Der Reichenbacher Kongreß (Juni 1813).
Arndt erzählt: Su Reichenbach stand während des Waffenstillstandes
ein Kongreß, hier und zu Schloß Gitschin
in Böhmen: ein schauerlicher Kongreß, der die verworrenen
europäischen Dinge zu Ordnung und Frieden vermitteln sollte.
Uapoleon saß als dritte Größe in Dresden. Ich sage, ein
schauerlicher Kongreß, denn viele fürchteten, Uapoleon,
der den Willen und die TList der Einheit — Einheit ein
gewaltiges Ding bei Unterhandlungen — gegen mehrere
hatte, werde das Glück und die Seit so hinschleppen, und
durch Überlistung gewinnen, was nicht mehr durch Waffen erzwungen
werden konnte. Wir waren alle viel in Sorgen und
Mißstimmungen und oft in bitterm ärger, wenn wir in den
Seitungen von angenehmen Hoffnungen eines baldigen
Friedens lasen. Mein alter herr (Stein] war auch
häufig nicht allein mißgestimmt, sondern verärgert, auch
wohl durch Hodagra gestachelt, und das fiel dann auf unsereinen
und auf andere Kleine zurück. Die einzige große Freude
in dieser schweren Seit war die Nachricht von dem Siege bei
Dittoria (21. Junil, wo Wellington das französische heer
von seinem ganzen Eeschütz und Seuge ausgezogen und über
die Dyrenäen gejagt hatte. Wir siegten mit bei Dittoria und
hofften wieder, auch bei uns zu siegen.
(Arndt, Erinnerungen aus dem äußeren Ceben.)
Die Unterredung Metternichs mit Napoleon
zu Dresden am 26. Juni 18135.
Der österreichische Minister Metternich erzählt in seinen
Memoiren: Uapoleon erwartete mich stehend in der Mitte
seines Kabinetts, den Degen an der Seite, den hut unterm
Arm. Er ging auf mich zu mit erkünstelter Fassung und
erkundigte sich um das Befinden des Kaisers. Bald darauf verdüsterten
sich seine Süge, und indem er sich vor mich hinstellte,
sprach er mich folgendermaßen an:
„Sie wollen also den Krieg, gut, Sie sollen ihn haben.
Ich habe zu Tützen (Großgörschen] die preußische Krmee
vernichtet; ich habe die Russen bei Bautzen geschlagen, auch
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