Metadata : Die Frau als Hausärztin.

52  Ernährung.

Aasgeier,  Hyänen,  Raupen,  Ameisen,  Käfer  usw.,  so  beweist  dies  nur,  daß
sie  alle  mehr  oder  minder  denselben  Nahrungsstoff  durch  diese  Tierleichen  in
sich  aufnehmen,  und  das  ist  tierisches  Eiweiß.  Der  Ekel  vor  irgendeiner  Kost
beruht  nur  auf  Übereinkommen  oder  auf  dem  „Grauen  vor  dem  Unbekannten“.
Und  da  auch  gesittete  Europäer  in  Schlemmerei  das  ihrige  leisten,  so  haben
sie  keine  Ursache,  sich  über  den  Geschmack  der  erwähnten  Völkerschaften  zu
entsetzen.  E

Die  Bauftoffe  des  Tier-  und  Pflanzenkõörpers.

Wir  lösen  die  organischen  Körper  in  ihre  Grundbestandteile  auf  und
finden  bei  Tier  und  Pflanze  dieselben  Grumdstoffe,  ja  sogar  im  wesentlichen
die  gleichen  Verbindungen  derselben.  Die  Grundstoffe  sind:  Sanerstoff  (0.),
Wasserstoff  (H.),  Stickstoff  (N.),  Kohlenstoff  (C.)  und  ihre  wichtigsten  Verbindungen:
  Wasser,  Eiweiß,  Stärke,  Fette.  Nennt  man  noch  den  Schwefel  (8.),
Chlor  und  Eisen  (Fer)  und  die  mineralischen  Stoffe,  welche  weder  im  Pflanzennoch
  Tierkörper  fehlen,  so  sind  auch  die  verschiedenen  Salze  angedeutet,  deren
Bedeutung  immer  mehr  erkannt  wird.  Das  Mengenverhältnis  der  genannten
Verbindungen  ist  jedoch  ein  sehr  verschiedenes.  Es  gibt  Nahrungsmittel,  z.  B.
Blattarten,  welche  97%%  Wasser  enthalten  und  nur  3%⅝  feste  Stoffe,  und  es
gibt  Samen,  welche  aus  87%  Stärke  bestehen,  während  Eiweiß  (im  Käse)
bis  nahezu  30%  zu  finden  ist  und  Fett  (im  Fleische)  45  %.  Die  Asche  des
tierischen  Körpers  besteht  aus  Verbindungen  des  Kalkes,  Natriums,  Kalis
usw.  Auch  Phosphorsäure,  Kohlensäure,  Harnsäure  usw.  finden  sich  vor,
daher  phosphorsaurer  Kalk  (siehe  Knochen  im  ersten  Kapitel),  harnsaures
Natron,  kohlensaure  Magnesia  u.  a.  in  jedem  höher  entwickelten  tierischen
Organismus.  Man  unterscheidet  im  tierischen  Organismus  säurebindende
Mineralstoffe  (alkalische),  wie  Kali,  Natron,  Bittererde,  Kalk,  Eisen,
Mangan,  und  säurebildende,  wie  Kohlenstoff,  Schwefel,  Phosphor,  Kiesel,
Chlor,  Fluor.  Zur  Befestigung  der  Gewebe  und  zur  Bindung  der  durch  den
Stoffwechsel  entstehenden  Säuren  sind  die  mineralischen  Stoffe  notwendig  und
müssen  in  gewisser  Menge  stets  vorhanden  sein.  Sie  erhalten  das  Blut
„alkalisch.  und  bewahren  es  vor  Versäuerung,  welche  zu  schweren  Erkrankungen
  führt.  Seitdem  man  dies  erkannt,  ist  man  bemüht,  in  der  Nahrung
diese  mineralischen  Stoffe  nachzuweisen  und,  wo  sie  fehlten,  sie  künstlich  zuzusetzen.
  Daher  die  Entstehung  der  Nährsalz-Industrie.  Das  Tier  entnimmt
  seine  Nahrung  vorwiegend  dem  Pflanzenreiche;  man  erforschte  die
Bodenverhältnisse  und  erkannte  bald,  daß  infolge  Jahrhunderte  alter
Kultivierung  des  Bodens  das  schlechte  Gedeihen  der  Nutzpflanzen  nur  auf
Verarmung  desselben  an  mineralischen  Stoffen  zurückzuführen  ist,  und  daß
folglich  auch  die  Nutzpflanzen  ärmer  an  Mineralien  wurden.  Da  der  Mensch
als  letztes  Glied  des  Tierreiches  den  gleichen  Gesetzen  der  Ernährung  und
des  Stoffwechsels  unterliegt  wie  jedes  Tier,  ferner  seine  hauptsächlichste