479 Bratapfel — brauchen. bräuchlich — Braue. 480
artlich oberdeutsch bratens; das braten vom wildprät, lango Ludwigsl. 6; schilt und schwert, der zwier, der
das bat er gern gessen Aventin 2, 150; auch ü#pfel, brüche ich sam ich beste kan Minnes. 3, 1655; der gebirnen,
kartoffeln braten; für mich zum nachtisch bat rechte braucht seines guts zum leben, aber der gottdie
tante einen apfel gebraten Goethe Götz 1; von lose brauebt seines einkomens zur sünde Spr. Sal.
Menschen die den Feuertod erleiden Jer. 29, 12. 2. Macc. 10, 16; und noch: wie, wenn wir sein (Tells) jetzt
7, 5; sprichwörtlich: nach dem mann brät man die wurst; brauchten in der noth Schiller Tell 4, 1; auch wie
ein gebratener has läszt sich auch wol aus einer hulzern nutzen, genießen: brauche des lebens mit deinem weibe
schussel essen Henisch; es fliegen einem keine gebraten Pred. Sal. 9, 9; mit dem Beisinn des Eigennutzes: so
tauben ins maul ebd.; intrans. das fleisch brät am lange du jm nutz bist, braucht er dein Sir. 13, 5;
spiesze Steinbach; übertragen bei sommerditze in der ebenso mit Acc.: daz man niuwez hüs peginnet prüchen
sonne braten; 14 tumbe minner brüten! Minnes. 3, 195; Notker Ps. 29, 1; ein gefenz das ein mensch braucht.
Jobannes Husz und andre ketzer brieten Platen Abbass., Baruch 6, 15; er selbst brauchte damals beträchtliche
Prol. 13. — Zusammensetzungen: Bratapfel, m. ge-Ssummen, um seine wahl..durchzusetzen Schiller
bratener Apsel. — Bratsisch, m. zum Braten geeigneter, 4, 116; fleisz. den er in stellung seiner reden brauchet
und gebratener Fisch. — Bratsleisch, n. zum Braten Garg. 39; ränke drauchen JAyrer t470; Stilling
geeignetes, und gebratenes Fleisch. — Bratherd, m. für brauchte den stock rechtschaffen Stillings Ingend 2,43;
das Braten dienender Herd. — BVrakkartossel, f. gebratene braucht cuer ansehn doch. bedeutet ihn Schiller Picc.
Kartoffel. — Bratofen, m. zum Braten dienender Osen. 4, 7 bist du nicht willig, so brauch ich gewalt Goethe
— Brakpfanne, f. Pfanne zum Braten. — Brakröhre, k. Erlk.; auch hier mit dem Sinne des eigennützigen Ver-Ofenröhre
zum Braten. — Bratrost, m. Rost zum Braten. wendens: wie er die leidenschaft dieses jungen men-—
Pratspieß, m. Spieß zum Braten. — Bratwurst, f## schen zu brauchen weisz Große. 1,1; als ein gefühllos
Wurst zum Braten. workzeug braucht ihr mich nat. Tocht. 3,1; den er selbst
Brätling, m. eßbarer, in Butter zu bratender zum werkzeug branchct einer ulten rache Schiller Picc.
Schwamm: in einem vergitten pfifterling oder prat- 1, 3. 2) in älterer Spr. einos brüchen mit einem verling
Aventin 1, 764. — Bratsche, k. Altgeige, aus kehren (godes .. 2c brüchene Elis. 6932); einen vast
ital. viola di braccio (eigentlich mit dem Arm gehaltene brauchen, vil gemeinschaft mit einem haben Maaler;
Viole, im Gegensatz zur Kniegeige, viola da gamba) im davon verhüllend noch ein veib brauchen: das mädchen
17. Ih. umgebildet. ist hübsch, und . musz ich sie brauchen Schiller
Brän, n. gebrautes Getränk, Bier; srüher nach nord= Fiesko 1, 5. 3) refl., sich eines dinges brauchen, sich seiner
veutschem Brauche der brau Recht zum Brauen Stein- # bedienen: prauchten sich römischer recht D. Städtechr.
bach, das brau, Gebräude, so viel auf einmal gebraut 3, 47; sonst wolte er sich seines raths brauchen pol.
wird Adelung: für letztere Bed. heißt es bairisch das Stockf. 296; und noch bei Lichtwer: so brauch dich
und die brün l chmeller; mit dem allgemeinen Empor= deincs rechts 211; seitdem veraltet, ebenso Fügung ohne
kommen des bairischen Bieres ist die bairische Form, aber Gen., — sich anstrengen: du brauchst dich fast und
nun in der Bed. zunächst bairische, dann auch andere bist unmuszig BWaldis Es. 1, 79. 4) brauchen, be-Biersorte
und in näher bestimmender Zusammensetzung dürfen, nötig haben, erst in späterer Spr., deutlich vom
allgemein geworden: er trinkt das Spatenbräu licber 16. Ih. ab, entwickelt; mit Acc.: ich brauch ietzund
als das Löwenbröu (aus der Brauerei zum Löwen); ein kein geld Stieler; die nicht mehr als eine nacht
glas Hofbrän, Augustinerbrün u. s. w. braucht, ihn ganz zu verderben Schiller Kab. 2, 3;
Brauch, m. Anwendung, Benutzung; in älterer Spr. welcher einen menschen wie diesen brauchte Werke
felten, ahd. einmal hroh ½ um bei Notker, mhd. gar 1, 127; die götter brauchen manchen guten mann zu
nicht bezeugt (im 15. Ih. dafür brüchung srititio, u#ihrem dienst Goethe Iphig. 2,1; mit Gen.: er brauche
Voc.), erst seit 16. Ih. in doppelter Bed., selten gegen unsers arms, sich zu erhalten Schiller Picc. 5, 1; mit
gebrauch (s. d.); 1) Verwendung: allerlei gefäsze zu Inf. und zu oder abhäng. Satz: er braucht nicht zu
unserm brauch Weish. Sal. 15, 7; warum, wozu das arbeiten; Sie brauchen nur zu befehlen; ich brauch es
ungeheure ross? .. zu welchem brauch Schiller nicht mehr zu hören Schiller Kab. 2, 1; was brauch
Zerst. v. Troj. 25. 2) gewöhnliche Art der Benutzung ich dasz er mir den weg durchs feuer preiset? Wieoder
Verwendung, Ubung, Sitte: brauch, sitt und ge-and Amad. 7, 3. 5) unpersönliches es braucht, es bewonheit
Maaler; er druckte dir die hand stärker darf, in verschiedenen Fügungen: es braucht nicht soals
der brauch ist Schiller Räub. 4, 2; das ist des wohl kunst als arbeit Steinbach; braucht es mehr als
landes nicht der brauch Goethe Faust 1; cinen brauch einen einzigen fehltritt Wieland Ag. 9, 7; drauchts
haben, etwas im brauch baben; weiser brauch derdazu meiner? Schiller Wallenst. Tod 3, 2; es braucht
alten nat. Tocht. 3, 4; Plur. nach alten bräuchen ver-Koines weiteren beweises; es braucht nicht ausdrucklich
fahren. — brauchbar, zu brauchen: brauchbar, brauch-servorgehoben zu werden; es braucht also blosz gezeigt
sam, bräuchig, zelifis, e#d aptus Henisch; brauchbare zu werden, dasz. Schiller 8, 297. — hbräuchlich, dem
menseben. geräte; dasz wir nur moralisch volltommen Brauch gemäß; zur Verwendung geeignet (vgl. Rrauch 1):
. sind, um brauchbar zu sein Schiller 4, 311. — ein gebeiligt tuss .dem hausherru breuchlich 2.Tim. 2,
brauchen, verwenden, uötig haben; altes Wort, das 21; jetzt untergegangen; der Sitte angemessen (Urauch 2):
wohl auf Grund der Verwendung für Nahrung (in bräueblich, gewohnlich, ublich, einem gemein Henisch;
solchem Sinne noch: wie einer speisz braucht, so lebt unsiedelung, wie sie unter Germanen und Kelten bräucher
auch, rauhe weid macht rauhe leut Garg. 103) seine lich war Freytag Bild. 1, 45; jetzt meist durch geallgemeinere
Bed. entfaltet hat, denn urverwandt ist lat. brünchlich ersetzt.
frui (für frugri), fructus. fruges; nur im Altengl. geBranc, k. bogiger Haarstreif über den Augen; ahd.
hört das Verbum der starken Conj. als brücan. Prät.bräwa. mhd. bräwe und brä: altnord. brä Wimper, brün
breic an (das ahd. von Grass beigebrachte Beispiel Augbraue; urverwandt sanskr. bbrü-, griech. ophrf-3s;
pirum kibruhan iemg.Tesr ist zweifelhaft, da die Hand= die Etymologie ist noch nicht gefunden, doch vgl. unter
schrift kibrohan liest, ahd. Gloss. 1, 766, 44), sonst immer brücke; neben der Form braue (braw, augbraw Henisch;
der schwachen: goth. brükjan, Prät. brühta, ahd. prühhan, als Zeichen böfer Gemütsstimmung die brauen rungeln,
Prühte, mhd. brachen, brahte; das Altnord. kennt bas rumpfen:; Zeichen des Hochmuts hochgezogeue brauen;
Wort nicht, isl. brüka, dän. bruge sind aus dem Deutschen mit trotziger brau Freiligrath 3, 218), auch braune,
entlehnt. Bedeutung: 1) anwenden, verwenden, in älterer in welche das n der schwachen Declination eingedrungen,
Spr. mit perfönl oder sächl. Gen.: sö brüche her es' vgl. unter Augenbraue.