einholte. In Lpyck lelstete das J. russische Armeekorps zähen Widerstand. Als
es endlich am 14. die Stadt räumte, war die Gruppe Litzmann noch nicht über
Grasewo hinausgelangt, der Rückweg über den Bobr noch nicht verlegt, und die
Sibirier entkamen. Nach dem Falle von Lyck kam wleder Fluß in die Bewegung.
In der Nacht vom 16. zum 17. hatte Litzmann Augustow erreicht
und griff nun südlich um die Waldzone herum.
Inzwischen hatte die linte Flügelgruppe ihre gewaltige Umfassungsbewegung
mit dem äußeren Flügel über Kalvarja in herolschem Ringen gegen Frost
und Schneesturm und dann nach einem jähen Wetterumschlag gegen Regen und
grundlosen Schlamm ble auf die Ostseite des Augustower Forstes vorgetragen.
Der unwiderstehliche Dormarsch des linken Flügels trieb die Russen des rechten
Flügele nach Südosten — nur kleine Teile entwolschten in der Richtung auf
Kowno und versuchten von dort aus vergebens, das weitere Vordringen der
Armee Eichhorn zu beunruhigen.
Aun setzte sich auch das Zentrum in Bewegung. Es bestand fast nur aus
Landwehr und Landsturm. Allmählich wurde die Masse der russischen Armee
immer unerbittllcher in den Raum Augustow-Suwalkt-Sejup zusammengepreßt.
Da kam der Schrecken über die Russen. Als am 15. und 16. die Vorbut des
dußersten linken deutschen Flügele von Sejny aus durch den Forst auf Augustow
vorstieß, um hier Litzmann die Hand zu reichen und die Umzingelung noch am
Westrande des Forstes zu vollenden, wurde sie von den fluchtartig zurückströmenden
Massen über den Haufen gerannt und tellwelse gefangengenommen.
Der große Plan der vollständigen Umzingelung der ganzen russischen Armee
batte also im Kampfe mit den Hemmnissen des Winters weder von der Südgruppe
noch von der Nordgruppe vollständig durchgeführt werden können.
Angeslchts dieses Rückschlages faßte Eichhorn den kühnen Entschluß, nicht
Augustow, sondern Lipsk am Südostrande bes Forstes zum Ziele seines Vorstoßes
zu nehmen, also östlich um den ganzen Forst herumzugrelfen. Und hler
gelang es, die Verbindung mit Litzmann herzustellen. Nun waren die Haupttelle
der russischen Armee, die sich im Walde vor dem deutschen Nachstoß gesichert
geglaubt hatten, völllg eingekrelst: ein zweltes „Cannae“ war gelungen.
Zwar kamen noch schwere Tage. Die in Gegend von Lipsk angekommene
deutsche Gruppe, welche den Russen die Rückzugellnie verlegt hatte, mußte von
vorn den verzweifelten Angriff der Eingekrelsten abwehren, in ihrem Rücken
aber wurde sie durch heftigen Entsatzstoß aus der Richtung der Festung Grodno
angegriffen, deren Werke dicht hinter ihrer Linle lagen. Aber dle Elsässer und
Lothringer des 21. Armeekorps hielten stand.
Znzwischen erfüllte sich das Geschick der Russen. Im dichten Gewirr des
Forstes, den nur wenige Verbindungswege durchquerten, verfltzten sich lhre
Marschkolonnen. Dle Lebenemittelparke vollends kamen gar nicht erst ln den
Forst hineln: sle blleben draußen stehen und flelen dem Verfolger zur Beute —
der ohne diese rettende Zufuhr wahrscheinlich entträftet liegen geblieben wäre.
Und nun begann das große Kesseltreiben. Noch drei Tage lang wehrten sich dle
Russen wider die hereinbrechende Vernichtung. Aber aller Widerstand war
umsonst. Ende Februar streckten 110 000 Mann dle Waffen, 150 Geschütze
und unermeßliches Heeresgerdt wurden die Beute der Sieger.
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