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gemacht werden, ob nicht der Bischof auf dem Wege der Unterhandlung
zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen sei. Dies gelang jedoch
nicht so leicht, wie sich es der Orden wohl gedacht. Christian, der den
Preußischen Boden in hartem Streit dem Heidenthume selbst abgerungen,
dann in zwanzigjährigem Kampfe bald gegen die heranstürmenden
Heiden, bald gegen die Anmaßungen Konradsheldenmüthig vertheidigt
hatte, wich auch den Rittern nicht, wo es galt, ein Gut zu behaupten,
das er nach Recht und Pflicht in jeder Beziehung das seine nannte.
Gregor IX hatte am 12. September, nicht ahnend, welchem
Truge er seine Hand leihe, die von dem Herzog Konrad erbetene
Bestätigung ertheilt.“"8) Schon vor Ablauf des Jahres befanden
sich die Ritter mit Christian im Streit.“) Zwar ist uns nicht auf-168)
Vgl. unsre Ur k. 21. Die Bulle bezieht sich in folgender Weise auf die
Krußwiper Schenkung: „Ex ipsius sane litteris intelleximus, quod pagamis
ruarens, desevientibus nimis crudeliter in Christianos in eorum finibus
existentes, cum ipse et Christiani predicti eis obsistere non valerent,
idem, ad auxzilium potentie divine confugiens, ordinem vestrum in terram
suam ad Christianorum auxilium introduxit —, et eidem ordini castrum,
qduod Colmen dieitur, cum per#inenci#s surs pia liberalitate concessit,
constituens ineuper, iit, quicquid fratres vestrt i# ferra papa#norrunn poterint
obtinere, cedat ordini memorato. Man halte hiermit den Leßlauer
Vertrag zusammen, und man versteht, warum jetzt selbst der Rame des Bischofs von
Preußen, wie wenn er nicht existirte, ungenannt geblieben ist. — Von Voigt (II,
198.) wird dieses Schweigen anders verstanden. Er glaubt, der Orden habe, während
er mit Konrad über Kulm und Preußen in Unterhandlung stand (S. 197.), mit dem
Bischof „wegen einer ähnlichen Schenkung“ lebhaft unterhandelt. Er bemerktnicht,
daß der Orden, nachdem ihm von Konrad „„totum et ear integro
Culmensse territorium, proterea quicquid de personis et bonis Saracenorum
(Prutenorunm) — occeupatione vel aubiugatione — adipisci potuerint, “
verliehen war, offenbar keine „ähnliche Schenkung“ von dem Bischofe brauchte,
noch auch empfangen konnte.
169) Wir werden sogleich zwei auf diesen Streit bezügliche Urkunden kennen
lernen, welche in den ersten Tagen des Jahres 1231 gegeben sind, und welche davon
reden, daß nun „aller Streite in Ende haben solle= („amoto omni malo
ingenio“). Uebrigens ist es natürlich, daß der Orden, wenn er eben von Krußwißz
kam, nicht sehr aufgelegt war, das Kulmerland nach den Bestimmungen des Leßlauer
Vertrages anzunehmen. Der Streit war unvermeidlich.