Metadaten : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

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ten  allgemein  zu  oal-bren:  ebenso  jenen  Ge.-legenheilearbeitern,
  die  der  Verwaltung  gegemüber
  verpflichtet  sind,  sich  jederzeit  für
Dienstleistungen  zur  Verfügung  zu  halten,  sofern
sie  im  Staatsbetrieb  in  Beschäftigung  stehen.
Bei  etwaigen  künftigen  Regelungen  dieser
Zulagen  darauf  zu  sehen,  daß  Beschäftigte  mit
niederem  Einkommen  mit  entsprechend  höheren
Zulagen  bedacht  werden.  3.  Die  Kinderbeihil.
sen  für  alle  Kinder  ohne  Rücksicht  auf  Jahl  und
Lebensalter  zu  gewähren,  die  sich  noch  in  der
Berufsbildung  befinden  oder  durch  Krantheiten
die  sinanzielle  Leistungssähigleit  der  Eltern  belasten.
  #

Nach  dem  Antrag  Oswald  blieb  die  Frage
ofsen,  wie  hoch  die  Beträge  sein  sollen,  die  ge
währt  werden.  Dagegen  beantraglen  die  Sozialdemolraten:
  „Die  Bestimmungen  über  die
Gewährung  der  Teuerungszulagen  dabin  abzuändern,
  daß  den  ledigen  und  verwitweten

Staatsbeamten  und  Staatsarbeitern  eine  monatliche
  Zulage  von  3  Mark  allgemein,  den  verheirateten
  ein  solche  von  6  Mark  gewährt  wird.
unter  Beibehaltung  der  bis  jehtt  besteh  enden  Ver
stimmungen  hinsichtlich  der  Kinderzulagen.“  Im
Lause  der  Beratungen  stellte  der  Referent  Adg.
Dr.  Schlittenbauer  (Z.,  zum  Antrag  Oswald
(Zisser  1)  folgenden  Zusatzantrag:  Das  Wort
„  allgemein“  sei  zu  streichen,  und  hinter  „gewähren“
  sei  einzusetzen:  „soweit  ihr  Gesamt.
jahreseinkommen  1200  Mark  nicht  übersteigt.“

Der  Finanzminister  führte  aus,  daßs  den
Wünschen  des  Antrages  Oswald  durch  die  Bekanntmachungen
  vom  20½.  April  und  vom  20.
Mai  schon  tunlichst  entgegengekommen  sei.  Der
Cesamtjahresaufwand  der  Kriegeleuerungsbei
hilsen  und  .Unterstützungen  berechne  sich  auf
mindesteno  neun  Millionen  Mark.  Bei  einem
Arbeitslohne  von  3  Mark  werde  die  Zulage  noch
gewährt.  Für  die  Pensionißten  sei  der  Weg  der
Unterstutzungen  mit  Ruäsicht  auf  das  Verfahren
in  allen  größeren  Bundesstaaten  gewählt  worden.
  Die  Ledigen  seien  nicht  unbeschränkt  einbezogen
  worden,  einmal  wegen  des  hob  en  Mehr
aufwandes,  dam  mit  Rütsicht  auf  dad  Uer
sahren  in  den  übrigen  Staalen  und  mit  Nücksicht
  auf  ihre  geringere  Bedürsftigleit.  Der  e
danke  der  Ahfstufung  der  Beihilfen  nach  de:
Einkommen  Serde  bei  einer  etwaigen  heiter
notwendig  werdenden  Regelung  besonders  ernstlich
  erwogen  werden.  Die  Regelung  in  Bayern
dürfte  wohl  am  weitesien  entgegenkommen.  Er
bitte,  den  Amrag  Oswald  durch  das  Vorgehen
der  Staatoregierung  für  erledigt  zu  erklären.
Die  Forderung  der  Petition  des  Verbandes  der
Gemeinde-  und  Staatsarbeiler  usw.  würde  einen
Auswand  von  24  bis  20  Millionen  notwendig
machen,  auch  die  Vorilellung  des  Verlehröbeamtenvereins
  und  der  Petiltion  der  Arbeilagemeinschaft
  bayerischer  Slaalsbeamtenvereine  lie
sen  auf  einen  fast  unerschminglichen  Aufwand
ron  Sta«  Eritteln  binaus.

Bei  der  Abstimmung  wurde  der  Antrag  der
Sonialdemokraten  mit  sehr  grob'  ftß  Mehrheit  abaclehnt,
  der  Antrag  Osraald  in  seinem  ersten
Puntte  mit  der  Aenderun  des  Zusatzantrages
dr.  Schlittenbauer  mit  geringer  Mehrbeil,  in
den  übrigen  Punkten  einstimmig  angenommen.

 

Mũuchener  Neuigkeilen.

München.  29.  Moi.  Zu  Ehren  der  türkischen
Abgeordneten  sand  heute  im  Sitzungssaal  des
Kollegiums  der  Gemeindebevollmächtigten  eine
Feslsitzung  statt,  an  der  auch  mehrere  Minister,
das  diplomatische  Korps,  die  Staatobehörden
uiw.  teilnahmen.  Nach  einem  musikaltschen  und
acianglichen  Vortrag  DBielt  Oberbürgermeister
#.  Vorscht  eine  Begrüßungsansprache,  die  mit
einem  Hoch  auf  den  Kaiser  der  Ollomanen  en.
dete.  Nach  dem  Vortrag  der  türkischen  National.
lhymne  durch  das  SZtreichorchefler  antwortete
der  Vizepräsident  der  lürlischen  Kammer  Djalid
  Bey  mit  einer  längeren  Rede  in  türlischer
-Sprache,  welche  von  General  Hassan  Riza
Pascha  ins  Deutsche  übertragen  wurde.  Er  gab
dem  Wunsche  Auedruck,  daß  in  Deutschland
die  Sitten  und  Gebräuche  der  Türkei  besier
verstanden  würden,  denn  manche  falsche  Meinung
  bestehe  noch  über  sie,  bejonders  uber  die
mohammedanische  Religion.  Die  Rede  schloß
mit  einem  Hoch  aufs  König  4  Ludwig.  Nach  der
Sitzung  wurde  an  den  Sultan  ein  Telegramm
abgesandt.  Nachmittags  unternahmen  die  tür.
tischen  Gäste  einen  Ausflug  an  den  Chiemsee
zur  Besichtigung  des  Königeschlosses  Herrenchiemsee.


münchen,  29.  Mai.  Wie  der  Krieg  oft
brausam  in  das  Leben  des  einzelnen  greift,
zeigt  das  Schicksal  einer  greisen  Mitbürgerin,
der  in  der  Landsbergerstr.  65  wohnhaften
hundertjährigen  Helene  Buchner.  Durch  drei
Cener-lionen  erfuhr  die  im  großen  Jahr  1817
geborite  Buchner  nicht  soriel  Leid  als  seit
Kriegsausbruch  in  wenigen  Monaten.  Vor  dem
Kriege  lebte  die  längst  zur  Urgroßmutter  gewordene
  Greisin  mit  ihrer  Tochker,  die  selbst  bereits
  Großmutler  und  außerdem  Mutter  einer
verheirateten  Tochter  und  von  fünf  Söhnen
war,  in  schönster  Eintracht  msammen.  Im  Kreise
ihrer  Familie  hatte  die  alle  Frau  um  nichts
zu  klagen,  um  so  mehr  als  die  fünf  Enkel
in  Gemeinschaft  mit  dem  Schwiegersohn,  lauter
arbeitssame,  tüchtige  junge  Männer  alles
daran  setzten,  ihrer  Mutter  und  einem  siebzehn

 

 

47—

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El4  7

Mitfchoch,  31.  Mäs  7916

 

die  Fr  vont!

Pltamiln.

 

 

 

Jahre  lang  ans  Kranlenbett  gesessellen  Vater
ein  auskömmliches  Dalein  und  der  geliebten
Urgrokmutter  einen  sorgenfreien,  friedlichen  Le

bensabend  zu  bereiten.  Aber  da  kam  der  Krieg,
die  funf  jungen  Leute  mußtten  ins  Feld,  ebenso
Schwiegersohn.  Und  nun  ging  es  Schlag
Schlag.  eine  Hiobspost  solgte  der  anderen
die  fünf  Enkel  starben  den  Heldentod,  der
Schwiegersohn  wurde  als  vermißt  gemeldet.  Zugleich
  erkrankten  drei  Urenkel,  die  Kinder  des
Schwiegersohns,  schwer  somie  dessen  Frau.  Auch
deren  Mutter,  die  Mutter  der  Gefallenen  sank
aufs  Krantenlager,  während  die  Frau  eines  der
(Gesallenen  unler  der  Katastrophe  zusammen.
brich  und  in  geistige  Umnachtung  fiel.  Schlimmer
  tonnte  das  Schitsal  nicht  wüten.  Solange
alle  die  Hundertjäh  rige  allen  Schisalsstürmen
getrotzt  und  in  noch  ungewöhnlicher  Rüstigkeit
und  Gesundheit  einem  friedlich  verklärten  Lebendoabend
  entgegengeharrt.  Nun  brach  auch
nic  zusammen  unter  dem  Uebermaß  des  Grams.
Halbblind  und  bettlägerig  siecht  sie  hin.  Ein
Alter,  das  sonst  im  Leben  des  Menschen  zum
staunen-  und  ehrfurchterregenden  Ereignis  sich
gestaltet,  wurde  der  Greisin  zur  bitteren  Bürde.
Not  und  Elend  sind  an  Stelle  eines  sorgenlosen
Lebensabends  eingekehrt,  der  Wohlfahrtsaus.
schuß  sucht  zwar,  soweit  es  innerhalb  seiner  vom
Gesetz  gezogenen  Schranken  möglich  ist,  zu  lindern.


—
—

auf

Bayer.  Veteranen-  u.  Kriegerbund.

München.  29.  Mai.

Am  Sonntag  hielt  in  München  der  Kal.
Baverische  Veteranen-  und  Kriegerbund,  der  bei
Ausbruch  des  Krieges  auf  sein  40jähriges  Bestehen
  zurückblien  lonnte,  unter  dem  Vorsitz
des  ersten  Präsidenten  Generalleutnants  z.  D.
von  Winneberger  seinen  26.  Abgeordnelemag
ab,  nachdem  der  für  das  Jahr  1914  vorge
sehene.  Abgeordnetentag  mit  Rücksicht  auf  den
Krieg  verschoben  werden  mußte.  Ueber  400
Vertreter  von  bayerischen  Bundesvereinen,  da.
runter  ergraute  Mitstreiter  aus  dem  deutsch
französischen  Krieg  1870.71  hatten  sich  dazu
eingesunden;  ferner  hatten  Vertreter  entsandt
das  Ministerium  des  Innern  und  das  Kriegsministerium.


In  seiner  Begrüßungsansprache  wies  Präsident
  Generalleutnam  von  Winneberger  auf  die
bisherigen  Siege  der  deutschen  Truppen  und
ihrer  Verbündelen  hin  und  hob  dabei  hervor,
dah  gerade  die  bayerischen  Truppen  auf  allen
Schlachtfeldern  und  in  allen  Gesechten  Hervylragendes
  geleistet  haben,  wofür  ihnen  der  herz.-lichste
  Dank  gebühre.  Es  heiße  aushallen  und
Durchhallen  bie  zur  völligen  Besiegung  des
Cegnere.  Die  Flaumacher  sollten  daran  den.
ten,  wie  es  aussehen  würde,  wenn  der  Feind
im  Lande  wäre.  Es  sei  eine  dankbare  Auf.-hobe
  der  Angehörigen  des  Bundes,  draußen
lustlärung  zu  schaffen.  Da  es  eine  Cerechtig.
leil  in  der  Weltgeschichle  gibt,  läßt  jie  uns  den
deulschen  Sieg  erhosffen.  Das  Hoch  des  Redners
r  König  und  Kaiser  fand  begeisterten  Widerhall.


Zur  Erörterung  ftand  eine  Reihe  von  An.
trägen,  die  mit  dem  Veteranenwesen  zusam.
menhängen.  Es  wurde  u.  a.  beschlossen,  es  den
einzelnen  Bezirken  zu  überlassen,  Bezileaus“
schüffe  mit  eigener  Kompetenz  zu  errichten.  Wei- 



 

ter  wurde  auf  die  unbedingte  Pflicht  hingemie
sen,  auch  jetzt  in  der  Kriegszeit,  wenn  auch  mit
Migliederabgängen  zu  rechnen  sei,  die  „Bayeri
iche  Kriegerzeitung“  zu  halten.  Begüch  eines
Antrages  des  Bezirkes  Neuftadt  a.  H.  und
des  Bezirkes  Würzburg,  „dahin  zu  wirken,  daß
die  Organisation  der  militärüchen  Jugendorganisalion
  sobald  als  moglich  aus  einer  freiwilligen
  in  eine  Pllichtorganisation  auf  gesetz.
licher  Grundlage  umgewandelt  werde“,  Uurde
müsgeteilt,  daß  das  Präsidium  des  Bundes,  bei
der  nächsten  Vorstandssitzung  des  Kyffhämerbundes
  den  Antrag  siellen  werde,  daß  seitens
des  Kusshäuserbundes  eine  Eingabe  in  dieser
Hinsich:  an  den  Reichskanzgler  gemackt  werde.
Mehrere  Anträge  wurden  fur  den  näusten  Ab
gecronelentag  zuruckgestelll,  so  die  Enlccher
dung,  od  Mitglieder  der  freiw.  Sanitatelolon
nen,  die  im  Felde  jlanden,  als  Mitglieder  der
Vunderereine  aꝛ  genommen  werden  konnen  und
die  Frage  ermäbh  igter  Fahrpreise  für  die  Bun
desmitglieder  zu  den  Abgeordnetentagen.  Abgelehut
  wurde  ein  Antrag,  die  Abgeorduetenlage
  abwechflungoweite  auch  in  Provinsstadien
abzuhalten.  Di:  Festsenzung  der  nächiten  Tagung
wird  dem  Präsioium  überlassen.

Von  echt  lameradsch  aftlichem  Geist  und  so
zialem  Empfinden  zeugte  ein  Entichluß  des
Ehrenmitgliedes  Kommerzienrates  Morgenstern.
Fürth,  der  dem  Präsidium  einen  Betrag  von
20.000  Mt.  zur  Linderung  der  Not  von  Ange-Dhörigen
  des  Bundes  und  weilere  50001!)  Mt.  zu
Eunsten  der  Ausstattung  und  Sicherung  der

Vetekanen,  und  Kriegerheime  zur  Verfügung
steilte.  Mit  lebhaftem  Beifall  wurde  diese
Schenkung  bedankt.

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Das  wohlgenährte  München.

Unter  diesem  Tilel  wendet  sich  die  „Münchner
Zeitung“  gegen  eine  eifersüchlige  Pressestimme
aus  Berlin  (V.  .),  in  der  darüber  gellagt
wurde,  daß  Bayern  im  Vergleich  zum  Norden
allzu  reichlich  mit  Lebenemitteln  bedacht  werde.
Indem  nun  die  „Münchner  Zeilung“  einiges
über  die  grundsätlich  werichiedene  Lebensmittel
organisalion  zwischen  Süd  und  Norddeutschland
sagt,  weist  sie  auck  darauf  hin,  daß  es  in  Norddeutschland
  viele  Leute  gibt,  die  sich  um  jeden
Preis  Lebenomittel  um  teures  Geld  beschaffen
wollen,  weil  sie  es  haben,  was  aber  wieder  da
zu  führt,  das,  Eier,  Hühner,  Kalbfleisch  und
andere  von  den  Wohlbabenden  gesuchte  Wa
ren  doppelt  so  teuer  als  bei  uns  geworden  find.

Ein  weiterer  Grund  für  die  noch  verhällnis
mäsig  billige  Lebenshaltung  in  München  liegt
in  den  besseren  behördlichen  Maßnalmen,  wie
Preisaushang  und  kontrolle,  Belämpfung  des
Wuchers  usw.,  sowie  endlich  in  der  Tatjache,
daß  das  Leben  in  Norddeutschland  schon  im
Frieden  viel  üppiger  ist  als  im  Suden,  wo  in.
folgedessen  die  Lebenomittelknaxpheit  nicht  so
stark  preistreibend  wirkl.  Hierzu  kommt,  daß
Bapern,  vor  allem  die  Großitädte,  jtärlere  be
lordliche  Einschränkungen  des  Verbrauchs  tra
sen  als  Berlin,  in  dem  es  z.  B.  keine  allgemeinen
  Fleisch  und  Milchkarten  gibt.  München  hat
in  Hotels  nur  tondensierte  Milch,  Berlin  noch
immer  frische.  Bei  uns  erhalten  die  in  den
Hotels  übernachtenden  Fremden  an  den  feitlosen
  Tagen  keine  Butter,  in  Berlin  schon.  Von
Fleischknappheit  ist  in  den  dortigen  Hotels  nichts

 

zu  spüren,  da  diese  infolge  der  unzureichende?
Berliner  Organisation  gemeimam  mit  den  Nechen
  das  Fleisck,  den  Armen  und  dem  Minestande
  vor  der  Nase  weglaufen.
7  Unsere  Leistungen  find  enorm  wegen  der
gros  en  Einschrankungen,  die  sich  die  banerische
Berollerung  auferlegt.  Gewaltige  Viehmengen
liefert  Bayern  an  das  Heer,  wohl  an  die  =
bis  Sil  OnO  Stuck  Grokvieb  im  Monat,  beden
tende  Gelreidemengen  geben  nach  Norddent!i1
land.  Käse  wandert  noch  heute  über  die  Gren
„en,  während  die  Bumerliejerungen  erst  seit
etwa  zwei  Monaten  eingeieilt  zind.  Solche  Aur
fuhrrerbote  lhaben  nur  den  Zwet.  Bayerne.
Biehmand  und  andere  Lebensmittelquelien  voder
  Auerauberung.  und  volligen  Zeri#orun:
durch  mirten  und  norddeutiche  Händler  #.
schutzen,  die  riel  hohere  Preise  bieten,  als  ie
in  Bayern  zu  erzirlen  find.  Ohne  die  Aus
juhrbeichranlungen  mare  der  VBiebftand,  die
Milck,  Butter-  und  Kaseerzeugung  langst  ver
nichtel,  nit#t  zuletzt  zum  Schaden  des  Reiche-Bayern
  hatte  dann  dieselben  Lohen  Preise  me
Norddeutschiand.

Banern  und  vornehmlich  Munchen  hat  un
Großen  gehamstert,  wird  uns  vorgeworfen.  War
entipricht  nun  den  Tatiacken:  An  I  Teigware:
Hülsemruck  ten  und  Reis  hat  Bayern  hochten
so  viel  erhalten  wie  die  anderen  Landeoteile
Lobei  wiro  über  die  Gute  der  nach  hier  gefalle
neu  Hulienjruchte  noch  in  Friedenszeilen
reden  sein.  An  vielen  der  auf  das  Reich  von
den  Berliner  Zentralnellen  zu  verteilenden  Wa
ren  betraf  aber  Bayerns  Anteil  eine  viel  ge
ringere  Menge  als  die,  die  auf  andere  Reichleile
  lamen,  wo  allerdings  die  Hilfe,  so  in  den
groben  Industriezentren,  weit  dringender  war

Was  zum  Schluß  den  Vorwurf  angehl,  daß
à2°  Nack#lager  in  den  Munckener  Hotels  bir
zur  Hälfle  billiger  gemorden,  so  mun  dicic  fur
das  Hotelgewerbe  betrübliche  Erscheinung  zu
gegeben  werden.  Munchene  Fremdenverlehr
durch  den  Kireg  lahmgelegt  und  mancher  Gast
hofbesitzer  uberlegt,  ob  er  mit  der  Schließung
seiner  Betriebes  nicht  mehr  verdient  als  mit
der  Weiterfuhrung.  Berlin  lat  einen  Verlehr
wie  mindesiens  in  Friedenzszeilen.

Bewerische  Nachrichlen.

Ingolstadt,  29.  Mai.  10  CM  Stück  Clcr.

 

melche  dem  Sladimagistrat  Angolstadt  auf  An

suchen  von  der  banerischen  Eierversorgungsstelle
Müncken  zum  Verlauf  auf  dem  Eiermarkie  und
zur  Äbgabe  an  den  Kleinhandel  Zugewieien
und  angeblich  von  den  beauftragten  Firmen  ver
frachtet  worden  sind,  konmen  ungeachtet  aller
Bemuhungen  bei  den  Bahnbehörden  nicht  ermittelt
  werden.

Tandsbut,  29.  Mai.  Das  Gemeindeko!
legium  genet  migte  den  Gemeindel  aushaltplan
fur  1916  mit  emer  Umlage  von  15/17  Prozent
aus  einem  Staatssteuersoll  von  308  505  Mark.
die  462  757  Ml.  ergibl,  der  Reservefonds  de
tragt  240.0  Mil.

Kempten,  29.  Mai.  Von  einem  furchtbaren
Unwetter  wurde  unsere  Stadt  heimgesucht.  Eine
volle  Viertelstunde  sielen  die  Hagelkörner,  oji
weit  uber  die  Größe  eines  Taubeneies,  ein  Vild
völliger  Verwüstung  und  Vernichlung  zurück
lassend.  Am  verderblichsten  hauste  das  Unwetier