Metadata : Dokumente aus den russischen Geheimarchiven.

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meinem  Namen,  was  im  Hinblick  auf  meine  Stellung  vollständig  unmöglich
wäre,  sondern  als  ein  zuverlässiges  Gerücht  aus  Regierungskreisen:  Die
Russen  dürfen  nicht  an  die  Möglichkeit  eines  Überganges  Rumäniens  auf  die
Seite  der  Deutschen  und  Österreicher  glauben,  wie  es  die  Opposition  in  der
Person  von  Filipeseu  und  Take  Jonescu  behauptet.  Ebenso  zu  Unrecht  behauptet
  dies  der  Leutnant  Sturdza,  der  sich,  wie  uns  bekannt,  in  Reni  befindet.

Alle  meine  Syinpathien  sind  auf  seiten  des  Vierverbandes,  und  die  Zeit
wird,  hoffe  ich,  bald  kommen,  wo  Rumänien  auf  die  Seite  der  Verbündeten
übergehen  wird,  aber  wir  sind  in  militärischer  Beziehung  noch  nicht  fertig  und
fürchten  das  Schicksal  Serbiens.  Ich  beschwöre  die  Russen,  keinen  derartig
unvorsichtigen  Schritt  zu  tun,  wie  es  der  Durchmarsch  russischer  Truppen
durch  uuser  Land  ohne  unser  Einverständnis  wäre,  deun  in  diesem  Falle  muß
ich  meinen  Abschieı  einreichen  und  dann  wird  der  König  Majorescu  oder  Karp,
aber  nicht  Filipescu  oder  Take  Junescu  berufen.  Die  einzig  starke  und  diszipliuierte
  Partei  ist  die  liberale  Partei  und  der  König  muß  mit  ihr  rechnen.  Unter
einem  Ministerium  Majorescu  aber  wird  trotz  des  Kriegszustandes  infolge  der
Stimmung  des  größten  Teiles  der  Armee  vielleicht  doch  eine  Art  von  Revolution
ausbrechen,  die  nur  das  Land  und  das  Heer  schwächen  würde.  Ich  wünschte
sehr,  daß  Herr  Wesselkin  dies  alles  zur  Kenntnis  der  höchsten  Sphären  bringt.
-—  Ich  spreche  mit  Herrn  Foklewski  nicht  darüber,  da  ich  weiß,  daß  sein  Einfluß
in  diesen  Sphären  gleich  Null  ist.  Ich  wiederhole,  daß,  solauge  ich  an  der
Spitze  des  Ministeriunis  stehen  werde.  Rumänien  niemals  gegen  Rußland,
Frankreich  und  Italien  vorgehen  wird,  sondern  im  Gegenteil  mit  ihnen,  sobald
es  gerüstet  und  sobald  der  passende  Augenblick  gekommen  sein  wird.  Anspielung
  auf  die  Offensive  der  Verbündeten.

Indem  ich  das  oben  Erwähnte  berichte,  meine  ich,  daß  der  Kern  der
Sache  darin  liegt,  daß  Bratianu  befürchtet,  sein  Ministerportefeuille  zu  verlieren;
  die  Bedeutung  aber  der  liberalen  Partei  übertreibt  er,  um  dadurch  diejenige
  der  demokratisch-konservativen  Partei,  an  deren  Spitze  Filipeseu  und
Take  Joneseu  stehen  und  die  eine  Annäherung  an  Rußland  wirklich  aufrichtig
anstrebt,  zu  verkleinern.

Ich  bitte  dringendst,  die  Namen  der  sowohl  russischen  wie  ausländischen
Persönlichkeiten,  die  in  diesem  Telegramme  erwähnt  werden,  unter  keinen  Umständen
  bekanntzugeben,  um  dieselben  keinen  Unannehmlichkeiten  auszusetzen.


gez.  Wesselkin.
(Prawda  vom  31.  Januar  1918.)

Geheimtelegramm  des  Gesandtenin  Bukarest
vom  8./21.  Dezember  1914.  Nr.  475.
Morgen  reisen  die  Mitglieder  des  hiesigen  Parlaments  Kantakuzen  und
der  Sohn  des  Finanzministers  Konstaninesku  nach  Paris.  Vor  einigen  Tagen
‚sind  die  Deputierten  Diamandi  und  Istrati  nach  Rom  abgereist.  Diesen  Herren