Metadata : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

Abriß  der  Ortsgeschichte.  1081

Rechten  und  Zugehörden  in  der  zweiten  Hälfte  des  vierzehnten  Jahrhunderts
an  das  Kloster  Irsee  gelangen,  bei  dem  es  bis  zur  Säkularisation  verblieb,
wo  dasselbe  an  die  Krone  Bahern  fiel.  Als  Orts-Merkwuͤrdigkeit  müssen
wir  noch  erwähnen,  daß  im  Jahre  1736  preußische  Werber  einen  Eggenthaler
  Riesen  mit  Namen  Joseph  Groß  21  Jahre  alt  und  7  Fuß  hoch
um  die  Summe  von  5532  fl.  zur  preußischen  Garde  anwarben,  wovon  der
Angeworbene  2532  fl.,  dessen  Eltern  2000  fl.,  die  Herrschaft  300  fl.  Auswanderungsgebühr
  und  dessen  Brüder  700  fl.  erhielten.  Hausen,  Weiler
im  Landkapitel  Kaufbeuern  zur  Pfarrei  Honsolgen  gehäörig,  ist  schon  aus
der  Zeit  König  Heinrichs  I.  930  beurkundet.  (Siehe  S.  979).  Im  Jahre
1289  gehen  kaufweise  mehrere  Güter  von  Hausen  an  das  Kloster  Steingaden,
  und  1295  finden  wir  in  einer  Verkaufsurkunde  Ulrich  von  Husen  als
Zeugen.  (Mon.  B.  VI.  p.  549  u.  558).  In  gleicher  Weise  begegnet  uns
dieser  Ort  urkundlich  1303  in  der  Verkaufsurkunde  des  Patronatsrechtes
und  einiger  Güter  zu  Hausen  an  das  obgenaunte  Kloster.  (Mon.  B.  VI.
p.  570.)  Helmishofen,  Kirchdorf  im  Landkapitel  Kaufbeuern  zu  Aufkirch
  filialisirt,  war  eine  Römerstätte  und  gehörte  schon  zur  Karolinger  Zeit
dem  Stifte  Kempten,  welches  Dienstmannen,  Rittern  von  Helmishofen  den
Ort  und  die  Burg  lehnweise  überließ  Von  diesen  Rittern  von  Helmishofen
  waren  1152  Friederich  und  1343  Gervius  Aebte  in  Kempten.  Auf
diese  Familie  folgten  im  Besitze  unseres  Ortes  die  Ritter  von  Smiehen
(Mon.  B.  VI.  p.  585),  in  welchem  sie  bis  1436  verblieben,  wo  Veit  von
Smiehen  das  Schloß  Helmishofen  mit  Zugehörde  an  den  Bischof  Peter  von
Augsburg  um  1800  fl.  und  ein  jährliches  Leibgeding  von  200  fl.  verkaufte.
Nach  Allodisikation  dieser  Kempten'schen  Lehn  1454  ward  Helmishofen  der
Sitz  einer  bischöflichen  Pflege.  Honsolgen,  Pfarrdorf  im  Landkapitel  Kaufbeuern,
  gehört  zu  den  ältesten  hochstiftischen  Besitzungen  und  wurde  zu  Dienstlehn
  an  milites  von  Honsolgen  verliehen;  (Marquardus  de  Honsola  1067
beurkundet)  1291  kam  Konrad  Langenmantel  in  lehnweisen  Besitz  dieses
Ortes  und  1294  verkaufte  er  seine  Besitzantheile  an  das  Collegiatstift  zu
St.  Moriz  in  Augsburg,  die  dem  genannten  Stifte  anno  1300  mit  dem
Patronatsrechte  zugeeignet  wurden.  Im  Jahr  1443  war  Konrad  Schmalholz
  Besitzer  des  Dorfes,  dem  Kaiser  Sigmund  ein  Dorfgericht  verlieh,  das
seine  Erben  an  das  Kloster  Steingaden  vergabten.  Einzelne  Güter  besassen
noch  das  Kloster  hl.  Kreuz  zu  Augsburg  und  einige  Privaten  als  bischöfliche
Lehn.  Ingenried,  Pfarrdorf  im  Landkapitel  Baisweil  gehörte  zur  Herrschaft
  Kemnat.  Konrad  von  Ramschwag,  Herr  zu  Kemnat!),  schenkte  am
15.  April  1315  den  Kirchenschatz  und  die  Vogtei  der  Kirche  zu.  Ingenried
mit  allen  Zugehörungen  an  das  Kloster  Irsee,  (Ursin),  was  er  den  20.  Dez.

 

1)  Geschichte  des  Bisthums  Augsburg  von  Domkapitular  Anton  Steichele.
S.  347.