  Sitgung  mit  der  Erklärung,  daß
jetzt  der  Kampf  ins  Volk  getragen  werden  müsse.

 

..-...-.  «"-..-.,E.i'k«i-.i·-..ixii-ci"-sammen
  zu  lleinen.  4

Peterslurg,  23.  Sept.  Eine  Belanntmachung
  des  Kommandanten  des  Pelersbur.
ger  Militärbezirkes  vom  15.  Seplember  stellfest,
  daß  wieder  eine  Streikbewegung  unter  den
Munitionsarbeilern  ausgerochen  ist  und  daß
von  den  Arbeitern  sogar  auf  den  Straßen  Demonstrationsversammlungen
  abgehalten  werden,
in  denen  über  Kragen  verhandelt  merde,  die
die  Arbeiter  gar  nichts  angingen.  Dadurch  eir
leide  die  Armee  einen  Ausfall  an  Munition.
„Rußli“  habe  das  bereits  als  Valerlandsver:
rat  bezeichnet,  was  der  Kommandeur  unler
streichen  müsse.  Wenn  auch  schmerzliche  Gescheh
nisse  vorlägen,  so  sei  deshalb  doch  keinerlei  An
laß  da,  gleichzeilig  einen  Aufruhr  im  Innein
zu  slisten.  Der  Kommandeur  rät  den  Arbeilern
an,  zu  arbeiten  und  nicht  über  ihren  Wirlungs
reis  hinauszugehen.

Stodholm,  23.  Sept.  Der  Peteroburger
Streik  nimmt  bedrohliche  Kormen  an.  Neuer
dings  legten  20000  Mann  die  Arbeit  nieder.
und  zuar  vornehmlich  in  Fabrilen,  die  mil
militärischen  vserungen  -t  sind.

zungarlen.

Die  Mobilmachung  in  Bulgarien.

Berlin,  23.  Seplember.  Es  murde  betont,
  daß  Vulgarien  vorderhand  nur  in  dir
bewasfnete  Neutralilät  eintritt  und  voraussicht
lich  einige  Zeit  in  diesem  Zustande  verharren
werde.  Indem  wir  nochmals  darauf  verweisen,
möchten  uir  vor  voreiligen  Meldungen  über
weitergehende  Schrikte  Bulgariens  warnen  und
insbesondere  die  Behauptung  über  ein  bulgari
scheo  Ultimatum  an  Serbien  in  das  Reich  der
Nabel  verweisen.  Bulgarien  muhUß  ungeachtel  der
Kühnheit  seines  Entschluises  aus  naheliegenden
Grünven  sehr  vorsichtig  operieren.

Sofia,  23.  Sept.  Heule  it  der  erste  Mobilisierungstag
  in  Bulgarien.  Die  Einlerufungen
  vollziehen  sich  in  glatter  Weise.  Nirgend?
im  ganzen  Lande  sind  Stockungen  eingrtreten.
In  Sosia  selbst  und  in  einer  Anzahl  von  Städken
  kam  es  zu  patriolischen  Kundgebungen.  Dis
dirlomatischen  Beziehungen  sind  vorderhani.  noch
mil  keiner  Macht  abgebrochen.  Auch  der  Ver
treter  Serl##ens  meilt  zurzeit  noch  in  Sofig,
allcin  seine  Abbernsung  §  stündlich  ermar.13
Mailand,  22.  Sert.  Der  „Secolo“  inel
t  aus  Rom:  In  kuco  diplomatischen  Krei
een  herrscht  die  Ansicht,  daß  die  bulgarische
Mobilmachung  die  sofortige  Besehung  von  Mazedonien
  bis  Monastir  be  e  und  daß  das
deutsch-österreichischungarische  Vorgehen  gegen
Serbien  in  enger  Verbindung  mit  der  bulga
schen  Mobilmachung  stehe.  Ministerpräftoent
Radoslamow  sei  entschlossen,  ohne  Aufschub  zu
handeln;  er  hätte  sogar  den  Vorschlag  der  vorübergehenden
  Besetzung  der  abzutretenden  Gebiete
  durch  die  Vierverbandsmächte  abgelehnt.

Zürich,  23.  Sept.  Die  „Stampa“  giöt
aus  Rom  einen  Bericht  wieder,  der  große  Niedergeschlagenheit
  zeigt  über  die  Aussichten  des
Vierverbandes  auf  dem  Ballau.  Die  bulgarische
Motbilisierung  habe  in  Rom  einen  überaus  liesen
  Eindruck  gemacht.  Man  erwartet  davon  die
endgültige  Lösung  der  Balkanfrage.  In  diplomalischen
  Kreisen  in  Rom  halte  man  ein  Militärabkommen
  zwischen  Bulgarien  und  den  Zentralmächten
  für  möglich,  während  die  Ansichl,
daß  zwischen  Bulgarien  und  Rumänien  ein
Uebereinkommen  bestehe,  wenig  Glauben  findet.
Es  herrsche  die  Ansicht  vor,  daß  Bulgarien
entweder  an  der  Seile  der  Zentrajmächte  marschiere
  oder  den  Vierverband  zur  Abtretung
Mazedoniens  zwingen  wolle.  Einen  starlen  Ein- 



—————————“
Mit  einem  tleinen  Aufschrem  war  die  Grafin

emporgefahr
„So  häue  ich  die  ganze  Zeit  mit  Ihnen
korrespondiert?
awohl,.  awohi!  —  O,  Ihre  Brieschen

waren  köstlich,  meine  Liebe!  —  Sie  warfen
ja  da  mit  den  Millionen  nur  so  Hesiun.  Und
haben  doch  nicht  einmal  echte  Brillanten  —
nicht  einmal  echte  Brillanten!“

sta  Leoni  fühlte,  daß  sie  am  Ende  ihrer
Kräfte  war.  Sie  hätte  ihn  am  liebsten  niedereschlagen,
  diesen  ——  Menschen  mit
einem  marternden  Hohn.  Einen  Augenblick
noch  stand  sie  regungol),  dann  ing  I,  ohne
ein  weiteres  Wort,  ohne  Gruß  zur  beleitet
  von  dem  meckernden  Lachen  des  tleimen
Frangoln  —  —

Sie  schloß  oe  in  ahr  Boudoir  ein,  zog  die
Vorhänge  vor,  da  r  Raum  in  Dämmerlicht
gehüllt  war,  und  aaode  eore  Zose  an,  niemanden
außer  dem  Herrn  Raveli  zu  ihr  gu  lassen.
Viertelsumde  auf  Viertelstunde  ging  sie  rastlos
in  dem  kleinen  Gemache  auf  und  ab,  siebernd
und  mit  rasendem  Kopfschmerz.  Das  stol  ze
Gebände  aus  Lug  und  Trug,  das  sie  gebaut,
war  ins  Wanken  geraten  und  es  würde
sie  unter  seinen  Peopee  begroben  und  erschlagen,
  wenn  es  stürgz

ber  das  Schreckli  z  durie,  sicht  geschehen
—  irgend  etwas  mußte  sich  d  tun  lassen!

enn  sie  nur  gewußt  hüte  voemn  sie  ihr
Unglück  verdankte  —  sie  wollte  ihn  lür  immer
verstummen  machen.  Aber  sie  tämpfte  sa  gegen
unsichtdare  Feinde  —  vielleicht  war  der,  den
sie  für  ihren  Freund  hielt,  ihr  Gegner,  und  der,
den  sie  als  ihren  Feind  haßte,  in  Wahrheit
ihr  Freund!

Sie  mintraute  Fernau,  Böhlau  und  Hardeck

 

—  mißtrente  der  Cizieherin  thres  Kmdes,  und
sie  haßte  die  ganze  Welt!  Rauschonde  Heschan
keiten,  Gianz  und  Luxus  brauchte  sie  zum
Leben:  sie  wollie,  daß  man  ihrer  Schönheit
huldigte  das  man  sich  ihr  auf  einen  Wink
Zu  Fühen  legie.  Der  junge  Argt,  vielleicht  der
einzige  Mann,  den  sie  mit  der  ganzen  leldenschaftlichen
  Glut  ihres  Herzens  geliebt  hatte,  hatte
ihr  widerstanden;  kein  Schlagt  hätte  sie  4  schwer
tressen  ktönnen,  wie  das  hatte  sie  aufgeboten,
  um  ihn  für  sich  zu  gewinnen  —  Gefahren,
  schwere  Gefahren  hatte  sie  deshalb  über
sich  herausbeichworen.  Und  alles  war  fehlgeschlagen!
  Er  liebte  eine  andere,  die  sie
haßte  -#-  haßte  wie  den  Tod!  Und  sie  durste
es  nicht  einmal  wagen,  der  Nebenbuhlerin  ein
Leid  zu  tun.  Sie  hätte  sich  damit  selbst  ans
Messer  geliefert;  und  sie  wollte  ja  doch  leben
—  leben  und  genießen

Sie  schellte  und  ließ  den  Diener  rufen,  der
zu  Böhlau  gesandt  worden  war.  Er  hatte  den
Bankdirektor  nicht  angetroffen.

„Der  Herr  Direktor  komme  erst  am  Abend
zurück,  und  der  Brief  sele  ihm  gleich  gegeben
werden.  meldete  der  Bursch

leich  darauf  bem  Navelli.  Er  brachte  keine
Mentpteiten  sein  Versuche,  etwas  über  Lulgl
Leoni  in  Erfahrung  zu  bringen,  waren  senl.
geschlagen.  Er  hoffte  der  Behörde  dadurch
einen  Streich  zu  spielen,  daß  er  den  Zeitungen
von  dem  Ewione  Mteilenn  machte,  denn  er
glaubte,  rasean  geheimgehalten  werden.  Ueberall
jedoch  war  ihm  die  Ankwort  geworden,  man
wisse  bereils  davon,  habe  aber  auf  besonderen
Wunsch  der  Behörde  vorläufig  davon  Abstand
genommen,  es  zu  verösentlichen-  Das  würde
sedoch  morgen  shon  geschehen

Wütend  über  die  zwr  verqeudete  Zelt.

 

eilte  er  zu-  der  raun,  um  sich  dort  zu  erkundigen,
  etwas  Bemerkenswerles  vorgesollen
  sei.  Sie  berichtete  ihm  von  ihrem  Vesuch
  bei  Starringer.

„Ganz  gut,  ganz  gut  —  aber  es  nützt
uns  nicht  indht  viel.  aose  Vantuoen  misen
beseitigt  werden  —  auf  jed  l

darf  uns  im  Notsall  nicht  lewe)  en  loiiiieii,
daß  Ei  ##s  besessen.  Fragt  sich  nur,  wie  man

sie
„Wir  müssen  sie  Vöhlau  wieder  abjagen  —
d#  ist  iKesterrstapdl  lit  Vorläusig  hat  er  sie
#sicherl  auf  den
E,  scheruh  Wmo  lie  a  6  die  ghe  undan  ausuliefern,
  müssen  wir  sie  ihm  abnehmen.  —
-  e  ihn  zum  Abendessen  geladen;  in  der
eit,  a  er  dier  ist,  müssen  Sle  selner  Wohnung
einen  Besuch  abstatten.  Das  kann  Ihnen  doch
nicht  schwersallen;  der  Einbruch  in  der  Bank
von  Aiaccio  war  ein  ganz  anderes  Stückhen,
und  Sie  haben  es  auch  zuwege  racht.=as
  war  etwas  anderes  —  damals  halte
ich  noch  die  Bande  zu  meiner  Hilse,  lauler
verteufelt  geschickte  und  schneidige  Burschen.  Es
war  die  größte  Dummhelt  melnes  Lebens,  daß
ich  sie  verriet  und  sie  damit  wang,  sich  der
Gesellschaft  von  der  „roten  Hand“  anzu3hlieheen.
Hätte  ch  es  nur  mit  Luigi  nicht  verdor  —
wir  belde  wären  sicher  der  Schrecken  eenen
gewor  rden,  und  man  hätte  uns  nie  ergriffen.  —
ta,  geschehen  ist  geschehen!  —  Wenn  unsere
Sache  nicht  schief  geht,  habe  ich  ja  schliehlich
auch  nicht  zu  klagen.  Gelebt  hat  man  ja  doch
in  Paris  wie  die  Götter  —  das  ist  schon  was

Ast  a  Leoni  blichte  ungeduldig  auf  ihre  kleine,
brillontengeschmc  e  Uhr.

ir  chmscheè3  bier  die  Zeit  mit  un-