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gattungen erschien. Nach langen Unterhandlungen erlangte der König, daß ihm
Spandau und Küstrin eingeräumt wurden.
Gustav Adolph war billig genug, das Schwere des Opfers, welches ihm
Georg Wilhelm brachte, anzuerkennen. „Ich kann es meinem Schwager nicht
verdenken, sagte er deshalb zu seiner Umgebung, daß er traurig wird; es find
gefährliche Dinge, die ich verlange, aber doch nicht zu meinem, sondern seinem
und seines Landes Besten. Ich will Magdeburg entsetzen; will mir Niemand
beistehen, so gehe ich zurück und biete dem Kaiser einen Vergleich an,
den er gerne eingehen wird; aber am jüngsten Tage werdet Ihr angeklagt werden,
daß Ihr nichts bei dem Evangelium habt thun wollen; denn ist Magdeburg
weg, und ich ziehe davon, so seht zu wie es Euch gehen wird.“ Die
Wahrheit dieser Vorstellung war nicht abzuleugnen, daher fügte sich der Kurfürst,
doch unter der Bedingung, daß, sobald Magdeburg entsetzt wäre, die
schwedischen Truppen wieder zurückgezogen werden sollten. Wahrscheinlich meinte
der ängstliche Fürst, daß er so in den Augen des Kaisers als schuldig erscheinen
könnte, ohne Zweifel eine leere Täuschung, da ihn gewiß schwere Rache getroffen.
haben würde, wenn die kaiserlichen Truppen den König zur Rückkehr in sein
Vaterland gezwungen hätten (1631).
Jetzt rückte Gustav Adolph zur Ausführung seines Hauptzweckes gegen
die Elbe vor. Allein hier stieß er auf neue Schwierigkeiten. Der Kurfürft
von Sachsen wollte sich auf keine Weise dazu willig sinden, ihm Wittenberg
einzuräumen, wo er eingelassen zu werden wünschte, um einen freien Paß über
den Strom zu haben. Auch da noch gab er seinen Plan nicht auf, sondern
drang gegen den Feind weiter vor, als ihn plötzlich die Nachricht überraschte,
Magdeburg fei den Feinden in die Hände gefallen und von Grund aus zerstört
(20. Mai 1631). Tilly hatte bei der Annäherung des Königs die Belagerung
aufheben wollen, allein der kühne Pappenheim war für den Versuch eines
Sturmes, und zwar gegen alle Kriegsgewohnheit, um durch Ueberraschung zum
Ziel zu gelangen, bei hellem Tageslicht. Das kecke Unternehmen gelang nur
zu gut, und nun folgten alle jene Gräuel durch welche Tilly die Verdammung
der Geschichte auf sein Haupt geladen hat; denn auf sein besonderes Geheiß
wurde geplündert, gebrannt, geschändet und gemordet. Von 35000 Eimwohnern
blieben nicht mehr als 5000 übrig; nur der schöne mittelalterliche Dom und
ein Kloster standen noch zwischen den rauchenden Trümmern der kurz zuvor so
blühenden Stadt. Und nicht nur in dem Augenblick des Kampfes hatte die
wilde Lust grausamer Vernichtung gewaltet; noch in dem Kriegsberichte Pappenheims
wurden diese Gräuel gerühmt und das Bedauern ausgesprochen, „Dero
kaiserliche Frauenzimmer nicht selbst zu Zuschauern gehabt und von ihnen den
Kitterdank erhalten zu haben.“ So weit kann der Fanatismus selbst heldenmüthige
Naturen von ihrem eigentlichen Ziele ablenken!
Nach diesem Unfalle blieb dem König von Schweden nichts anderes übrig,
als in die Heimat zurückzukehren, oder seine bisher zweifelhaften Bundesgenossen