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entscheiden, die man im Orient uͤber die Lehre von der Person
Christi aufwarf, und verstanden doch gewoͤhnlich kein
Griechisch, waren oft der Philosophie, des besondern philosophischen
Sprachgebrauchs unkundig, welche zu einer solchen
Streitfrage Gelegenheit gaben. Nicht selten war es
auch menschliche Schwäche, welche den Rdmischen Bischof
eben so fallen ließ, wie der Alerandrinische oder Constantinoplische
fiel. So gieng Liberius zu den Semiarianern 358
über, weil er nicht Stärke der Seele genug hatte, bei der
einmal ergriffenen Partie der Athanasianer zu bleiben. Aus
Unwissenheit billigte Zosimus die Lehren der Pelagianer, 417
und erst nachdem er nähere Belehrung aus Afrika erhält,
besann er sich eines bessern. Hormisdas, der die große
Streitfrage der Orientaler mißverstand, ob einer aus der
Deieinigkeit gelitten habe, verlor durch seine Entscheidung
den Ruhm der Orthodorie selbst bei seinen Nachfolgern; und
was that nicht Vigilius, da der ungläücklichfriedfertige Justinian
die Schriften dreier längst verstorbener und zu Chalcedon
als orthodor erkannter Bischöfe für ketzerisch erklärte?
In der einen Hälfte der Streitigkeit zeigte er Mangel an
Kenntnissen, in der andern Mangel an Charakter; er wußte
in der Angst nicht, was er thun sollte, und that gerade immer
das Ungeschickteste.
So waren die Rômischen Bischöfe vorzüglich ungläcklich
am Ende dieser Periode. Sie sollten durchaus für
Wahrheit und Orthodorie halten, was im kaiserlichen Cabinet
zu Constantinopel für orthodor gehalten wurde, und dort
war doch die Orthodorie so wandelbar und so partelisch, wie
gewohnlich Cabinetsorthodorie zu seyn pflegt. Rom gehörte
zum Erarchat, wenn also der Rdmische Bischof den Befehlen
des Kaisers nicht gehorchen wollte, so hohlte man ihn