— 102 —
In Kassel dienten Milch und Eier zur Ernährung der Thiere, 37 mal wurde eine
durchschnittliche Zunahme des Gewichts um 3/8, G6mal eine Abnahme um 1 bis 6 kg, 28 mal
keinerlei Veränderung ermittelt.
In Köln erfolgte die Ernährung wie früher mit bester Vollmilch. Die Thiere
standen ohne Streu einfach auf einem hölzernen Lattenrost. Das Gewicht wuchs um 1 bis
6, im Durchschnitt um 36 kg.
In München sind 5 973 1 guter Milch in erwärmtem Zustande verfüttert worden;
meist wurden jedem Thiere täglich 8 1 gegeben. Bei bestehender Diarrhoe wurde die Menge
ermäßigt. 88 Thiere nahmen um 1 bis 7 kg zu, eins um 1 kg ab, ein erkranktes wurde
zum zweiten mal nicht gewogen.
Der Bericht aus Dresden enthält Angaben über die Verpflegung nicht.
In Leipzig bestand die Nahrung aus Kleien= und Mehltrank, sowie bestem Heu.
In Zwickau erhielten die Thiere täglich 10 1 Vollmilch, welcher auf den Liter
eine Obertasse eines Gemisches von gleichen Theilen Hafermehl und Haferschrot, mit wenig
Milch besonders gekocht und gut gequirlt, zugesetzt war. Wegen Säuerung der Milch wurde
die Bezugsquelle 2 mal gewechselt. —
In Bautzen geschah die Ernährung mit Milch und abgekochtem Hafermehl. Abgesehen
von einem mit Diarrhoe behafteten Thiere, welches 2 kg verlor, nahm das Körpergewicht
stets um O0, bis 2 kg zu.
Aus Stuttgart wird über eine Aenderung der Nahrung der Thiere nicht
berichtet.
In Cannstatt wurde gutes Heu und wenig Futtermehl gegeben.
In der Anstalt zu Karlsruhe wurde nur Trockenfutter gegeben. Dasselbe bestand
aus gutem Wiesenheu, von welchem die Thiere nach Belieben fressen konnten, und aus
mäßigen Portionen Hafer oder Gerste. Dabei blieben die Thiere bei gutem Wohlbefinden
und nahmen merkbar nicht ab. Das großen Schwankungen unterworfene, von Zufälligkeiten,
wie Futter= und Wasseraufnahme, sowie Defäkation abhängende Gewicht der großen
Thiere wurde seit Jahren nicht mehr festgestellt. Die Fütterungskosten erreichten während
des etwa 12tägigen Anstaltsaufenthalts 12 bis 13 c#x“ für jedes Thier.
In Darmstadt bildete Heu das Hauptfutter, daneben wurden noch Dickwurzeln und
Kleie gereicht. Auf die Vornahme von Wägungen ist die Anstalt nicht eingerichtet.
In Schwerin erhielten die Kälber ausschließlich Milch, und zwar 12 bis 15 I
täglich. Im Durchschnitt betrug die Gewichtszunahme 3,6 kg; im Einzelnen wurden Gewichtsveränderungen
bis zu 118 kg Zunahme festgestellt, 3 Kälber behielten das Anfangsgewicht,
2 mal unterblieb die Wägung vor der Schlachtung.
Die in Weimar benutzten Impfthiere bekamen kuhwarme Milch. Die Wartung und
das Stopfen derselben mit täglich je 6 Eiern besorgte der Schweizer der Wirthschaft. Die
Ernährung kostete durchschnittlich 12 für jedes Kalb. Die meisten Thiere nahmen zu
(4 0, bis 5,0 kg), 3 um je 1 kg ab; 3 erlitten keine Gewichtsveränderung und von 2
mit Durchfall behafteten ist nichts gemeldet.
In Bernburg wurden die Thiere wie früher ernährt; sie wurden sämmtlich in den
Grenzen von 0, bis 5, kg schwerer.
In Lübeck wurden jedem Thiere insgesammt 75 bis 100 1 angewärmte Vollmilch
und 15 Eier verabreicht. Die Kälber nahmen um 4 bis 7, insgesammt um 62, im Durchschnitt
um 5, kg zu.
In Bremen erhielt jedes Thier täglich 12 1 Vollmilch.