18 Zweiter Teil. Landesrecht.
passiven Wahlrecht werden dann aber wieder die gleichen Personen
ausgeschlossen, die auch vom aktiven durch besondere Bestimmungen
ausgenommen wurden.
Jeder Kandidat wird in einem besonderen Wahlkreise gewählt,
nämlich in einem der früher genannten sieben Wahlbezirke. Die
gleichzeitige Wahl in mehreren Bezirken oder Berufskreisen ist als
zulässig anzusehen. Würde durch die Wahl unmittelbar die Mitgliedschaft
im Landesrate bestimmt, so würde eine neue Wahl
hinsichtlich des einen Sitzes nötig werden, dessen Annahme der
Gewählte ablehnen muß. Hier jedoch, wo es sich um bloße Vorschläge
zur Besetzung handelt, tritt durch die Doppelwahl kein
Konflikt ein, der durch eine solche Entscheidung notwendig beseitigt
werden müßte.
Das Wahlverfahren ist nicht geregelt.
Als auf Nichteingeborene anwendbar sind die Strafbestimmungen
der $107—109 und 330, Abs. 3 des Reichsstrafgesetzbuches
anzusehen. Ihre Geltung für die Schutzgebiete wird später
nachzuweisen sein!),
Die Amtsdauer der außeramtlichen Mitglieder ist auf zwei
Kalenderjahre festgesetzt. Kein Verlust der Mitgliedschaft tritt ein,
wenn jemand die Voraussetzungen der Wählbarkeit nicht mehr erfüllt,
denn diese sind nicht die Vorbedingung der Mitgliedschaft,
sondern der Wählbarkeit zu Vorschlagskandidaten. Nur in dem
Falle würde nıan den Verlust der Mitgliedschaft als Folge anzusehen
haben, wenn nur Vorgeschlagene vom Gouverneur berufen werden
dürften, so daß mittelbar die Wühlbarkeit auch Voraussetzung der
Mitgliedschaft würde. Nun aber kann eine rechtliche Beschränkung
des Gouverneurs auf die Vorgeschlagenen aus dem geltenden Reclıte
nicht gefolgert werden, wenn auch eine politische besteht. So ist
die Wählbarkeit denn auch nicht Voraussetzung der Mitgliedschaft.
Wohl aber würde ihr Verlust nach erfolgtem Vorschlage und vor
der Ernennung durch den Gouverneur dem Kandidaten seine Eigenschaften
als Vorgeschlagener nehmen.
Der Landesrat ist mindestens einmal jährlich zu berufen.
Die Mitglieder haben ein Recht auf Ersatz der tatsächlich entstandenen
Fuhrkosten und 15 Mark Tagegelder.
1) Vgl. unten, S. 126 ff.