Abriß der Ortegeschichie. 6os
dung des Mains mit der Donau eine direkte Wasserstrasse aus der Nordsee
in das schwarze Meer eröffnet. Karl der Große hatte diese großartige Idee
in J. 793 auszuführen begonnen, wurde aber an der Vollendung durch die
ungeahnten Schwierigkeiten verhindert. Nach mehr als 1000 Jahren erst war
es König Ludwig I. von Bayern beschieden, dies Projekt abermals zu beginnen
und zu vollenden. Im Jahre 1836 wurde die Arbeit nach dem Entwurfe und
unter Leitung des Oberbaurathes Heinrich Frhrn. v. Pechmann ausgenommen
und 15. Juli 1846 der Kanal der Schiffahrt übergeben.
Das Städtchen Dietfurt, wo das St. Walburgen Kloster zu Eichstädt
durch Schenkung des Grafen Liutger von Lechsgemünd (1034) begütert war,
gehörte zum niederbayerischen Antheile und wurde (1325, 4. Juli) dem Sighard
von Eglolfsheim (für 330 Pfd. Regensb. Pfge.) und (1336, 14. April)
dem Bischofe Heinrich von Eichstädt und seinem Bruder Konrad, genannt
Maier, Schenken von Reicheneck (um 150 Pfd. Pfge.) verpfändet. Es war
damals ein Markt und kam in der Theilung des Niederlandes (3. Juni 1353)
an die Herzoge Albrecht und Wilhelm. Nach der Vereinigung mit Oberbayern
wurde die Stadt Dietfurt durch K. Sigmund dem Herzoge Wilhelm zuerkannt
(1429, 29. Juni) und später mit Riedenburg zu einer Pflege vereint.
Im Löwlerkriege war diese Stadt ziemlich befestigt und mit dem Herzog Albrecht
verbunden. Während des Bauernaufruhrs im Eichstädtischen (1525 u. 1526)
zog auch der Pfleger von Dietfurt Erhart von Muggenthal mit ansehnlichem
Geschütz an den Mässinger Berg und trug zu Unterdrückung des Aufstandes
viel bei. Der hiesigen Pflegerin Argula von Grumbach haben wir schon gedacht.
Noch im spanischen Erbfolgekrieg verschanzten sich in und um Dietfurt
(1703, 4. März) 3000 Mann unter Oberst Wolframsdorf, wurden aber —
vrom kaiserlichen Feldmarschall Styrum mit überlegener Macht angegriffen —
nach fruchtlosem, tapferen Widerstande theils gefangen, theils getödtet. Wäh-—
ranb u. s. w.“ wieder zu Gnaden ausgenommen. Jorg, Friedrich und Erhart
die Muracher zu Flügelsberg fielen in einer Fehde mit Wilhelm Fraunberger zu
Laberweinting in die pfalzbayerische Herrschaft Helffenberg ein und mußten (1437,
12 Juni) die Gefangenen von Stund an freigeben, dem Ulrich Kempnater und
dem Predenwinder ihre geraisige Pfärd und Harnasch ausfolgen lassen und sich
nebst der Oeffnung von Flügelsberg verbinden, auf ihr Lebtag nicht mehr gegen
die Herzoge zu ziehen. Hanns von Parsberg erheirathete (um 1460) ein Drittheil
an Flügelsberg; die anderen zwei Theile brachte sein Sohn Hanns (1480)
durch Heirath der Ursula von Murach an sich. Im Löwlerkrieg, der mit großer
Erbitterung geführt wurde (auf beiden Seiten wurden wehrlose Greise und Kinder
gespießet, Frauen und Jungfrauen mißhandelt u. # w.) legte Herzog Albrecht
Flügeleberg nieder und führte von der da gemachten Beute 12 schwer beladene
Wagen nach Dietfurt. Die Muckenthaler (1683), Grafen von Seiboltstorf (ciroa
1700), das Bisthum cichstädt (1712) find die folgenden Eigenthümer dieser
nach der Säkularisation in Staatseigenthum verwandelten Gülter.