Full text : Die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft im Reichstag.

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„Seilens  der  verbündeten  Regierungen,  des  Herrn  Beichskanzlers,
der  den  Kommisstonssitzungen  beiwohnte,  des  Herrn  Slaatssekrelärs  des
Reichsmarineamlks  und  des  Herrn  Staatssekreltärs  des  Reichsschatzamls
wurden  in  weilestgehender  Weise  vertrauliche  Milleilungen  gemacht.
Dieselben  bezogen  sich  auf  die  Kriegführung  der  Unterseeboole,  und  zwar,
soweil  durch  dieselbe  unsere  Feinde  und  die  Meutralen  berührl  werden,
auf  die  Art  und  Weise,  wie  sich  der  Unterseebootkrieg  in  der  Zeil  vom
Februar  bis  August  1915  in  der  ersten,  vom  September  1915  bis  Februar
  1916  in  der  zweilen  Periode  abspielte,  und  über  den

Unlerseebookhrieg,
wie  er  sich  nach  den  Grundsätzen  der  Denkschrist  vom  8.  Februar  1916
gegenwärtig  vollziehl.

Die  Verhandlungen,  die  sich  an  diese  Mitteilungen  anhnüpflen,  erstrechten
  sich  auf  das  ganze  Gebiek  der  wirtschaftlichen  und  polilischen
Fragen,  einschließlich  der  damit  zusammenhängenden  mililärischen  Gesichtspunkte.


Die  offene  und  freimütige  Aussprache  förderle  eine  Reihe  neuer  noch
nicht  behannler  Talsachen  zutage.

Die  Kommission  beriek  eingehend  über  Wesen,  Möglichkeit  und
Folgen  des  sogenannten  rüchsichkslosen  Unkerseebookkrieges.  Nach  dreilägigen
  Berakungen

einiglen  sich  die  großen  Fraklionen
auf  den  folgenden  Antrag:

Nachdem  sich  das  Unterseeboot  als  eine  wirbsame  Waffe  gegen  die
englische,  auf  die  Aushungerung  Deutschlands  berechnele  Kriegsührung
erwiesen  hat,  gibt  der  Reichslag  seiner  Ueberzeugung  Ausdruch,  daß  es
geboten  ist,  wie  von  allen  unseren  mililärischen  Machlmitteln,  so  auch  von  den
Untkerseebooten  denjenigen  Gebrauch  zu  machen,  der  die  Erringung  eines
die  Zukunft  Deutschlands  sichernden  Friedens  verbürgl,  und  bei  Verhandlungen
  mit  auswärtigen  Staaten  die  für  die  Seegeltung  Deutschlands
erforderliche  Freiheil  im  Gebrauch  dieser  Waffe  unter  Beachtung  der  berechtigten
  Interessen  der  neutralen  Staaken  zu  wahren.

Der  Antlrag  enthäll,  was  hervorgehoben  werden  soll,  weder  einen
Ausdruck  des  Vertrauens  noch  des  Mißtrauens  gegenüber  der  Regierung,
er  schließl  keine  Krilih  des  bisherigen  Verhallens  der  Regierung  in
sich  und  will  lediglich  —  abgelöst  von  einer  solchen  —  die  Auffassung
des  Zeichskags  zum  Ausdruck  bringen."“

In  der  Kommission,  wie  späler  im  Beichskag,  haben  sämlliche
bürgerliche  Parteien  und  die  große  Sozialdemokratische  Frahlion  für
den  hier  erwähnlen  Antrag  gestimmt.  Die  Arbeitsgemeinschaft  konnte
dieser  Behandlung  der  U-Boot-Frage  nicht  zustimmen.  Von  ihr  war
vielmehr  beantragt  worden:

„Der  Beichslag  wolle  beschließen,  an  den  Herrn  Beichshanzler
folgende  Erklärung  zu  richten:  Auch  für  den  U--Bootl-Krieg  haben  die
Bestimmungen  des  VBölberrechts  zu  gelten.  Insbesondere  darf  der
rüchsichtslose  U.-Boot-Krieg,  also  die  warnungslose  Torpedierung  von
Handels=  und  Passagierschiffen  gegnerischer  und  neutraler  Staalen  unker