in südlicher Abunae in v. uere ded Landebis
nach Nisch gestatlet a und' sehr bald auf die
Bahnlinie Belgrad-Sofia führt. Auch die Befestigungen
von Belgrad werden das Vorgehen
der Verbündeten nicht lange aufhalten lönnen,
selbst wenn damit gerechnet wird, daß uährend
des Winters und Sommers Verftärkungearbeiten
ausgeführt sind, und daß die serbische
Armee auch ausländische schmere Geschütze erhalten
hat.
Die Kriegführung wird durch den gebirgigen
Charakter des Landes erschwert. Die Verbündeten
werden aber alle die Schwierigkeilen, die
sich aus der Tüchtigkeil des feindlichen Heeres
und den örtlichen Verhältnissen ergeben, in
Rechnung gestellt und genügend beachtet und für
ihre Ueberwältigung die notwendigen Streitkräfte
bereitgestellt haben. Gerade die Erfahrungen,
die das österreichisch-ungarische Heer in
dem ersten Teile des Feldzuges gemacht haben,
rwerden dabei berücssichtigt worden sein. Daß
auch die deutschen Truppen es versiehen, sich
schnell veränderten Verhältnissen anzupassen, und
mit der Kriegführung in schwierigem Gelände
sich abzufinden wissen, haben die Karpathenkämpfe
in diesem Winter zur Genüge gezeigt.
Die ganze Kriegslage drängt nach einer
schnellen Entscheidung. Je mehr die Dardanellenkämpfe
in den Vordergrund treten und die
Lage im Mittelmeer und auf dem Vallan beherrschen,
desto wichtiger erscheint es auch, schnell
eine Verbindung mit der Türlei herzustellen.
Bei der bekannten Energie, di: die Kriegführung
der Verbündeten sielr usgezeichnet hat,
ist auch darauf zu hoffen, daß das eritrebte Jiel
rasch erreicht wird. ½ A.-A.
1
#i!n— P.
MWaseneler von ariet
Frankreichs Kriegskosten.
Paris, 23. Sept. (Havas., Der Generalberichterstatter
des Budgetausschusses der Kammer
legte seinen Bericht über die provisorischen
Budgetzwolftel für das vierte Vierteljahr 1915
vor. Die Kredite überfleigen 6 Milliarden, wodurch
die gesamten Kriegsausgaben auf 30
Milliarden steigen. Die Monatsausgaben stiegen
von 1300 auf 2070 Millionen. Der Berich.
immt Kenntnis von der Ankündigung
ei : baldigen Anleihe und stellt fest, daß von
a# Kriegsparteien allein Frankreich zu kurzfristigen
Anleihen gegriffen und seine Ausgaben
ohne Steuererhöhung gedeckt habe. (Z.,
Die deutsch= amerikansschen Bezie-»
hungen.
Neuyorl, 22. Sept. (Durch Funispruch
des Privattorrespondenten des WB. Die
Presse hat die Erörterungen über die deutschamerikanischen
Beziehungen vorläufig eingestellt,
da die vertraulichen Besprechungen über die
Tauchbootfrage nunmehr im Gange sind.
Amerika und der Krieg.
Neuyork, 23. Sept. Im „Neu Jvork
American“ gibt ein Leitartilel der Ansicht entschieden
Ausdruck, daß Amerika in leiner Weise
lelfen dürfe, den schrecklichen Krieg zu verlängern
und sagt: „Von Männern in hober.
öffentlicher Stellung wird erzähll, daß e nser
moralisches Recht ist, jeden nur erdenllid untzen
zu ziehen aus der Lieserung von lörid,
Wafsen und Munition, die dazu verminte, wer-——
—.
* Asta Leoni.
Orlglnalroman von Fr. M. Wiilhe.
Nachdruck verbolen.
„Was ich zu kun gedem'e: — Gor nichts!
Nichts will ich # aund gerade das joll
Ihr Verderben p###den, daß ich mich in Un-Watigeerit
halte. Gehen Sie mal, wenn ich Sie
um die Summe erklagte, würden Sie vielleicht
einen Ausweg finden — würden es mir bezahlen.
Wenn ich Sie wegen Betrugs anzeigte,
würden Sie es mir bezahlen. Aber ich
ltue es nicht — ich halte Mich- ganz sull! —
Und Lesehe sind Sie wehrlo
Asta Leoni begriff ihn nih- Das war doch
kindisches Geschwatz; aber Gefahr bedeutete es
freilich. Denn wenn Meunier nichts gegen sie
unternahm, so bedeutete das, daß er Aussicht
hatte, sich auf andere Weise wirksamer zu rächen.
Sie mußte ihn eul jeden Fall befriedigen —
es gin nicht ander
"* ehmen Ee doch Vernunft an,“ sagte
sie. - 6 len sa Ihr Geld bis auf den at
Plennig zurückerhalten, wenn Sie nur ein wenig
warten wollen. Ich stehe mit einer Pariser
Firma in Unterbondlung der Mann scheint
eine Art Wucherer zu seir
6 Meunier lachte schalldno auf.
„Ah, richtig, den köstli * Witz hätte ich
beinahe vergessen. Haben Sie schoͤn einmal
etwas von saogenammt, Strahmannern gehört,
“ Liebe? — Der HK# kolineux in Paris
ist so ein ux- — ein reizender. ein
lamoser Strohmann! — Und er stehlt in Diensten
Seiner Wenigkeit des Herrn Gerard Meunier,
gurteit Berlin — —“
dr. u iner
——————
elngele
——.—.—--.P—*-Sthbeesel’m“msi
r73%—
— m . ,.. . -- — — —
4 — —.—
—————.——... S . ———— z2—
den sollen, Euroxas Männer zu löten und
Europas Wohlstand zu vernichten. Sie sehen
nicht die Unvereinbarkeit, wenn sie feierlich zum
Allmöchligen beten, daß er dem unglüclichen
Europa den Frieden bringe und zu gleicher
Zeit Europxa mit den Mitteln versehen, die den
Frieden um Monate und Jahre hinauesrücken.
Das scheint eine erftannliche Ansicht.“ (J.4
Neue farbige Kulturträger.
Haag, 2.3. Sept. Englische Blätter berichten
aus Kapstadt, daß die Anmerbungen von
Farbigen, die sich bereit erklären, nach dem europäischen
Kriegsschauplatz zu gehen, am Montag
beginnen werden. Diese Mannschaften sollen zunächst
in Kapstadt gesammelt und später nach
England geschict werden, wo sie ihre Ausbildung
erhalten sollen. (.).(
Der deutsche Boltschafter in Konstantinopel.
Berlin, 23. Set. Der deutsche Botschafter
in Konitantinopxel, Kreiherr von Wangenheim,
wird sich, nachdem er seine Kur in Nauen-=heim
erfolgreich beendet hat, in den näaen
Tagen über Bukarest auf seinen Posten zurückbegeben.
Er wird, wie bekannt, zur Zeit von
dem Prinzen zu Hohenlohe-Langenburg vertreten.
(3.,
Kußland.
Ein russischer Sonderfriede?
Stockholm, 23. Sept. Ein scharf von der
Zensur gestrichener Artilel in der Petersburger
Zeitung „Semstwina“ fragt au: Wollen wir
den Krieg ino Unendliche ziehen, oder wird
rielleicht ein Sonderfriede dislutier!? (3.)
Die Krise In Rußland.
Petersburg, 23. Sept. „Nsetsch“ meldet:
Die Schlußsihzung der Duma gestaltete sich zu
einem höchst dramatischen Vorgange. Vormiltags
nmurde ein Seniorenkonvent der Duma abgehalten,
in dem der Selretär der Duma nach
einer scharsen Rede gegen die Regierung einen
Krampfanfall bekam. Bei Verlesung des Vertagungsulases
verließen die Sozialisten, die
Mitglieder der Bauerngruppe und die Progressisien
oslentativ den Saal mit dem Ausruse:
„Warten Sie, bis wir hinaus sind, dann können
Sie ueiter lesen!“ In den Privatsitzungen
nach dem offiziellen Schlusse lam die außerordentlich
niedergedrüdte Stimmung zum Ausdruck.
Die Redner der Kadettenpartei Schingaren
und Nodilschew brachen bei ihren Reden
in Weinlrämpsie aus. Die Kadettenparlei beschloß,
ihre Milglieder nicht aus den Kommissionen
herauszunehmen, bevor der Blod *W*
meinsame Beschlüsse gefaßt habe. Der Sozialist
Tscheidze und der Bauernführer Kezeneli
verließen die Sitgung mit der Erklärung, daß
jetzt der Kampf ins Volk getragen werden müsse.
..-...-. «"-..-.,E.i'k«i-.i·-..ixii-ci"-sammen
zu lleinen. 4
Peterslurg, 23. Sept. Eine Belanntmachung
des Kommandanten des Pelersbur.
ger Militärbezirkes vom 15. Seplember stellfest,
daß wieder eine Streikbewegung unter den
Munitionsarbeilern ausgerochen ist und daß
von den Arbeitern sogar auf den Straßen Demonstrationsversammlungen
abgehalten werden,
in denen über Kragen verhandelt merde, die
die Arbeiter gar nichts angingen. Dadurch eir
leide die Armee einen Ausfall an Munition.
„Rußli“ habe das bereits als Valerlandsver:
rat bezeichnet, was der Kommandeur unler
streichen müsse. Wenn auch schmerzliche Gescheh
nisse vorlägen, so sei deshalb doch keinerlei An
laß da, gleichzeilig einen Aufruhr im Innein
zu slisten. Der Kommandeur rät den Arbeilern
an, zu arbeiten und nicht über ihren Wirlungs
reis hinauszugehen.
Stodholm, 23. Sept. Der Peteroburger
Streik nimmt bedrohliche Kormen an. Neuer
dings legten 20000 Mann die Arbeit nieder.
und zuar vornehmlich in Fabrilen, die mil
militärischen vserungen -t sind.
zungarlen.
Die Mobilmachung in Bulgarien.
Berlin, 23. Seplember. Es murde betont,
daß Vulgarien vorderhand nur in dir
bewasfnete Neutralilät eintritt und voraussicht
lich einige Zeit in diesem Zustande verharren
werde. Indem wir nochmals darauf verweisen,
möchten uir vor voreiligen Meldungen über
weitergehende Schrikte Bulgariens warnen und
insbesondere die Behauptung über ein bulgari
scheo Ultimatum an Serbien in das Reich der
Nabel verweisen. Bulgarien muhUß ungeachtel der
Kühnheit seines Entschluises aus naheliegenden
Grünven sehr vorsichtig operieren.
Sofia, 23. Sept. Heule it der erste Mobilisierungstag
in Bulgarien. Die Einlerufungen
vollziehen sich in glatter Weise. Nirgend?
im ganzen Lande sind Stockungen eingrtreten.
In Sosia selbst und in einer Anzahl von Städken
kam es zu patriolischen Kundgebungen. Dis
dirlomatischen Beziehungen sind vorderhani. noch
mil keiner Macht abgebrochen. Auch der Ver
treter Serl##ens meilt zurzeit noch in Sofig,
allcin seine Abbernsung § stündlich ermar.13
Mailand, 22. Sert. Der „Secolo“ inel
t aus Rom: In kuco diplomatischen Krei
een herrscht die Ansicht, daß die bulgarische
Mobilmachung die sofortige Besehung von Mazedonien
bis Monastir be e und daß das
deutsch-österreichischungarische Vorgehen gegen
Serbien in enger Verbindung mit der bulga
schen Mobilmachung stehe. Ministerpräftoent
Radoslamow sei entschlossen, ohne Aufschub zu
handeln; er hätte sogar den Vorschlag der vorübergehenden
Besetzung der abzutretenden Gebiete
durch die Vierverbandsmächte abgelehnt.
Zürich, 23. Sept. Die „Stampa“ giöt
aus Rom einen Bericht wieder, der große Niedergeschlagenheit
zeigt über die Aussichten des
Vierverbandes auf dem Ballau. Die bulgarische
Motbilisierung habe in Rom einen überaus liesen
Eindruck gemacht. Man erwartet davon die
endgültige Lösung der Balkanfrage. In diplomalischen
Kreisen in Rom halte man ein Militärabkommen
zwischen Bulgarien und den Zentralmächten
für möglich, während die Ansichl,
daß zwischen Bulgarien und Rumänien ein
Uebereinkommen bestehe, wenig Glauben findet.
Es herrsche die Ansicht vor, daß Bulgarien
entweder an der Seile der Zentrajmächte marschiere
oder den Vierverband zur Abtretung
Mazedoniens zwingen wolle. Einen starlen Ein-
—————————“
Mit einem tleinen Aufschrem war die Grafin
emporgefahr
„So häue ich die ganze Zeit mit Ihnen
korrespondiert?
awohl,. awohi! — O, Ihre Brieschen
waren köstlich, meine Liebe! — Sie warfen
ja da mit den Millionen nur so Hesiun. Und
haben doch nicht einmal echte Brillanten —
nicht einmal echte Brillanten!“
sta Leoni fühlte, daß sie am Ende ihrer
Kräfte war. Sie hätte ihn am liebsten niedereschlagen,
diesen —— Menschen mit
einem marternden Hohn. Einen Augenblick
noch stand sie regungol), dann ing I, ohne
ein weiteres Wort, ohne Gruß zur beleitet
von dem meckernden Lachen des tleimen
Frangoln — —
Sie schloß oe in ahr Boudoir ein, zog die
Vorhänge vor, da r Raum in Dämmerlicht
gehüllt war, und aaode eore Zose an, niemanden
außer dem Herrn Raveli zu ihr gu lassen.
Viertelsumde auf Viertelstunde ging sie rastlos
in dem kleinen Gemache auf und ab, siebernd
und mit rasendem Kopfschmerz. Das stol ze
Gebände aus Lug und Trug, das sie gebaut,
war ins Wanken geraten und es würde
sie unter seinen Peopee begroben und erschlagen,
wenn es stürgz
ber das Schreckli z durie, sicht geschehen
— irgend etwas mußte sich d tun lassen!
enn sie nur gewußt hüte voemn sie ihr
Unglück verdankte — sie wollte ihn lür immer
verstummen machen. Aber sie tämpfte sa gegen
unsichtdare Feinde — vielleicht war der, den
sie für ihren Freund hielt, ihr Gegner, und der,
den sie als ihren Feind haßte, in Wahrheit
ihr Freund!
Sie mintraute Fernau, Böhlau und Hardeck
— mißtrente der Cizieherin thres Kmdes, und
sie haßte die ganze Welt! Rauschonde Heschan
keiten, Gianz und Luxus brauchte sie zum
Leben: sie wollie, daß man ihrer Schönheit
huldigte das man sich ihr auf einen Wink
Zu Fühen legie. Der junge Argt, vielleicht der
einzige Mann, den sie mit der ganzen leldenschaftlichen
Glut ihres Herzens geliebt hatte, hatte
ihr widerstanden; kein Schlagt hätte sie 4 schwer
tressen ktönnen, wie das hatte sie aufgeboten,
um ihn für sich zu gewinnen — Gefahren,
schwere Gefahren hatte sie deshalb über
sich herausbeichworen. Und alles war fehlgeschlagen!
Er liebte eine andere, die sie
haßte -#- haßte wie den Tod! Und sie durste
es nicht einmal wagen, der Nebenbuhlerin ein
Leid zu tun. Sie hätte sich damit selbst ans
Messer geliefert; und sie wollte ja doch leben
— leben und genießen
Sie schellte und ließ den Diener rufen, der
zu Böhlau gesandt worden war. Er hatte den
Bankdirektor nicht angetroffen.
„Der Herr Direktor komme erst am Abend
zurück, und der Brief sele ihm gleich gegeben
werden. meldete der Bursch
leich darauf bem Navelli. Er brachte keine
Mentpteiten sein Versuche, etwas über Lulgl
Leoni in Erfahrung zu bringen, waren senl.
geschlagen. Er hoffte der Behörde dadurch
einen Streich zu spielen, daß er den Zeitungen
von dem Ewione Mteilenn machte, denn er
glaubte, rasean geheimgehalten werden. Ueberall
jedoch war ihm die Ankwort geworden, man
wisse bereils davon, habe aber auf besonderen
Wunsch der Behörde vorläufig davon Abstand
genommen, es zu verösentlichen- Das würde
sedoch morgen shon geschehen
Wütend über die zwr verqeudete Zelt.
eilte er zu- der raun, um sich dort zu erkundigen,
etwas Bemerkenswerles vorgesollen
sei. Sie berichtete ihm von ihrem Vesuch
bei Starringer.
„Ganz gut, ganz gut — aber es nützt
uns nicht indht viel. aose Vantuoen misen
beseitigt werden — auf jed l
darf uns im Notsall nicht lewe) en loiiiieii,
daß Ei ##s besessen. Fragt sich nur, wie man
sie
„Wir müssen sie Vöhlau wieder abjagen —
d# ist iKesterrstapdl lit Vorläusig hat er sie
#sicherl auf den
E, scheruh Wmo lie a 6 die ghe undan ausuliefern,
müssen wir sie ihm abnehmen. —
- e ihn zum Abendessen geladen; in der
eit, a er dier ist, müssen Sle selner Wohnung
einen Besuch abstatten. Das kann Ihnen doch
nicht schwersallen; der Einbruch in der Bank
von Aiaccio war ein ganz anderes Stückhen,
und Sie haben es auch zuwege racht.=as
war etwas anderes — damals halte
ich noch die Bande zu meiner Hilse, lauler
verteufelt geschickte und schneidige Burschen. Es
war die größte Dummhelt melnes Lebens, daß
ich sie verriet und sie damit wang, sich der
Gesellschaft von der „roten Hand“ anzu3hlieheen.
Hätte ch es nur mit Luigi nicht verdor —
wir belde wären sicher der Schrecken eenen
gewor rden, und man hätte uns nie ergriffen. —
ta, geschehen ist geschehen! — Wenn unsere
Sache nicht schief geht, habe ich ja schliehlich
auch nicht zu klagen. Gelebt hat man ja doch
in Paris wie die Götter — das ist schon was
Ast a Leoni blichte ungeduldig auf ihre kleine,
brillontengeschmc e Uhr.
ir chmscheè3 bier die Zeit mit un-