Full text : Staatsbürgerliche Belehrungen in der Kriegszeit. Band 1. (1)

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daß  der  Gebrauch  fremder  Seidenwaaren  in  Bagern  sich
gemindert  habe.

In  Ansehung  der  franzdssschen  Weine  wundert  sich
der  Frepherr  von  Closen,  daß  vor  dem  Jahre  138„22
gar  keine  Einfuhr  derselben  statt  gefunden  haben  solle.  —
Dieses  ist  jedoch  der  Fall  nicht,  sondern  vor  jenem  Jahre
waren  nur  die  französischen  Weine  nicht  mit  einem  besonderen
  Zolle  belegt  und  deßwegen  in  den  Zolllisten  von
anderen  Weine  nicht  ausgeschieden.  Darin  aber  stimme
ich  ihm  bey,  daß  an  einem  Tage,  nämlich  am  16.  Februar
  1825,  in  den  Städten  des  Kdnigsreichs  wohl  mehr
Champagner  getrunken  worden  seyn  mag,  als  die  gans
ze  Einfuhr  vom  franzbsischen  Weine  in  jenem  Jahre  nach
den  Zolllisten  beträgt.  Dieses  beweis'st  aber  nicht  für
ihn,  sondern  gegen  ihn  und  gegen  das  System  hoher  Zdlle.

An  Wollenwaaren  wurde  allerdings  schon  bey
dem  Jollsatze  von  2o0  fl.  sehr  viel  eingeschwärzt,  so  daß
z.  B.  in  Bamberg,  von  wo  aus  sonst  die  Gränzorte
gegen  Sachsen  mit  Wollentüchern  versehen  wurden,  nun
auf  den  Messen  die  Juden,  welche  sonst  als  Käufer  kamen,
  als  Tuchverkäufer  erscheinen.  Aber  die  offene
Einfuhr  hat  doch  vorzüglich  seit  dem  Zolle  von  6o0  fl.  abgenommen;
  denn  im  Jahre  1636  hat  dieselbe  5008  Cenener,
  im  Jahre  1832  56000  Centner,  im  Jahre  13-21
5670  Centner  und  im  Jahre  „3823  6502  Centner,  im
Jahre  ½327N#  gar  7693F#  Centner,  im  Jahr  1327  316
Zentner  und  im  Jahr  ½824  nur  2684  5  Centner  betragen.


Halten  Sie  dafür,  meine  Herren,  daß  diese  Mindereinfuhr
  nun  wirklich  der  Zoll  von  b0  fl.  mehr  als  jener
  von  20  fl.  zum  Schutze  unserer  Industrie  war  ?2
Ich  versichere  Sie,  daß  man  auch  bey  dem  hohen  Zoll
dieselben.  Geter  gegen  ein  geringes  Benefiz  beziehen  kann.
Der  Kaufmann  braucht  sich  um  nichts  zu  bekümmern;
man  legt  ihm  die  Muster  vor,  macht  ihm,  indem  man