Full text : Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 1; Jahrgang 1891. (1)

XI

8  24.  Die  im  vorigen  §&  besprochene  Abwandlung  ist  sozusagen  die  dentsche  der  fremden  Hauptwörter.
  Doch  findet  sich  bei  manchen  lateinischen  Substantiven  daneben  auch  vollständige  lateinische
Deklination.

Für  Nichtkenner  des  Lateinischen  folgt  deßhalb  hier  das  Schema  der  fünf  Deklinationen  in
dieser  Sprache:

1.  Deel.  2.  Decl.  3.  Decl.  4.  Deel.  5.  Decl.
neutr.  neutr.  neutr.
Singular.
Nom.  ã  us,  er;  um  us;  u  es
Gen.  o  i  is  us;  u  ẽi
Dat.  æ  o  i  ui;  u  ki
Acc.  am  um  em,  lim);  wie  Nom.  um;  u  em
Voc.  ã  e,  er;  um  wie  Nom.  us;  u  es
Ablat.  ã  o  e,  i  u  ¾l
Plural.
Nom.  #  i;  a  es;  a  (ia)  us;  üa  es
Gen.  ärum  õrum  um,  (ium)  üum  ẽrum
Dat.  is  i  Ibus  Ibus  ébus
Acc.  as  os;  a  es;  a  (ia)  us;  ũa  es
Vec.  #p  a  es;  a  (ia)  us;  ũa  es
Abl.  is  is  lbus  Tbus  ẽbus

Findet  man  bei  einem  Hauptwort  in  [J  einen  Hinweis  auf  §  24,  so  bedeutet  Dies,  daß  für
dasselbe  auch  ganz  lateinische  Abwandlung  vorkommt,  und  zwar  bezeichnet  die  kleine  Ziffer  hinter  der
Zahl  des  §,  nach  der  wievielten  Declination  das  Wort  geht,  und  ein  hinter  dieser  Ziffer  stehendes  n.
macht  auf  die  für  die  Neutra  geltenden  Abweichungen  aufmerksam.  Bei  den  Wörtern  der  dritten
Deelination  wird  noch  jeresmal  der  Genitio  besonders  angeführt.  Wir  geben  einige  Beispiele:

Daragräph,  m.,  -—en,  (—#);  —en;  Parägraphus,  m.  I§  24,  2),  z.  B.:  Versetzte  ihm  ein  Parägrarhum
  über  den  Kepf.  Simplicissimus  1,  4631  (vgl.  Circumflex);  Habt  euch  vorher  wehl  präpariert,]  Parägraphos
  wohl  einstudiert.  Coethe  11,  79  2c.

Théema,  n.,  —#;  —,  (Themen),  I§8  24,  3,  n.,  thsmatis),  z.  B.:  An  2  helerogenen  Thematis  Lnach
8  24,  2  st.  24,  3:  Themätibus]  zu  gleicher  Zeit  zu  arbeiten.  Heine  20,  43.

inis,  m.  [§  24,  31,  3.  B.:  Sie  haben  auch  geruht,  in  fine  finõrum  Ifalsch  st.  finiumysich  ein  Tedesurtheil
  zu  verbilten.  Schücking  Bronckh.  2,  316  rc.

8  25.  Die  Verba  (Zeitwörter)  find  als  tr.  (Transitiva),  intr.  (Intransitiva  —  mit  Angabe
des  Hilfszeitworts);  refl.  (Resteriva)  oder  impers.  (Impersonalia)  bezeichnet.

Die  Konjugation  ist  hier  überall  die  s.  g.  regelmäßige  oder  schwache.  Nur  das  Participium
Präteriti  erfordert  hier  eine  allgemeine  Bemerkung.  Es  wird  (abgesehn  hier  von  zusammengesetzten
Zeitwörtern)  bekanntlich  mit  oder  ohne  die  Vorfilbe  ge  gebildet,  je  nachdem  der  Ten  auf  der  Stammfibe
ruht  oder  nicht.  Dies  Letztere  ist  überwiegend  bei  den  fremdher  entlehnten  Zeitwörtern  der  Fall,  namentlich
  den  unzähligen  mit  der  Endung  seren,  denen  sich  auch  die  in  §  8  erwähnten  von  deutschem  Stamm
anschließen;  vgl.  ferner  mit  betonter  Endung  (und  also  im  Particip  richtig  ohne  ge),  z.  B.  benedrien,
malerelen,  Frorbeckien,  schalmeien  c.;  drommeten,  trompkten;  posälnen,  alälnen,  kap  älinen;  stibitzen;  chamrägnern
  2c.  —,  woran  sich  auch,  außer  denen  auf  ieren  in  §  8,  noch  einige  ganz  deutsche  Wörter  schließen,
namentlich  miäüen  und  offenbären,  vgl.  Dreimal  hat  der  Kater  misüt  Llohne  ge]  (GBürger  303a)  und:  Er  hat
dreimal  gemant  svon  dem  deutsch  betonten  mauen);  Er  hatte  ihr  auch  eine  Neuigkeit  offenbärt.  prutz  Musik.
2,  236.  Freilich  findet  sich  hier  —  namentlich  im  kirchlichen  Sinn  —  ge  ffenbart  (s.  mein  Deutsches
Wörterb.  2,  466b),  wie  sich  auch  (s.  1.  1.  1,  1146)  neben  dem  regelmäßigen  Particip  benereit  noch  oft