IV. Die Königl. Bayerische Akademie für Landwirtschaft
und Brauerei in Weihenstephan.
Diese Anstalt ist hervorgegangen aus der landwirtschaftlichen
Zentralschule, welche im Jahre 1804 zu Schleißheim gegründet, im
Jahre 1852 von dort nach Weihenstephan verlegt worden war. Die
Reorganisation der Anstalt als „Akademie“ erfolgte unter Verleihung
eines entsprechenden neuen Statuts im Jahre 1895. Die Akademie
Weihenstephan zerfällt in eine landwirtschaftliche Abteilung mit zweijährigem
und eine brautechnische Abteilung mit einjährigem Studium.
Mit ihr verbunden sind eine Gartenbauschule, eine Molkereischule, eine
Versuchsbrennerei und brennereitechnisches Laboratorium, ein brautechnisches
Laboratorium zur Fortbildung der Absolventen der brautechnischen
Abteilung in einem dritten Semester, eine Saatzuchtstation,
eine Prüfungsanstalt und Auskunftsstelle für landwirtschaftliche
und Brauereimaschinen.
In der landwirtschaftlichen Abteilung sind 12 Professoren tätig,
von denen 5 auch der brautechnischen Abteilung angehören, die
außer diesen noch 4 Professoren zählt. Ferner sind ausschließlich in
der ersten Abteilung noch 3, in der zweiten noch 2 und in beiden
Abteilungen zugleich noch 2 andere Dozenten beschäftigt.
Die Vorlesungen erstrecken sich in der landwirtschaftlichen Abteilung
auf Botanik, Zoologie, Mineralogie und Geognosie, Chemie,
Physik, Elektrotechnik, allgemeine Maschinenkunde, Feldmessen
und Nivellieren, landwirtschaftliche Betriebslehre, Buchführung,
Taxationslehre, Pflanzenzüchtung, Pflanzen- und \WViesenbaulehre,
Ackerbaulehre, Samenkunde, landwirtschaftliche Bakteriologie,
Fütterungslehre, Tierproduktionslehre, Anatomie der Haustiere, Physiologie
und allgemeine Pathologie der Haussäugetiere, Molkereiwesen,
Forstwirtschaft, landwirtschaftliche Baukunde, Obst- und Gartenbau,
Volkswirtschaftslehre, Rechtskunde, Handels- und Verkehrsgeographie.